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Das Foto zeigt eine Kläranlage.
In der Kläranlage wird das Abwasser aufbereitet. Die Gebühren steigen Anfang 2026.
© Stadt Gaggenau

20.11.2025

Die Gebühren für Abwasser und für Niederschlagswasser steigen zum 1. Januar 2026. Dies beschloss der Gemeinderat am Montag mehrheitlich. Grund ist unter anderem die gestiegene Umlage an den Abwasserverband Murg, der die vierte Reinigungsstufe in Betrieb nimmt.

Die Schmutzwassergebühr in Gaggenau wird von bisher 1,73 Euro je Kubikmeter auf 2,14 Euro angehoben. Die Niederschlagswassergebühr steigt von 0,51 Euro auf 0,65 Euro je Quadratmeter. Für einen durchschnittlichen Drei-Personen-Haushalt mit einem Frischwasserverbrauch von 130 Kubikmeter im Jahr entsteht beim Schmutzwasser eine Mehrbelastung von 53,30 Euro im Jahr. Auf den Monat heruntergerechnet sind dies 4,44 Euro. Die Mehrbelastung bei der Niederschlagswassergebühr beträgt für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit einer versiegelten Fläche von 120 Quadratmetern 16,80 Euro im Jahr, also 1,40 Euro im Monat.

Für die Abwasserbeseitigung gilt: Es sind grundsätzlich kostendeckende Gebühren zu erheben. In die Berechnungen mit einbezogen wurden neben den Planzahlen des Eigenbetriebs Abwasserbeseitigung die zu erwartenden Umlagezahlungen an den Abwasserverband Murg, der für die Sammlung und Reinigung des Abwassers zuständig ist. In die Gebührenkalkulation flossen auch anteilig 387.000 Euro aus der Kostenüberdeckung aus dem Jahr 2021 sowie anteilig 265.000 Euro aus der Kostenunterdeckung aus dem Jahr 2024 mit ein. „Ohne diese Unter- und Überdeckungen aus Vorjahren läge die Schmutzwassergebühr bei 2,28 Euro pro Kubikmeter und die Niederschlagswassergebühr bei 0,62 Euro pro Quadratmeter“, rechnete Kämmerer Sascha Maier dem Gemeinderat vor. „Selbst mit der Erhöhung liegen wir in Gaggenau unter dem Landesdurchschnitt und im unteren Bereich der umliegenden Kommunen.“

Die Erhöhung der Gebühren zum 1. Januar 2026 resultiert überwiegend aus der vierten Reinigungsstufe im Gruppenklärwerk Gaggenau, die im 4. Quartal 2025 in Betrieb geht. Diese baut schwer abbaubare Spurenstoffe ab, die aus Reinigungsmitteln, kosmetischen Produkten oder medizinischen Substanzen stammen. Durch die Abschreibungen und höheren Betriebskosten dieser Anlage steigt die Umlage erheblich an. Mitte des Jahres 2026 wird die vierte Reinigungsstufe auch im Gruppenklärwerk Rastatt in Betrieb gehen, was bei den beteiligten Kommunen ebenfalls zu Gebührenanpassungen führen wird.