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Das Waldseebad geht ab 11. September in Winterpause
© Stadt Gaggenau

07.09.2022

Glücklich, erleichtert und auch ein wenig stolz zieht die Stadt Gaggenau Bilanz des ersten Waldseebad-Sommers. „Das Konzept Waldseebad hat richtig gut funktioniert. Das neue Bad hat seine Bewährungsprobe bestens bestanden“, resümiert Bäder-Chef Jörg Zimmer.

Nach der Eröffnung des Freibades mit Naturbad Mitte Mai sei die Spannung groß gewesen, wie das Bad bei den Besuchern ankommt aber auch, ob der Betrieb technisch problemlos läuft. „Wir hatten mit allem Glück“, freut sich Zimmer. Lediglich an kleineren Stellschrauben musste nachjustiert werden. Ärgerlich seien beispielsweise Verzögerungen durch die aktuelle Lieferproblematik gewesen. So hätten die Besucher lange noch auf die Spinde warten müssen. Wichtiger für Jörg Zimmer und sein Team war jedoch, dass die Technik im gesamten Bad funktionierte. „Mit dem Naturbad gab es überhaupt keine Probleme, obwohl wir den intensivsten Sommer hatten, den ich je erlebt habe“. Jede Woche seien Proben gezogen worden, nie seien diese trotz hoher Temperaturen auch nur annähernd grenzwertig gewesen. Auch das Zusammenspiel vom Chlorbecken und Naturbad sei problemlos gelaufen. „Die Praxis hat gezeigt, dass beide Bädertypen parallel in einem Bad betrieben werden können und sich gegenseitig nicht negativ beeinflussen“. Befürchtungen, dass zu viel Chlorwasser in das Naturbad eingetragen werden könnte oder umgekehrt, hätten sich nicht bewahrheitet. Lediglich Verunreinigungen durch Tiere hätten im Kleinkindbecken des Naturbades wenige Male dazu geführt, dass dort das Wasser getauscht werden musste. In den Filteranlagen zeigte sich auch, dass „der Wald so manches abwirft“.

 

Lob für Mitarbeiter und Badegäste

Dass die Technik ihre Bewährungsprobe bestand, ist das eine – noch stolzer ist der Bäderchef auf sein Team mit Betriebsleiter Markku Witkiewicz. Durch den Jahrhundertsommer war das Bad zu keiner Zeit geschlossen und die Mitarbeiter tagtäglich gefordert. „Sie haben ein völlig neues Bad übernommen, sich allesamt reingekniet und sich mit dem Waldseebad voll identifiziert“. Der guten Arbeit des Badepersonals, das aus hauptberuflichen Fachkräften und Saisonarbeitskräften besteht, sei es auch zu verdanken, dass mit Blick auf die Badebesucher alles reibungslos verlief. Größere Unfälle unter den Gästen gab es ebenso wenig wie Verstöße, die gar ein Hausverbot erfordert hätten. Und das obwohl an Spitzentagen bis zu 3 000 Gäste im Bad waren. Bis Ende August besuchten insgesamt mindestens 70 000 Kinder und Erwachsene das Bad. Die Gesamtzahl könnte sogar noch etwas höher sein, denn an zwei Wochenenden – zur Eröffnung und bei den DLRG-Landesmeisterschaften – gab es freien Eintritt. Zudem sind Kinder unter sechs Jahren frei und werden somit nicht registriert. Das war früher anders, verweist Zimmer darauf, dass deshalb auch frühere Waldseebadzahlen nur bedingt mit den heutigen verglichen werden könnten. „Damals wurde noch mit der Hand gestoppt und auch die Kinder erfasst“. Rekordverdächtige Zahlenwerte wie 45 000 Besucher im Jahr 2015 wurden damit dieses Jahr fast verdoppelt.

 

Viele Tagesgäste aus der ganzen Region

An der Statistik lässt sich aber auch ablesen, dass viele der Besucher Tagestouristen aus dem ganzen Umland sind. Von Karlsruhe aber auch aus dem Elsass sowie dem Rastatter Raum und natürlich dem gesamten Murgtal kamen die Gäste, die sich zu 62 Prozent für Tageskarten entschieden. 15 Prozent aller Eintritte gehen auf das Konto von Saisonkartenbesitzer, weitere 12,4 Prozent der Eintritte werden durch Familienkarten ausgelöst. Neun Prozent der Besucher haben eine Zehnerkarte. Insgesamt wurden in diesem Jahr knapp 800 Saisonkarten verkauft. Geschätzt wird von den Badbesuchern die weitläufige Anlage mit Angeboten für jeden Geschmack und jedes Alter. Gerade Familien äußern viel Lob für die verschiedenen Kinderplansch- und Erlebnismöglichkeiten. „Das zweite Sanitärgebäude, das wir eigentlich hauptsächlich für die Familien errichtet haben, kommt sehr gut an und unterstreicht wie wichtig es war, ein solches im Familienbereich zu integrieren. An Attraktivität hat das Bad zudem durch Sprungturm, Rutsche, Schaukelbucht und die zahlreichen Sprudel- und Massageelemente gewonnen. „Die 2000 Quadratmeter Naturbadfläche, wo es etwas ruhiger zugeht, begeistert ebenso“, freut sich Zimmer über viele Komplimente.

Natürlich habe es auch Punkte gegeben, an denen sich einzelne Besucher gestört hätten. Dazu zählt die Parkplatzsituation genauso wie Warteschlangen am Kiosk oder mangelnde Schattenplätze. „Wir werden an allen Punkten arbeiten. Aber man darf auch nicht vergessen, dass der diesjährige Sommer eine Premiere war und sich manches noch einspielen muss“. Zudem habe der außergewöhnliche Sommer eben auch seine besonderen Herausforderungen gebracht. „Einen Sommer mit durchgehendem Betrieb und durchweg heißen Tagen habe ich so noch nicht erlebt“, stellt Zimmer fest, der zuvor jahrelang das Bühler Schwarzwaldbad geleitet hat.

 

Waldseebad schließt und wird winterfest gemacht

Am kommenden Sonntag, 11. September öffnet das Waldseebad zum letzten Mal. Dafür kann ab dem 13. September wieder das Hallenbad Murgana besucht werden. Eine Verlängerung der Saison im Waldseebad ist nicht möglich. „Wir müssen mit den Vorbereitungsarbeiten für den Winter beginnen. Das heißt in erster Linie erst einmal putzen“. Die Schwallwasserbehälter müssen ebenso wie Rinnen und Filter gereinigt werden. Die Technik muss entleert und geprüft werden. „Wir hoffen, dass wir bei der Überprüfung nur kleinere Reparaturen vornehmen müssen und nirgends böse Überraschungen auf uns warten“. Im Außenbereich stehen zahlreiche Pflegearbeiten an. Auch wenn im Naturbad die natürliche Reinigungstechnik weiter in Betrieb ist, muss auch dort Hand angelegt werden. Im Retentionsbereich müssen Rückschnitte erfolgen. „Die Einwinterung des Bades erfordert viel Vorbereitung“, erklärt Zimmer, dass zwar die Saison für die Badegäste in wenigen Tagen vorüber ist, seine Mitarbeiter aber ganzjährig mit dem Bad beschäftigt seien, damit es auch im kommenden Jahr wieder eine perfekte Saison geben kann.