Bunte Vielfalt

Forstrevier Gaggenau (Gaggenau, Ottenau, Hörden, Selbach)
Leitung: Jochen Müller
Parkgasse 4
76571 Gaggenau
Telefon: 07225 / 2286
Mobil: 0172 / 7427565
E-Mail:

Öffnungszeiten

Sprechstunde
in der Forstbezirksleitung Gaggenau
(altes Rathaus Bad Rotenfels)
Donnerstag 16.00 – 17.00 Uhr

Forstrevier Oberweier (Oberweier, Freiolsheim, Bad Rotenfels, Kuppenheim, Muggensturm)
Leitung: Martin Melcher
Untere Hafnerstraße 9
76532 Haueneberstein
Telefon: 07221 / 801741
Mobil: 0173 / 3049623
E-Mail:

Öffnungszeiten

Sprechstunde
im Rathaus Kuppenheim
Donnerstag 16.00 – 17.00 Uhr

Brennholzbestellungen
bitte an forstrevieroberweier@gmx.de

Der Stadtwald Gaggenau ist 1.600 Hektar groß und erstreckt sich vom Tal der Murg über die Hänge der Vorbergzone bis auf 759 Höhenmeter am Mauzenberg. Es ist ein bunter Mischwald aus Buchen und Weißtannen, Douglasien, Eichen, Kiefern, Fichten und Lärchen. Er wird seit Jahrzehnten naturnah bewirtschaftet und dient der Bevölkerung als Erholungsraum, zur Trinkwasserversorgung, als Rohstoff- und Brennholzlieferant, Habitat für viele Tier- und Pflanzenarten und nicht zuletzt sorgt er für ein ausgeglichenes Klima im vorderen Murgtal.

Der Stadtwald ist aus den ehemaligen Gemeindewäldern der eingemeindeten Ortsteile entstanden. Der zweite große Waldbesitzer auf Gaggenauer Gemarkung ist das Land Baden-Württemberg mit 1.900 Hektar. Die Fläche wird von ForstBW verwaltet. Zahlreiche oft sehr kleine Waldparzellen sind in Privatbesitz. Insgesamt sind 56 Prozent der Fläche Gaggenaus bewaldet, was einen vergleichsweise hohen Wert darstellt.

Ansprechpartner Staatswald

Revier: Eichelberg
(Stadtteil Bad Rotenfels, Michelbach,
Sulzbach)
          Revier: Baden-Baden
(Gemarkung Kuppenheim
(hinter dem Unimog-Museum))
          Revier: Frauenalb
(Mittelberg)
  
 
Förster
Andreas Bach
Tel.: 0172 / 578 5909
E-Mail: andreas.bach@forstbw.de
                
Förster
Stefan Weissinger
Tel.: 0162 / 239 8941
E-Mail: stefan.weissinger@forstbw.de
              

 
Försterin

Silke Bommer
Tel.: 0173 / 617 8204
E-Mail: silke.bommer@forstbw.de

Forstreviere

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Holz - ein besonderer Brennstoff

Brennholz lang (Polterholz) 57 € / Festmeter inkl. MwSt

Ausgeastete Stämme die bereits am Fahrweg lagern und dort nur noch eingeschnitten und abtransportiert werden müssen. Hartholz Buche, Eiche, Esche, Ahorn, in geringem Umfang auch Nadelholz für 40 €/Fm.

Flächenlos (Schlagraum, Reisschlag) 5-15 €/ Ster je nach Qualität und Erreichbarkeit

Waldfläche die zugeteilt wird, auf der Hiebsreste (v.a. Kronenholz) oder dünnere Durchforstungen (zum selber umsägen) zu Brennholz aufgearbeitet werden können.

Sterholz (Schichtholz)

Wird im Stadtwald nicht mehr angeboten, kann aber bei etlichen örtlichen oder regionalen Händlern bezogen werden.

