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Auch Liliana Erbesdobler, Leiterin der Abteilung Schulen und Betreuung, blickte den Jugendlichen über die Schulter.
Quelle: Stvw

Am vergangenen Dienstag brachten sich 120 Jugendliche zwischen 14 und 20 Jahren beim Jugendforum der Stadt Gaggenau ein und trugen ihre Ideen für ein noch jugendfreundlicheres Gaggenau vor. Zahlreiche Mitmachaktionen waren von den für die Jugendbeteiligung verantwortlichen Mitarbeiterinnen Tina Frey, Hauptamt, und Ricarda Moser, Leiterin des Jugend- und Familienzentrums (JuFaZ) organisiert worden. So hatten die Jugendlichen die Möglichkeiten, sich einen Überblick über die Kommunalpolitik zu verschaffen und eigene Projekte zu initiieren.

Themen wie Schulen, Mobilität, Freizeitangebote und  das JuFaZ wurden von November 2018 bis Januar 2019 in allen achten Klassen der Gaggenauer Schulen während des Schulunterrichts erarbeitet. Diese wurden am Dienstag weiter entwickelt und diskutiert. An sieben Thementischen konnten Wünsche, Anregungen und Ideen mit den jeweils zuständigen Mitarbeitern der Stadtverwaltung erörtert werden. Dabei erfuhren die Jugendlichen aus erster Hand, welche Projektideen realisierbar sind und inwiefern die Stadtverwaltung die Umsetzung unterstützen kann. „Die Jugendlichen fühlen sich ernst genommen, weil die Fachexperten aus dem Rathaus den Jugendlichen ein offenes Ohr schenken“, freut sich Tina Frey.

Ein besonderer Höhepunkt war die Ergebnispräsentation der Jugendlichen am Ende der Veranstaltung. Beim Thema „Schulen“ wurde zwischen den weiterführenden Schulen unterschieden. Darunter waren Anregungen wie beispielsweise neue Sitzgelegenheiten im Schulhof oder Wasserspender in der Schule. „Wichtig bei den Ideen ist die Priorisierung“, erklärte Bürgermeister Michael Pfeiffer, dass die Umsetzung nur Schritt für Schritt erfolgen könne. Aus der Arbeitsgruppe „Verkehr und Mobilität“ bemängelten die Schüler die teilweise abrupt endenden Radwege und den schlechten Zustand dieser Wege. Sie schlugen vor, diese zu sanieren. Zudem regten sie eine weitere Verbesserung des Anruf-Linien-Taxis (ALT) an, für das sie sich bereits mit dem Landratsamt Rastatt in Verbindung gesetzt haben. „Mobilität ist auch bei uns im Rathaus ein großes Thema und deshalb ist es toll, dass wir auch einen Einblick in die Meinungen der Gaggenauer Jugendlichen bekommen“, freute sich Pfeiffer über die konstruktiven und ideenreichen Vorschläge.

In der Gruppe „Stadtentwicklung und Einzelhandel“ stellten die Schüler insbesondere das Kino im Stadtteil Ottenau in den Vordergrund. Vorschläge wie ein Angebot von 3D-Filmen, längere Öffnungszeiten oder im Sommer ein „Open-Air“-Kino wurden vorgetragen. Im Zuge der Freizeitgestaltung wurde auch ein Fragebogen zur Situation des Einzelhandels in der Innenstadt entwickelt. Dieser Fragebogen soll in Gaggenau verteilt und ausgefüllt werden. Das Ergebnis soll im Anschluss Einzelhändlern vorgestellt werden.

Insbesondere zum Thema „Internet“ engagierten sich zwei Jungs für einen stadtweiten Hotspot und einen weiteren Glasfaserausbau. Zeitnah werde ein Termin mit Paul Schreiner, Werkleiter der Stadtwerke Gaggenau, vereinbart, um ihnen zu ermöglichen, ihre Ideen vorzutragen.

Ein wichtiges Thema für die Schüler war das Thema „Freizeitveranstaltungen“. Dabei wird ein Konzept überlegt, wo, wann, was und für wen eine Veranstaltung organisiert werden kann. Dabei spiele das Bewerben auf den Sozialen Medien, in Zeitungsartikeln oder im Radio eine wesentliche Rolle.

Bei den „Outdoor“-Freizeitangeboten wurden unter anderem Wände bzw. Hindernisse am Fußballplatz gewünscht sowie ein Parcourplatz.

Aus der Arbeitsgruppe „JuFaZ“ kam der Wunsch nach einer neuen Dekoration des Kellers oder längeren Öffnungszeiten insbesondere am Wochenende.  Zudem gab es viele Ideen für Ausflüge oder für neue Angebote des JuFaZ.

In den Vorjahren haben über 100 Jugendliche viele Verbesserungsvorschläge für Gaggenau erarbeitet, von denen einige bereits umgesetzt wurden. Auch 2017 war das Jugend-Forum ein voller Erfolg und zeigte den Schülern, dass viele Ideen angenommen werden und realisierbar sein können. „Beim letzten Mal haben wir angeregt, eine Wellenrutsche im Waldseebad zu installieren“, erklärte Benedict Haupt, ein Jugendlicher, der die Idee ins Rollen gebracht hat. „Es gab sogar ein Gespräch mit Oberbürgermeister Christof Florus, bei dem wir die Planungen vorgetragen haben“.

Die Verantwortlichen waren begeistert von den Resultaten des Jugendforums. Sie werden entstandene Projektideen weiter vorantreiben und betreuen. Ziel ist, diese Projektideen gemeinsam mit den interessierten Jugendlichen in Projekte umzusetzen.