Die Rathaustreppen dienten einst als Bühne.
Die Rathaustreppen dienten einst als Bühne.
Quelle: S. Mandic

Wenn bis 16. Dezember in Gaggenaus Stadtmitte wieder Glühwein fließt, kann mit diesem auch auf einen besonderen Geburtstag des Adventsmarktes angestoßen werden. Seit 35 Jahren ist die Innenstadt in der Vorweihnachtszeit ein beliebter Treffpunkt zur Einstimmung aufs Weihnachtsfest.

Bereits in den siebziger Jahren wurden vor dem Rathaus kleine Stände aufgebaut, die für weihnachtliche Stimmung sorgten.

Der erste Weihnachtsmarkt fand vom 25. November bis zum 4. Dezember 1983 statt. Organisiert wurde er von der Stadtverwaltung, unterstützt von der Werbegemeinschaft des damaligen Einzelhandels.  Im Gegensatz zu heute wurden die Buden damals in der Fußgängerzone aufgebaut. Erst im Jahr 2000 erfolgte der endgültige Umzug auf den Markt- und Sandplatz, wo er sich mittlerweile bestens etabliert hat. „Es wurde kontinuierlich am Konzept gefeilt“, resümiert die heutige Marktmeisterin Edith Grimm die Entwicklung des Marktes. Gewechselt haben auch die Namen der Veranstaltung: Von Weihnachts- über Nikolausmarkt bis hin zum heutigen Adventsmarkt. Neben der Orts- und Namensfrage wurden auch verschiedene Zeiträume getestet.

Von vier bis zehn Tagen variierte die Dauer des Adventsmarktes. Mittlerweile sind es 17 Tage, an denen die Stadt auch festhalten möchte. Auf diese Weise umfasst der Markt gleich drei Adventswochenenden, an denen sich Marktangebote und Einkaufserlebnis gegenseitig ergänzen. Während, vor oder nach dem Einkaufsbummel, kann ein Stopp auf dem Adventsmarkt eingelegt werden, um sich mit Freunden zu treffen oder einfach nur Stimmung und Unterhaltung zu genießen. Marktmeisterin Edith Grimm legt deshalb auch besonderen Wert auf den heimeligen Charakter des Marktes. „Er soll gemütlich und abwechslungsreich sein“. Froh ist sie deshalb darüber, dass die Programmakteure seit 1998 eine Bühne haben, die seit einigen Jahren auch wettergeschützt ist. Vorher sangen, musizierten und spielten Vereine, Schulen, Kindergärten und Chöre auf der Treppe des Rathauses.

„Heute ist schon alles sehr professionell“, verweist Grimm darauf, dass über die ganze Zeit die Bühne von einer Fachfirma betreut wird, so dass die einstudierten Beiträge „auch klangvoll rüberkommen“. Buden und Programm durch Vereine, Schulen und Kindergärten sind seit 35 Jahren Bestandteil des Marktes. Immer wieder gab es aber auch neue Angebote wie zu Beginn der 2000er das Christkindlpostamt, die Nikolaussprechstunde oder Weihnachtsbäckerei für die Kinder. Erinnern werden sich einige sicherlich auch noch an die Jahre 2001 und 2002, in denen die „Betlehemwand“ mit Kulisse der Geburtsstadt das Gaggenauer Rathaus zierte.

Während der Dauer des Adventsmarktes gibt es 52 Stunden Unterhaltung, aufgeteilt in Bühnenprogramm,  Aktionen von KindGenau und der Musiklounge beim Roten Bus, erbracht von über 700 Teilnehmern.

 

Ausstellung zum Geburtstag

Wenn sich auch vieles geändert hat, eines ist über die 35 Jahre geblieben: Das Engagement der Beteiligten, die mit viel Aufwand und Liebe zum Markt ihre Stände ausschmücken, Monate zuvor mit den Vorbereitungen beginnen und dann tagtäglich in den Buden stehen und der Kälte trotzen.

Wie sich der Markt entwickelt hat, zeigt eine Bildershow im Foyer des Rathauses sowie eine kleine Ausstellung der Bildtitel der Gaggenauer Woche.