Die Brennwerte beziehen sich auf lufttrockenes Holz mit ca. 15 Prozent Restfeuchte ohne Rinde, der Rindenanteil ist baumartspezifisch abgezogen. Frisches, feuchtes Holz brennt schlecht, qualmt stark, heizt weniger, verrußt den Ofen samt Schornstein und belastet die Umwelt.

Baumart

Brennwert (kWh)

 

Laubholz

 je Kilogramm

 je Raummeter

 je Festmeter

 

 

 

 

Buche

4

2100

2900

Hainbuche

4

2400

3300

Eiche

4,2

2000

2900

Robinie

4,1

2100

3150

Esche

4,2

2100

2900

Birke

4,3

2000

2800

Ahorn

4,1

1900

2600

Baumart

Brennwert (kWh)

 

Nadelholz

 je Kilogramm

 je Raummeter

 je Festmeter

Fichte

4,5

1500

2100

Douglasie

4,4

1600

2250

Kiefer

4,4

1650

2300

Vergleich

 

 

 

Heizöl

11,82

 

 

Steinkohle

8

 

 

Bestellen Sie in der Zeit vom 1. Oktober bis 30. November jeden Jahres ihr Brennholz direkt beim zuständigen Revierförster.

Nach Beendigung der einzelnen Holzhiebe werden dann die Flächenlose vor Ort im Wald verlost oder zugeteilt und das Brennholz - lang wird ebenfalls zugeteilt.

Auf Grund der hohen Nachfrage und des begrenzten Angebots kann nicht allen Kundenwünschen entsprochen werden.

Der Kauf von Brennholz im Wald, welches Sie selbst aufarbeiten möchten, ist an Bedingungen geknüpft.

Der Stadtwald Gaggenau ist nach dem anerkannten Waldzertifizierungsstandard  PEFC - zertifiziert. Dieses Zertifikat zeichnet die naturnahe und nachhaltige Bewirtschaftung des Stadtwaldes  aus.

Zur Einhaltung der Standards benötigen wir Ihre Mithilfe.

Die richtige Aufarbeitung

Vom Revierleiter markierte Bäume dürfen nur im unbelaubten Zustand gefällt werden. Wege, Gräben und Böschungen innerhalb des Loses sind frei zu räumen. Der Zeitraum für die Aufarbeitung des Flächenloses endet aus Naturschutzgründen am 30. April.

Zu Ihrer Sicherheit sind Regeln zur Unfallverhütung einzuhalten. Beispielsweise ist Alleinarbeit mit Motorsäge oder Seilwinde nicht erlaubt. Personen unter 18 Jahren dürfen nicht mit der Motorsäge arbeiten.

Grundsätzlich sollten Sie nachweisen, dass Sie im Umgang mit der Motorsäge ausreichende Erfahrung haben. Wir setzen die Teilnahme an einem Motorsägenlehrgang voraus. Für Ihre eigene Sicherheit ist bei der Arbeit mit der Motorsäge die persönliche Schutzausrüstung zu tragen.

Haftung

Der Forstbetrieb haftet nicht für Schäden, die dem Brennholzkunden bei der Aufarbeitung und Abfuhr des Holzes, sowie bei der damit verbundenen Benutzung der Waldwege entstehen.

Für Schäden gegenüber Dritten haften die Kunden selbst. Es besteht kein Unfallversicherungsschutz von Seiten des Forstbetriebs.

Zulässig sind nur Maschinen, Geräte und Werkzeuge, die sich in einem betriebssicheren Zustand befinden und nach Möglichkeit durch eine forsttechnische Gebrauchswertprüfung (FPA-Zeichen) anerkannt sind.

Bei der Arbeit mit der Motorsäge ist nur biologisches Kettenöl (z.B. Salatöl) zu verwenden. Aus Rücksicht auf Ihre Gesundheit empfehlen wir Ihnen Sonderkraftstoff  einer herkömmlichen Öl-Benzin Mischung vorzuziehen.

Der Einsatz von Seilwinden ist nur nach Absprache mit dem Revierleiter möglich; Seilzugarbeiten müssen zur Vermeidung von Rückeschäden bis Ende Februar abgeschlossen sein.

