Umrüstung für den Klimaschutz
Umrüstung für den Klimaschutz
© StVw

Um nahezu 50 Prozent konnte Gaggenau in den vergangenen zehn Jahren den Stromverbrauch für Straßenlaternen senken. „Ein tolles Ergebnis“, bilanziert Jürgen Brick, Leiter des Tiefbauamtes, den Beitrag für den Klimaschutz und erinnert an das Ziel der Bundesregierung, dass bis 2030 die Treibhausgasemissionen um mindestens 55 Prozent gegenüber 1990 gemindert werden sollen. „Gaggenau wird dieses Ziel bereits in den nächsten Jahren für den Bereich Straßenbeleuchtung erreichen“, weist Brick darauf hin, dass noch einige Umrüstungen ausstehen und er mit gut 65 Prozent Stromeinsparung rechnet. Und das obwohl in den vergangenen Jahren auch einiges an neuen Laternen durch neue Baugebiete hinzukam. Mit dem heutigen Strompreis berechnet, hat die Stadt schon jetzt eine jährliche Einsparung von etwa 225.000 Euro und sorgt für eine jährliche CO2-Einsparung von etwa 630 Tonnen.

4830 Straßenlampen weist die Statistik des Tiefbauamtes derzeit aus. Noch im Jahr 2009 „fraßen“ diese jährlich bis zu 2,244 Millionen Kilowattstunden. Aktuell beträgt der Verbrauch im Jahr 2018 insgesamt nur noch 1,175 Millionen Kilowattstunden. Die Kosten hierfür liegen bei jährlich etwa 283.000 Euro. Dennoch ist die Straßenbeleuchtung der größte Stromver­braucher der Stadtverwaltung Gaggenau. Das Konzept, das Verwaltung und Stadtwerke Gaggenau, die für die Unterhaltung der Lampen verantwortlich sind, im Jahr 2009 erarbeitet haben, „hat gegriffen“, stellt Brick fest. Teilweise waren die Lampen damals schon bis zu 50 Jahre alt. Ursprünglich sei nur die Erneuerung der ältesten und stromfressenden Beleuchtungsanlagen vorgesehen gewesen. Dabei wurden insbesondere die bisherigen Quecksilberdampf-Hochdrucklampen durch die gelb leuchtenden Natriumdampf-Hochdruckleuchten in Brennertechnik ausgetauscht. In den vergangenen fünf Jahren sei die Entwicklung der LED-Straßenbeleuchtung jedoch so positiv gewesen, dass es seitdem wirtschaftlicher sei, gleich die sehr sparsamen LED-Leuchtmittel einzubauen, erklärt Brick. Jede zweite Straßenlaterne, 2391 Stück, in Gaggenau ist bereits mit LED ausgestattet. Etwa 1270 Laternen (26 Prozent) funktionieren mit Natriumdampf und 851 (18 Prozent) sind Tube (röhrenförmiges Leuchtmittel, 50 Watt). Die restlichen werden mit Quecksilberdampf oder auch als Solarlampe betrieben. Die noch nicht umgerüsteten Lampen sollen in den nächsten fünf bis zehn Jahren durch moderne LED-Technik ersetzt werden. Bereits jetzt sei jedoch die Lichtverschmutzung deutlich zurückgegangen, weil die modernen LED-Lampen gezielt nur noch die Straße sowie Gehweg beleuchten. „Wir sind hier verpflichtet die DIN-Normen für die Beleuchtung einzuhalten, auch wenn dadurch manche Hof- oder Hauszugänge nicht mehr beleuchtet werden“, betont Jürgen Brick und verweist darauf, dass  hier die Bürger selbst in der Pflicht seien, beispielsweise den Zugang zum Briefkasten ausreichend zu beleuchten.