In den vergangenen Wochen wurde die Brücke intensiv untersucht.
In den vergangenen Wochen wurde die Brücke intensiv untersucht.
Quelle: StVw

Nach über dreimonatiger Sperrung soll die Flößerbrücke in Hörden  nach erfolgter Teilsanierung zumindest halbseitig wieder geöffnet werden. „Wir sind sehr froh, dass uns auf Holzbrücken spezialisierte Ingenieure mit ihren statischen Berechnungen Gewissheit geben, dass die Brücke eingeschränkt nutzbar ist“, erklärt die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung. Durch die halbseitige Sperrung sei die Verkehrssicherheit gewährleistet, da sich auch die Belastung im Rahmen hält. Zudem wird nur die quasi „bessere Hälfte“ freigegeben.

Wie kam es zu der Brückensperrung und vor allem wie steht es um die Zukunft der ortsbildprägenden und für den Fußgänger- und Radverkehr so bedeutsame 30 Jahre alte Brücke? Diese Fragen wurden in den letzten Wochen intensiv unter den betroffenen Bürgern diskutiert. Auch der Stadtverwaltung brannte die Thematik unter den Nägeln, so dass mehrere Experten eingeschaltet wurden. Vor mehr als einem Jahr wurde das Bauwerk fußläufig durch eine beauftragte Firma untersucht – im Rahmen der regelmäßigen Brückenüberprüfung. Dabei wurden am oberen Fachwerk noch keine wesentlichen Mängel ermittelt. Für die Prüfung des Feldbereiches über der Murg war ein Geräteeinsatz mittels schwimmender Rüstung erforderlich. Diese Prüfung erfolgte schließlich am 11. Oktober 2018. „Dabei wurden gravierende Schäden an der Tragkonstruktion festgestellt“, zitiert die städtische Pressestelle aus dem Bericht der Brückenprüfung. Darin wird von stark gerissenen Hauptträgern aus Brettschichtholz berichtet und dass die Risse größtenteils in den Klebefugen über die gesamte Trägerlänge verlaufen. Das Büro empfahl der Stadt Gaggenau aus Sicherheitsgründen die Sperrung der Brücke. Im November 2018 wurden weitere Untersuchungen durchgeführt und weitere Schäden am Untergurt und den Diagonalen festgestellt, berichtet die Stadt. Über die gesamten Fachwerkträger waren einheitliche Risse zu erkennen. Zudem wurden Fäulniserscheinungen festgestellt. Das Büro kam zu dem Schluss, dass eine Instandsetzung der Brücke aus wirtschaftlichen Gründen nicht sinnvoll sei. Einen Neubau schätzte es auf über 880.000 Euro. Aufgrund der hohen Kosten hat sich die Stadt entschieden, ein weiteres Ingenieurbüro einzuschalten. Dieses nahm die Brücke am 14. Dezember in Augenschein und gab den Rat, eine Fachfirma für Holzbrücken-Sanierungen einzuschalten. Direkt nach der Weihnachtszeit, am 8. Januar, erfolgte eine erste Begutachtung durch die Holzbaufachfirma und die neu beauftragten Ingenieure.

„Die Schäden wurden zwar bestätigt, es wurde aber die Hoffnung geweckt, dass eine teilweise Sanierung, mit dem Ziel die Brücke  zeitweise bis zu einem späteren Neubau noch eingeschränkt nutzen zu können,  machbar erscheint“, erklärt Bürgermeister Michael Pfeiffer. Um den erforderlichen Umfang der Austausch der defekten Hölzer und Verstärkung der tragenden Teile ermitteln zu können, wurde das auf Holzbrücken spezialisierte Fachbüro Miebach aus Lohmar beauftragt. Nach einer Begutachtung vor Ort am 22. Januar, erhielt die Verwaltung Ende dieser Woche nun das Ergebnis der statischen Berechnung. „Damit können wir es nun verantworten, nach den erforderlichen Teilsanierungen, die Brücke mit einem 1,5 Meter breiten Korridor  zu öffnen“, meint Pfeiffer und hat dabei vor allem auch die anstehende Fastnachtszeit im Blick, bei der die Brücke eine wichtige Verbindung darstellt. Diese Sanierungsarbeiten sind nach Mitteilung der Stadtverwaltung in der zweiten Februar­woche eingeplant.  Dabei handelt es sich um eine Übergangslösung, die für maximal ein Jahr gedacht ist, betont die Verwaltung, dass die Hauptsanierung der Brücke noch dieses Jahr geplant und Ende 2019/Anfang 2020 angegangen werden soll. Da für eine wahrscheinliche Brückensanierung auch der Umweltschutz zu beachten ist, wurde am 22. Januar zudem  bereits eine Erstuntersuchung zum Artenschutz durchgeführt.