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Das Foto zeigt einen Schmetterling.
Der Wiesenknopf-Ameisenbläuling gehört zu den Zielarten.
© Planungsbüro INULA

02.07.24

Zu einem Abstimmungstermin in Sachen Biotopverbundplanung kamen kürzlich Vertreter der Fachbehörden und Träger öffentlicher Belange im Gaggenauer Rathaus zusammen. Steffen Wolf des von der Stadt beauftragten Instituts für Naturschutz und Landschaftspflege (INULA) berichtete über den aktuellen Stand der Planungen und über die Maßnahmen, die sich daraus ergeben. Mit in die Konzeption einbezogen worden waren wertvolle Hinweise von Gebietskennern, also von sachkundigen Bürgern.

Sie hatten dem Planungsbüro INULA Hinweise gegeben, welche Gebiete sie selbst als schützenswert empfinden und welche seltenen Arten dort gesichtet wurden. Ziel der Biotopverbundplanung ist es, die Artenvielfalt zu schützen und die Voraussetzung zu schaffen, dass sich wieder mehr Arten ansiedeln können. Der größte Teil der offenen Flächen, also der Flächen, die weder besiedelt noch bewaldet sind, sind Wiesen und Streuobstwiesen, doch es gibt in Gaggenau auch Felsbiotope und Feuchtgebiete. 

Inzwischen sind die Untersuchungen im Gelände abgeschlossen, und ein Maßnahmenplan wurde erstellt. Auf dieser Grundlage sollen nun verschiedene Maßnahmen umgesetzt werden, um die Wiesen, Lebensräume trockener Standorte und Feuchtgebiete zu schützen und gegebenenfalls so wiederherzustellen, dass sich bestimmte Arten vermehren oder ansiedeln können.

Laut Steffen Wolf gelten 581 Hektar als verifizierte Kernflächen, also besonders schützens- und erhaltenswerte Gebiete. Dies entspricht neun Prozent der Gesamtfläche von Gaggenau. Den größten Teil der Kernflächen bilden die mittleren Standorte mit 435 Hektar. Dazu gehören die Wiesen und Streuobstwiesen. 96 Hektar sind feuchte Standorte – etwa die Salzwiesen zwischen Selbach und Ottenau. Trockene Standorte – beispielsweise Felsbiotope – sind auf einer Fläche von 50 Hektar zu finden.

22 Arten wurden als Zielarten aus folgenden Gruppen definiert: Reptilien und Amphibien (fünf Arten), Insekten (zehn), Vögel (drei), Säugetiere (zwei) sowie Fische und Krebse (zwei). Kriterien für die Auswahl waren unter anderem, dass sie repräsentativ für bestimmte Lebensräume sind und als selten beziehungsweise gefährdet eingestuft wurden. Als Beispiele für die Zielarten wurden die Gelbbauchunke, die Wiesenknopf-Ameisenbläulinge (Schmetterling), der Wendehals (Vogel) und Steinkrebs genannt. Hinzu kommen lokale Besonderheiten, auf die unter anderem die Gebietskenner die Fachleute aufmerksam gemacht hatten: der Große Puppenräuber (Käfer), der Körnerbock (Käfer) sowie die Späte Ziest-Schlürfbiene.

Die Stadt Gaggenau ist – wie alle anderen Kommunen auch – dazu verpflichtet, sich am länderübergreifenden Biotopverbund zu beteiligen. Dies ist eine gesetzliche Vorgabe. Das Ziel: die Vernetzung aller Biotope landesweit und auch länderübergreifend zu erhalten und funktionsfähige ökologische Wechselbeziehungen wiederherzustellen. Nur so ist der Erhalt unserer biologischen Vielfalt möglich.