Fahren im Wald

Das Fahren im Wald ist grundsätzlich nicht erlaubt. Zum Aufarbeiten und Abfahren des Holzes erhalten Sie die Befugnis zum Befahren von Wegen mit max. 30 km/h. Es gilt die Straßenverkehrsordnung.

Das Befahren der Waldflächen außerhalb der gekennzeichneten Rückegassen ist aus Gründen des Bodenschutzes nicht erlaubt.

Brennholz richtig lagern

Wertvolles Brennholz entsteht erst durchs Trocknen. Die Mindestlagerdauer: Nadelholz 1 Jahr, Laubholz 2 Jahre.

Holz möglichst in gebrauchsfertige Längen zersägen und spalten. Kleinere und gespaltene Stücke trocknen schneller.

Helle Holzarten wie Buche und Ahorn 'versticken' bei ungespaltener Lagerung, d. h. Pilze beginnen das Holz zu zersetzen und vermindern dadurch stark den Brennwert.

Holz locker stapeln, wegen guter Luftzirkulation auf Unterlage und auch hinter der Holzbeige einen Spalt lassen. Holzbeige möglichst winddurchlüftet und sonnig anlegen und Holzbeige von oben vor Regen schützen.

Ausnahme:

Eichen-Brennholz sollten Sie vor dem Abdecken einen Sommer offen liegen lassen, damit die feuchtigkeitsbindenden Gerbstoffe ausgewaschen werden.

Das Brennholz darf nicht im Wald gelagert werden, bitte bestellen Sie nur so viel Holz wie Sie auch zu Hause lagern können.

Waldwirtschaft in Gaggenau

Tannen - Naturverjüngung unter Altholzschirm

Die Bewirtschaftung erfolgt nach den Grundsätzen der „Naturnahen Waldwirtschaft“. Wir entnehmen die Bäume einzeln, so entstehen bei der Ernte keine größeren Kahlflächen. Im Halbschatten des Altbestandes verjüngen sich die Wälder, eine Pflanzung ist meist entbehrlich. Ist die Naturverjüngung groß genug, lichten wir den Altbestand auf.

Die natürliche Waldverjüngung liegt im Stadtwald aktuell bei circa 80 Prozent. Unter vielen Altbeständen ist eine vor allem aus Rotbuche und Weißtanne bestehende Naturverjüngung zu sehen. Zum langfristigen Erhalt lichtbedürftiger Baumarten (Traubeneiche, Waldkiefer) schaffen wir punktuell Freiflächen. Vor allem zur Begründung von Eichenwäldern sind künftig Pflanzungen notwendig.

Unsere nachhaltige Waldbewirtschaftung ist zertifiziert nach den Standards des PEFC Deutschland.

Die Baumarten und ihre Anteile am Gesamtbestand

Holzernte und -verwendung im Stadtwald

Der durchschnittliche Holzvorrat wird in Festmetern pro Hektar (Fm/ha) angegeben. Bei der Waldinventur 2015 betrug er 322 Fm/ha. Im Vergleich zu der letzten in 2006 hat er um ca. 14 Fm/ha zugenommen. Das bedeutet, dass in diesem Zeitraum mehr Holz nachgewachsen ist, als genutzt wurde. 

Bis 2024 ist geplant, jährlich ca. 10.000 Fm zu ernten. Damit liegt die Ernte weiterhin unter dem laufenden Zuwachs. 

Holz ist seit Jahren ein stark nachgefragter Rohstoff. Das derzeitige Preisniveau erlaubt eine gewinnbringende Waldwirtschaft. Im Zeitraum 2006 bis 2014 wurde im Stadtwald ein durchschnittlicher Überschuss von 140.000 € pro Jahr erzielt.   

Das Holz wird meist an regionale Sägewerke verkauft. Nadelholz bevorzugt die Bauwirtschaft, Laubholz geht in die MöbelindustrieMindere Qualitäten werden z.B. zu Spanplatten oder Papier verarbeitet.

