Parkähnlich angelegt und sehr ansprechend gestaltet sind die neuen gärtnergepflegten Grabfelder, hier im Bild der Friedhof Ottenau.
Parkähnlich angelegt und sehr ansprechend gestaltet sind die neuen gärtnergepflegten Grabfelder, hier im Bild der Friedhof Ottenau.
Quelle: StVw

Irgendwann betrifft das Thema jeden – doch über den Tod und die Bestattung reden die wenigsten Menschen gerne. Für andere ist es Teil ihres Berufes wie für die städtische Abteilungsleiterin Elke Henschel oder den Gärtnermeister Albert Kamm. Beide beschäftigen sich sehr intensiv mit den Fragen der Bestattungskultur und haben schon gemeinsam vieles auf den Gaggenauer Friedhöfen entwickelt.

Allein 14 verschiedene Bestattungsmöglichkeiten bietet die Stadt Gaggenau auf ihren acht Friedhöfen.

Vom klassischen Wahlgrab über Baumbestattungen bis hin zu gärtnerbetreuten Grabfeld reichen die Möglichkeiten. Seit etwa einem halben Jahr werden auf den Friedhöfen in Bad Rotenfels und Ottenau so genannte gärtnerbetreute Grabvarianten angeboten. Zuvor hatte die Leiterin der Umweltabteilung, Elke Henschel, entsprechende Pläne in Zusammenarbeit mit der „Genossenschaft badischer Friedhofsgärtner“  ausgearbeitet und nach der Zustimmung des Gemeinderates einen entsprechenden Vertrag mit der „Genossenschaft badischer Friedhofsgärtner“ abgeschlossen. Diese arbeitet mit Vertragspartner wie Gärtnerei  Kamm GmbH zusammen, die dann erst einmal in Vorleistung gehen müssen. Im vergangenen Jahr hat er mit viel Gespür die Grabfelder angelegt. Dabei war ihm wichtig, dass sie Atmosphäre ausstrahlen und für die Hinterbliebenen Plätze sind, an denen sie ihre Verstorbenen gerne besuchen. Sanft geschwungene Wege und Flächen, ansprechende Bepflanzung sowie eine Bank zum Verweilen prägen die neuen Bereiche auf den Friedhöfen in Ottenau und Bad Rotenfels. Die neuen liebevoll angelegten Bereiche verbinden die traditionelle Friedhofskultur mit den Ansprüchen der heutigen Zeit.

„Es ist so etwas wie ein Rundum-Sorglos-Paket“, bringt Kamm die Bestattungsmöglichkeit auf den Punkt. Dabei schließen die Hinterbliebenen mit der Genossenschaft badischer Friedhofsgärtner einen Vertrag ab, der Anlage, Grabmal und Grabpflege für die gesamte Laufzeit umschließt. „Die Hinterbliebenen müssen sich um nichts mehr kümmern, haben immer einen ansprechend gestalteten Ort, an dem sie um ihre lieben Verstorbenen trauern können“. Und im Gegensatz zu Baum- und Rasengräbern bietet diese Bestattungsform die Möglichkeit, auf der dafür vorgesehenen Steinplatte persönlichen Schmuck abzulegen. Das können kleine Blumengestecke ebenso sein wie Figuren oder Kerzen. „Dies ist bei den Baum- und Rasenbestattungen nicht erlaubt, da sonst keine Pflege möglich wäre“, erklärt Henschel. Ihr gefällt vor allem auch die harmonische Einbindung der neuen Grabfelder in die Gesamtkonzeption der Friedhöfe. Durch den deutlichen Trend hin zur Urnenbestattungen werden die ganz großen Friedhofsanlagen wie früher nicht mehr benötigt. Nicht geändert hat sich aber der Wunsch dem Hinterbliebenem nach einem Ort des Trauerns, stellen sie unisono fest. In Rotenfels wurden 45 Grabstellen geschaffen, in Ottenau 50. Dabei wird unterschieden zwischen Wahlgräbern mit einem stehenden Stein, die für sich ebenso eine Einheit bilden wie Reihengräber mit kleiner Platte. Beide Grabarten sind auch mit individuellen Steinen zu haben. In Bad Rotenfels stehen auf den Wahlgräbern schon die einheitlichen Steine, die – passend zu Bad Rotenfels – aus rotem Sandstein sind. Sie bieten Platz für bis zu vier Namen, die stilvoll mit einer Bronzeschrift aufgebracht werden. Noch sind es erst einzelne Gräber, die die Friedhofsgärtnerin Martina Unsöld, neben der Anlage selbst, nach diesem Konzept pflegt. Doch Elke Henschel und Albert Kamm sind sicher, die Vorteile für die Hinterbliebenen überwiegen bei diesem Modell. Es ist eine immer würdig schön gepflegte Grabstelle zu einem sehr günstigen Preis. Auf dem Waldfriedhof, auf dem das Modell schon länger praktiziert wird, sind schon 25 Grabstellen unter der Obhut der Genossenschaft. Grabpflege hat für Kamm und seine Mitarbeiterin Unsöld einen ganz besonderen Stellenwert: „Es ist Teil der Trauerkultur“. So ist für ihn auch das schönste, „wenn die Leute zufrieden sind“.  Immerhin betreut seine Mitarbeiterin in Gaggenau und Umgebung schon jetzt über 500 Gräber.