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Weißes Fest am 6. Juli 2019
© Stvw

„Über dieses Weißes Fest werden unsere Nachfahren noch in 800 Jahren reden können“ – mit dieser Vermutung dürfte Ortsvorsteher Ferdinand Schröder Recht behalten. Denn das außergewöhnliche Fest wird ganz sicher als besonderes Erlebnis für die Dorfgemeinschaft in die Annalen der Geschichte der heute rund 750 Einwohner zählenden Ortschaft eingehen. Aus einem Traum in Weiß wurde Wirklichkeit: Festorganisatorin Annette Fauth konnte es am Abend bei der Eröffnung kaum fassen „Es ist der Hammer, Ihr müsstet euch sehen – alles in Weiß“ – sichtlich gerührt freute sie sich über das Bild, das sich ihr von der Bühne aus bot: Eine 200 Meter lange offene Zeltreihe mit stilvoll eingedeckten Tischen und Bänken – selbstredend in weiße Hussen gehüllt, dazu gut 1000 nahezu weiß gekleidete Menschen, weiße Luftballons und weiße Blumen sowie unzählige weiße Accessoires. Auch Ortsvorsteher Ferdinand Schröder war von dem Anblick überwältigt und erklärte „da würde man gern die Zeit anhalten, um diesen Moment festzuhalten“. Ein Wunsch, der in der schnelllebigen Zeit oftmals in den Hintergrund gedrängt werde: „Heute aber können wir diesen Moment Hier und Jetzt genießen“. Beim Blick auf die weiße Tafel verspüre er Stolz, Glück und Freude.

Stolz auf das was geleistet wurde…

„Bei den Vorbereitungen und der Gestaltung zu den Feierlichkeiten zum 800. Geburtstag Freiolsheim, zeigten sich das Leistungsvermögen und der Zusammenhalt unserer Dorfgemeinschaft ganz deutlich. Mit viel Kreativität, Engagement und Herzblut wurden die Projekte im Jubiläumsjahr vorangetrieben“, erklärte Schröder. Ein besonderes Lob ging an dieser Stelle an Annette Fauth, die mit ihrer Kreativität und ihrem Einsatz einen hohen Anteil am Gelingen des Festtages hatte.

Glücklich hier sein zu können…

„..und zu erleben, dass so viele weiß gekleidete Freunde von Freiolsheim hier sitzen, denen es ein Bedürfnis war heute hier ein Teil der Dorfgemeinschaft zu sein. Ob sie nun aus Freiolsheim sind, oder es nach diesem Tag vielleicht anstreben werden. Es sei ein Glück, Mitstreiter gefunden zu haben, die sich für dieses Jubiläum ebenso begeistert haben  und keine Mühen gescheut haben, damit es in solch einem Glanz erstrahlt, resümierte Schröder glücklich.

Freude und Spaß am gemeinsamen Tun

„Welche Erfolge man mit Freude und Spaß erzielen kann, lässt sich heute leicht erkennen. Freude setze ich gleich mit Freunde. Viele Freunde Freilosheims sind heute gekommen, um mit uns dieses einmalige Ereignis zu feiern“, so der Ortsvorsteher.

Danke an die Vorfahren:

Der Rückblick auf 800 Jahre Freiolsheim erfülle einen aber auch mit Demut und Ehrfurcht vor den Menschen, den zumeist unbekannten, und einfachen Menschen. Menschen die sich hier in Freiolsheim niederließen, hier blieben, hier arbeiteten, hier über Jahrhunderte lebten und damit den Grundstein für das heutige Freiolsheim  legten. „Dieses Erbe wollen wir erhalten und pflegen, um unseren folgenden Generationen die Möglichkeit zu bieten mit Stolz sagen zu können, welch ein Glück und welche eine Freude es ist ein „Freilsemer“ zu sein“.

Warum ein weißes Fest?

Viele haben die Frage vorab gestellt. Am Samstag wurde für alle, die das Ambiente miterlebten und Teil der „weißen Gemeinschaft“ waren, deutlich welche Symbolkraft hinter dem Gedanken des Weißen Festes steckte. Es strahlte Schönes aus, gab dem Fest eine elegante Note und verband die unterschiedlichen Besucher zu einer Gemeinschaft.

