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Zwei Fasnachterinnen mit Bauchläden
Michaela Scheffold und Gerlinde Stolle mit "Heiß und Fettig"
© Stadt Gaggenau

17.2.26

Im Woolworth-Saal wurde am Montag Tacheles geredet: Bei der traditionellen närrischen Ratssitzung am Rosenmontag nahmen die Narren kein Blatt vor den Mund.
Allen voran gab sich Paco Palma Diaz in seiner letzten Sitzung als schlagfertiger Sitzungspräsident. Seit Donnerstag sei die Rathausspitze entmachtet und die Fastnachter im Besitz von Akten und Kasse. „Doch da waren nur fünf Cent drin. Das Wertvollste war ein Taschentuch – mit der DNA des OB“, berichtete er. Die Rechte am Bürgersaal seien ebenfalls verkauft, begrüßte er deshalb im „Woolworth-Saal“ die närrischen Besucher.

Ums Geld ging es auch dem OCC. Für die Ottenauer Vereine beantragte Walter Then einen „Womo-Platz“ bei der Merkurhalle. Der Name Womo für Wohnmobil sei schon eingetragen und bringe jeweils 50 Euro pro Nennung. Dazu 10 Euro Parkgebühr. Die Einnahmen sollen nach dem Ottenauer Modell 60:40 geteilt werden. Während Schmalzloch zustimmte, gab Petra Zink von der GroKaGe zu bedenken, dass sie schneller waren und den Namen schon eingetragen haben: 75 Euro seien angemessener.

 Die Schäger aus Michelbach wünschten sich dagegen neue Toiletten für mehr Sitzkomfort sowie Vogelgezwitscher auf den stillen Örtchen. Neue Stühle brauche es auch für die Hallen in Hörden und Michelbach, waren sich die „Räte“ einig.

 Die Vertreter der SPD (Marvin Gantner, Sophia Mühlhäuser, David Pfrommer, Gerd Pfrommer, Alexander Prohaska und Björn Stolle) schlüpften in die Rollen von Hausmeister, Schülern und Lehrer und verwoben geschickt Schulwitze mit Gaggenauer Gegebenheiten. Welche Gaggenauer Großprojekte haben vier Silben? Die Traischbachhalle, rief bei Lehrer Stolle ein „Schön, schön, schön, schön“ hervor. Ebenso das City-Kaufhaus. Nur das „Parkhohotel“ von Marvin nicht. Die Botschaft der SPD – sie wünschen sich gewaltfreie Bildungseinrichtungen in Gaggenau.

Über die Regeln zum Witzeerzählen philosophierte Juan Ebi von der Freien-Witze-Partei (Freie Wähler). Was ist noch politisch korrekt, was nicht? Zu den sogenannten Streichwitzen gehören auch Witze über Minderheiten und Gruppen. Beispiel: „In Michelbach ist jeder mit jedem verwandt, egal wie viele Füße es hat.“ Die Döner-Invasion im Blick hatten Gerlinde Stolle und Michaela Scheffold, die aus ihren Bauchläden andere Leckereien verteilten und für Wienerle und Maultäschle warben. Einen Fanshop für die Rathaus-Mannschaft richteten Andreas Paul, Rudi Drützler, Roland Purkl, Frank Schnepf, Christian Kientz und Dorothea Maisch im ehemaligen Kaufhaus ein. Das Ziel auch hier: Geld für die Stadt zu gewinnen – am besten mit dem Verkaufsschlager Trikots mit dem Konterfei von OB und BM. Mit bekannten Schlagern griff die CDU Gaggenauer Themen musikalisch  auf.

Während der Fanfarenzug den Besuchern zum Start der Sitzung einheizte, luden die Saubergspatzen während des Programms immer wieder zu rhythmusreichen Stimmungsliedern zum Mitmachen ein. Der arbeitslose Bürger Pfeiffer war ebenso gefordert und durfte auch mal den Hut aufziehen.