Der Brennholzbedarf ist deutlich gestiegen. Heute wird etwa ein Viertel des Gesamteinschlages an Gaggenauer Bürger verkauft. Der Wald wird so zur lokalen Energieversorgung genutzt.

Die Holzverwendung schont die Umwelt, weil es sich um einen vor Ort wachsenden Rohstoff handelt. Jeder Holzeinsatz (z.B. Fußboden, Dachstuhl, Kachelofen) reduziert den Verbrauch fossiler Rohstoffe. Neben dem Wohnklima wird auch das globale Klima positiv beeinflusst.

Unsere Waldwege

Zur Abfuhr des Holzes unterhalten wir ein Wegenetz von ca. 130 km Länge. Schmale Wanderwege säubern wir einmal jährlich mit dem Freischneider. Vor allem in den unteren Lagen des „Rotliegenden“ kommt es nach starkem Regen immer wieder zu Erdrutschen mit der Folge einer aufwändigen Sanierung.

Für die bestandsschonende Holzernte bilden wir im Abstand von ca. 40 m sog. 'Rückegassen'. Bei einer Gassenbreite von 3 - 4 m erreichen wir einen Anteil von weniger als zehn Prozent an befahrener Waldfläche.
So wird die Befahrung des Waldbodens effizient organisiert und flächige Bodenschäden vermieden.

Das Foto zeigt einen schönen Herbstwald bei Sonnenschein entlang eines Waldweges

"Willi-Echle-Erlebnispfad"

Dieser Naturlehrpfad wurde im Jahr 1970 von dem Gaggenauer Lehrer Willi Echle angelegt und im Jahr 2020 erneuert. Auf 8 Stationen werden einzelne Aspekte des vielfältigen Themas Wald vorgestellt, wobei der Schwerpunkt auf den verschiedenen Waldlebensräumen und ihren Bewohnern liegt.

Als Besonderheit können  mit der Gaggenauer Bürger App in einer interaktiven Karte und online über die Homepage der Stadt Gaggenau weitere spannende Informationen sowie ein Audioguide für jede einzelne Station abgerufen werden.

mehr

Naturschutz im Stadtwald Gaggenau

Für den Stadtwald existiert ein Naturschutzkonzept. Wichtigster Bestandteil ist das Alt- und Totholzkonzept mit 'Waldrefugien' und 'Habitatbaumgruppen'. Hier dürfen die Bäume wachsen und altern bis an ihr natürliches Lebensende. Die ausgewählten Flächen sind jetzt schon die 'Hotspots' der Artenvielfalt und werden im Lauf der Zeit immer mehr an ökologischem Wert gewinnen. Wie es dort in hundert Jahren aussehen wird, wissen wir nicht. Wir hoffen, dass dort dann einheimische Laubbäume in bislang unbekanntem Alter und Dimension zu sehen sein werden. 

Waldrefugien: Fünf Prozent der Stadtwaldfläche sind „Waldrefugien“. In diesen Beständen wird kein Holz mehr eingeschlagen. Die Bäume können alt werden und Totholz anreichern. Ausgewählt wurden vor allem alte Eichen- und Buchenwälder. 

Habitatbaumgruppen: Gruppen von zehn bis fünfzehn Bäumen, die nicht mehr genutzt werden. Es handelt sich um Bäume mit ökologisch wertvollen Strukturen wie Spechthöhlen und Totholz. Habitatbaumgruppen sind über die gesamte Waldfläche verteilt und vernetzen die Waldrefugien.

Wichtige Tierarten für den Waldnaturschutz

Für bestimmte Tierarten haben wir spezielle Schutzprogramme. Arten wie der Schwarzspecht werden durch die Erfassung und Sicherung ihrer Bruthöhlen geschützt. Andere wie die Gelbbauchunke benötigen eine alljährliche aktive Lebensraumgestaltung.

Die ausgewählten Arten stehen auch stellvertretend für typische Waldlebensräume und Lebensgemeinschaften. Notwendige Schutz- maßnahmen werden von uns in die reguläre Waldbewirtschaftung integriert.