„Weiß symbolisiert Vollkommenheit und Ideale wie den Frieden“, resümierte Schröder.

Lob für die Freiolsheimer

Die Freiolsheimer kennzeichne seit eh und je ein großer Zusammenhalt und bürgerschaftliches Engagement, gratulierte Oberbürgermeister Christof Florus der Dorfgemeinschaft zu ihrem umfangreichen Jubiläumskalender. „Hier wurde Großartiges geleistet“, lobte er  den großen Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft und die intakte Vereinslandschaft, „auf die in Freiolsheim nach wie vor gebaut werden kann“. Mit Freiolsheim habe Gaggenau nicht nur mit Blick auf die Industriegeschichte deshalb viel hinzugewonnen, stellte er in seinem kurzen geschichtlichen Abriss fest, dass sich Freiolsheim kontinuierlich entwickelte. Noch im Jahr 1700 zählte der Ort gerade einmal 30 Einwohner, heute sind es rund 750. Sein Dank galt Ortsvorsteher Schröder und seiner Stellvertreterin Heide Glasstetter, die den Arbeitskreis zum Jubiläum koordinierte.

34 Veranstaltungen an 40 Tagen

Sie wies in ihrer Ansprache daraufhin, dass sich die Besucher noch auf viele Veranstaltungen freuen können. Insgesamt sind 43 Veranstaltungen im Jubiläumsjahr geplant; noch nicht einmal die Hälfte der Termine hat bislang stattgefunden. Darüber hinaus wurden über 700 Holzblumen in ganz Freiolsheim aufgebaut, am Ortseingang aus Holz eine „800“ gefertigt  sowie eigene Tische aus Paletten – „alles um dem Necknamen als Holzschuhbohrer gerecht zu werden“, erklärte sie. „Die Vergangenheit nehmen wir zum Anlass, in der Gegenwart gemeinsam zu feiern,       um die Zukunft unserer Dorfgemeinschaft weiterhin aktiv und lebendig zu gestalten“, fasste Heide Glasstetter den Gedanken des Jubiläumsmottos zusammen und dankte allen für ihren Einsatz und ihre Ideen.

Freiolsheimer Kreativität grenzenlos

Auf der „weißen Meile“ gab es viele Beispiele des Freiolsheimer Einfallsreichtums. Da war zunächst das am Abend angestrahlte Rathaus, das zusätzlich mit Papiergirlanden in ein ganz neues Licht gerückt wurde und zudem als Kulisse für den Freiolsheimer „Strand“ diente. Zwischen Sand, Sitzkissen und Liegestühlen konnten Cocktails geschürft, die laue Nacht und die Musik genossen werden. In den Höfen hatten gastronomische Betriebe Stände aufgeschlagen, um eine Speisekarte bieten zu können, die sich deutlich von klassischen „Festgerichten“ abhob, so dass auch kulinarisch Akzente gesetzt wurden. Zum Verweilen lud die Ausstellung „Mein Freiolsheim“ ein, an der sich die Kindergartenkinder mit ihren „Liebeserklärungen“ zu Freiolsheim ebenso beteiligten wie Bürger, die Zuhause nach alten Relikten und Bildern Ausschau gehalten hatten.

Vielfältige Unterhaltung auf der weißen Meile

Daneben spielte Lea Abendschön Gitarre und sang einfühlsam. Unterwegs auf der Meile sorgten Zauberer Alexander Mabros und Jongleur Lukas für beeindruckende Einlagen. Die Rastatterin Olga Theil ergänzte den liebevoll mit vielen Details geschmückten Festbereich durch weitere weiße und naturbelassene kunstvolle Arrangements. Festliche Blasmusikklänge gab es zunächst zur Eröffnung mit dem Musikverein Harmonie, bevor am Abend die Band Chris Cosmo zum Tanzen und Mitschwingen animierte. Den lateinamerikanischen Rhythmen konnte sich kaum einer entziehen. Glücklicherweise wurde der Höhenstadtteil von dem Unwetter an diesem Abend nur gestreift und konnte noch in den Zelten weitergefeiert werden.  Unterstützt wurden die Festlichkeiten insbesondere durch den Premiumpartner „Sparkasse Baden-Baden Gaggenau“.