28.11.2020
Wenn auf Bundes- oder Landesebene Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie beschlossen werden, obliegt es den Kommunen die Vorgaben umzusetzen, der Bevölkerung zu erläutern und sie auf Gaggenauer Gegebenheiten anzuwenden. Am Montag gaben der Leiter des Ordnungsamtes Dieter Spannagel sowie Hauptamtsleiter Georg Feuerer dem Gemeinderat Einblick in die Umsetzung der Maßnahmen. Bereits seit März hat die Stadtverwaltung einen Krisenstab eingerichtet, der bis heute regelmäßig tagt und berät. Diesem Stab gehören neben Oberbürgermeister Florus und Bürgermeister Pfeiffer, mehrere Amts- und Abteilungsleiter aus den besonders betroffenen Fachgebieten an.
„Der zweite Lock-Down traf uns nicht unvorbereitet, wir konnten auf vieles zurückgreifen vom Frühjahr“, resümierte Feuerer, „dass sich vieles beim ersten Lock-Down bewährt habe“. Froh zeigte sich der Amtsleiter darüber, dass zu keiner Zeit das Rathaus komplett geschlossen werden musste. Auch wenn vieles über Terminvereinbarung organisiert wurde, so konnten die Bürger dennoch ihre Anliegen im Bürgerbüro und Sozial- sowie Ausländerwesen regeln. Strenge Hygienevorgaben gelten nicht nur für die Besucher des Rathauses, sondern auch für die übrigen städtischen Einrichtungen wie die Bibliothek. Einbahnstraßenregelungen, Begrenzungen auf Maximalzahlen oder zeitweise auch Zutrittskontrolle, sorgten dafür, dass der Betrieb weitergehen konnte. Dazu trugen auch interne Maßnahmen für die Mitarbeiter bei, die unter anderem vermehrt im Schichtsystem oder im Home-Office arbeiten. Maskenpflicht, höhere Reinigungsintervalle, Maßnahmen zur Kontaktreduzierung sowie die Aussetzung von Seminaren und Fortbildungen, trugen dazu bei, dass es bisher kaum Infektionsfälle im Rathaus gab.
Viel zu regeln, zu beraten und zu klären galt es auch im Bereich der Schulen und Kindergärten, berichtete Feuerer. So gab es zeitweise Engpässe bei der Schulkindbetreuung, da Mitarbeiter aufgrund der Vorgabe zur Kontaktreduzierung nicht mehr in mehreren Einrichtungen eingesetzt werden konnten. So haben zeitweise auch Mitarbeiter aus dem Rathaus ausgeholfen. Aktuell werden die Gaggenauer Schulen mit CO-2 Sensoren versorgt, die das Lüftungsverhalten unterstützen sollen.
861 Gaggenauer waren seit Oktober 2020 bereits in Quarantäne
Ebenfalls mehr Personal benötigte in den letzten Wochen das Ordnungsamt, das seit Oktober für die Anordnung der Quarantäne zuständig ist. Bis zum vergangenen Montag, 23.November 2020, musste das Ordnungsamt 861 Kontaktpersonen die Quarantäne anordnen. Am Montag waren in Gaggenau noch 92 Personen in Quarantäne, darunter sieben Lehrkräfte, ein gutes Dutzend Schüler, zwei Erzieherinnen und einzelne Kindergartenkinder.
Ebenfalls viel Raum und vor allem hohen Beratungsbedarf nimmt die Überwachung der Ein- und Rückreisenden ein. „Hier gibt es sehr Informationsbedarf bei den Einreisen“, berichtete Spannagel. Bislang haben sich in Gaggenau bis zum 23. November 1183 Personen gemeldet, die aus Risikogebieten zurück nach Gaggenau gekommen sind. Die meisten von ihnen reisten über den Sommer bis Oktober ein. Bei Kontrollen und Anrufen sei den wenigsten bewusst gewesen, dass sie sich zusätzlich zur Aussteigerkarte beziehungsweise nun zusätzlich zur digitalen Anmeldung auch beim Ordnungsamt melden müssen. Teilweise wurde davon ausgegangen, dass dies ausreichend ist, wenn das Testergebnis negativ ist. Der Ordnungsamtsleiter betonte deshalb nochmals deutlich, dass alle, die aus Risikogebieten ein- und rückreisen, sich in allen Fällen beim Ordnungsamt melden müssen.
Am vergangenen Montag habe es in Gaggenau insgesamt 308 bestätigte infizierte Personen gegeben, berichtete Dieter Spannagel. Aktuell sind es noch 30 (Stand 27. November 2020). Die Statistik zeige, dass es zwischen den Fällen kaum Verbindungen gibt und auch keine Hot-Spots zur Verbreitung beigetragen haben. Zumeist seien ganze Familien betroffen. Insgesamt spiegle die Zahl den Proporz der Einwohnerzahlen wieder. So entfallen auf die Kernstadt gut 50 Prozent aller Fälle, die übrigen verteilen sich auf die Ortsteile; wobei Bad Rotenfels mit 15 Prozent und Ottenau sowie Sulzbach mit jeweils zehn Prozent weiter vorne liegen.
