Der ehemalige derzeit ungenutzte Klassenzimmertrakt bei der Hebelschule soll zu einer Kindertageseinrichtung umgebaut werden.
Der ehemalige derzeit ungenutzte Klassenzimmertrakt bei der Hebelschule soll zu einer Kindertageseinrichtung umgebaut werden.
Quelle: StVw

Insgesamt 1163 Betreuungsplätze gibt es in Gaggenau. Doch schon jetzt reicht das Platzangebot in den 15 Kindertageseinrichtungen nicht aus, um den Bedarf an Plätzen und Betreuungszeiten abdecken zu können, erklärte Oberbürgermeister Christof Florus jüngst dem Gemeinderat. Seit Jahren verzeichnet die Stadt Gaggenau steigende Kinderzahlen und eine wachsende Nachfrage nach Kleinkindbetreuungsplätzen. Hinzu kommt, dass aufgrund des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz ab einem Jahr auch immer mehr Kleinkinder betreut werden sollen und auch die Wünsche nach längeren Betreuungszeiten steigen.  

Im Bereich der Plätze für Kinder unter drei Jahren ist bereits derzeit schon eine Lücke von knapp 40 Plätzen vorhanden. Dabei können in Krippen bereits Kinder ab sechs Wochen betreut werden. 156 Plätze gibt es aktuell für die allerjüngsten Kinder. 197 werden nach den Berechnungen benötigt, erklärte Abteilungsleiterin Liliana Erbesdobler. Auch beim Angebot für Kinder über drei Jahre klaffen ab dem Kindergartenjahr 2019/2020 größere Lücken zwischen Bedarf und vorhandenen Plätzen. Um den wachsenden Bedarf zu decken, seien bereits in einigen Einrichtungen Erweiterungen vorgenommen worden, verwies Erbesdobler auf die Erweiterung des katholischen Kindergartens St. Marien um eine Krippengruppe sowie die Einrichtung von einer weiteren Kita-Gruppe im Kinderhaus MurgWichtel. Neu ist auch der Waldkindergarten „Gaggenauer Waldhummeln“ mit einer Gruppe. Im Kindergarten St. Laurentius wurde eine Krippengruppe eingerichtet sowie je eine Gruppe um Ganztagesbetreuung und mit verlängerten Öffnungszeiten (VÖ) erweitert.

Auch der Kindergarten St. Antonius wurde um eine Krippen- und VÖ-Kindergartengruppe ergänzt. Zudem unterstützt die Stadt die Betreuung im Rahmen der Kindertagespflege.

Übergangsweise wurden zudem in der evangelischen Kindertagesstätte, im Kindergarten St. Marien sowie im städtischen Kindergarten Hörden je eine Gruppe für über Dreijährige geschaffen. Trotz dieser Maßnahmen reichen die Plätze nicht aus, stellte Erbesdobler fest. Dem Gremium wurde am Montagabend deshalb vorgeschlagen, den stillgelegten Klassentrakt unterhalb der Hebelschule zu einer Kindertageseinrichtung umzubauen.

Fünf Ganztagsbetreuungsgruppen mit 70 Plätzen könnten in dem Gebäude untergebracht werden. Geplant sind drei Krippengruppen für Kinder zwischen ein und drei Jahren sowie zwei Kindergartengruppen für Kinder im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt. Die neue Einrichtung könnte ihren Betrieb zum Kindergartenjahr 2020/2021 aufnehmen. Die Kosten für den Umbau samt Anschaffungskosten schätzt die Stadtverwaltung auf etwa 1,8 Millionen Euro.

Aktuell sucht die Stadt Gaggenau hierfür noch einen Träger und hat dafür die bereits in Gaggenau ansässigen Träger angesprochen. Für die Einrichtung rechnet die Stadt Gaggenau mit einem Personalbedarf von 16 pädagogischen Fachkräften, einer Hauswirtschaftskraft sowie Reinigungskräften und Hausmeister. Für die Essensausgabe ist eine Warmbelieferung durch einen Caterer vorgesehen. Der Gemeinderat stimmte den Planungen für eine neue Kindertageseinrichtung im Wiesenweg bei einer Enthaltung zu.