Das Foto zeigt einen Schmetterling.
Der Wiesenknopf-Ameisenbläuling gehört zu den Zielarten.
© Planungsbüro INULA

Die Erstellung eines Biotopverbundplanes für die Stadt Gaggenau wurde am 24. Oktober 2022 im Gemeinderat beschlossen. Das Institut für Naturschutz und Landschaftsanalyse - INULA – hat den Biotopverbundplan für Gaggenau erstellt. Dieser liegt seit August 2025 vor. Ziel der Biotopverbundplanung ist es, Verbindungen von Lebensräumen und Lebensgemeinschaften zu bewahren und an geeigneten Stellen Wechselbeziehungen wiederherzustellen.

Sollten Sie Fragen oder Anregungen zum Biotopverbund in Gaggenau haben, dann setzen Sie sich gerne mit der Umweltabteilung der Stadtverwaltung Gaggenau in Verbindung: 
Tel: 07225 962-577
E-Mail: umwelt@gaggenau.de

Was bedeutet...

Der Begriff Biotopverbund beschreibt die Schaffung eines Netzes von einzelnen Biotopen (Lebensräumen für Arten), die miteinander verbunden sind bzw. durch bestimmte Strukturen in Kontakt miteinander stehen. Der Biotopverbund ist dann gegeben, wenn zwischen gleichartigen Lebensräumen liegende Flächen für Organismen überwindbar sind und ein beidseitiger Individuen Austausch möglich ist. Ziel des landesweiten Biotopverbunds ist es - neben der nachhaltigen Sicherung heimischer Arten, Artengemeinschaften und ihrer Lebensräume - funktionsfähige, ökologische Wechselbeziehungen in der Landschaft zu bewahren, wiederherzustellen und zu entwickeln. Der Biotopverbund gewährleistet in unseren stark zersiedelten und zerschnittenen Landschaften den genetischen Austausch zwischen den Populationen und ermöglicht Ausbreitungs- und Wiederbesiedlungsprozesse. Diese sind auch im Hinblick auf die durch den Klimawandel hervorgerufenen Arealverschiebungen bei einer Reihe von Arten von besonderer Bedeutung. Rechtlicher Hintergrund ist § 22 NatschG BW. Dieser sieht vor, 15% Offenland der Landesfläche bis 2030 für den Biotopverbund zu sichern. Hiervon sollen 10% bis 2023 gesichert werden, 13% bis 2027.

Auf lokaler Ebene wird der Fachplan landesweiter Biotopverbund durch die Aufstellung eines Biotopverbundplanes für die Gemarkung Gaggenau konkretisiert. Dabei wird eine Vielzahl vorhandener Daten ausgewertet, zusätzlich werden Kartierungen durchgeführt. Ergebnis wird eine Karte sein, die Flächen für den Biotopverbund kenntlich macht. Textliche Erläuterungen werden konkrete Maßnahmen für bestimmte Flächen beschreiben. Die Aufstellung des Planes wurde in der Gemeinderatssitzung vom 24. Oktober 2022 beschlossen. Den Zuschlag für die Planung hat das Planungsbüro INULA - Institut für Naturschutz und Landschaftsanalyse bekommen. Die Planung und Aufstellung des Biotopverbundplanes für Gaggenau wird sich über die Jahre 2023 und 2024 erstrecken.

Der konkrete Biotopverbundplan unterscheidet drei Flächentypen: feuchte, mittlere und trockene Standorte. Jeder Standort ist Lebensraum für verschiedene Tier- und Pflanzenarten, die auf die dort gegebenen Bedingungen angewiesen sind. Durch gezielte Maßnahmen für bestimmte Zielarten können die jeweiligen Lebensräume aufgewertet werden. Der Biotopverbundplan gibt den Hinweis, in welchen Bereichen Aufwertungen wichtig sind, um den Verbund zu gewährleisten.

Zielarten

Im Rahmen der Biotopverbundplanung wird eine Zielartenliste festgelegt. Die Liste beinhaltet für die Gemarkung Gaggenau wichtige Arten. Es handelt sich um Arten, die selten und/oder gefährdet sind, die im Gebiet vorkommen oder hier vorkommen könnten. Die ausgewählten Arten fungieren als sogenannte „Schirmarten“. Durch den Schutz und die Förderung dieser Arten, wird eine Vielzahl weiterer Arten geschützt, die von den Maßnahmen ebenfalls profitieren.

Die aktuelle Auswahl umfasst 22 Arten aus folgenden Artengruppen:

  • Reptilien und Amphibien (5 Arten)
  • Insekten (10 Arten)
  • Vögel (3 Arten)
  • Säugetiere (2 Arten)
  • Fische und Krebse (2 Arten)
Das Foto zeigt Schafe auf einer Wiese.

Maßnahmenliste

Im Rahmen der Planung wurde eine Maßnahmenliste mit zehn Maßnahmentypen erarbeitet. Jeder dieser Maßanhmentypen ist an verschiedenen Standorten auf der Gemarkung verortet. Es wurde somit ein Maßnahmenpool geschaffen, aus dem jedes Jahr ein kleiner Teil umgesetzt werden kann:

Ablauf der Biotopverbundplanung in Gaggenau

- Erste Gespräche und Überlegungen zur Biotopverbundplanung

- Information der Stadtverwaltung durch den LEV Rastatt

- Beschluss der Biotopverbundplanung durch den Gemeinderat

- Beschränkte Ausschreibung und Vergabe

- Auftakttermin zwischen dem Planungsbüro INULA und der Stadtverwaltung Gaggenau

- Suche nach Gebietskennern

- Kartierarbeiten durch INULA (hier gehts direkt zum YouTube Video)

- 1. Abstimmungstermin mit Fachbehörden und TöB

- Informationsveranstaltungen für ausgewählte Kreise

- Abstimmungen zwischen Stadtverwaltung Gaggenau und INULA

- 2. Abstimmungstermin mit Fachbehörden und TöB

- Vor-Ort-Termin zur Planung der ersten Maßnahmen

- 17. Dezember 2024: Erste Maßnahmenumsetzung - Im Höllbachtal wurden vier Tümpel angelegt

- Vorstellung der Entwurfsfassung durch INULA im Gemeinderat am 17. März

- Vorstellung der abgeschlossenen Biotopverbundplanung im Gemeinderat am 2. Juni

- Vorstellung der geplanten Maßnahme (Lösswand) für 2025 im Ortschaftsrat in Oberweier am 4. Juni

- Mitte Oktober: Umsetzung der zweiten Biotopverbundmaßnahme – Abstechen von drei Lösswänden am Brettweg in Oberweier. Zum Anschauen eines kurzen Videos hier klicken.

Video 1 zum Biotopverbund in GaggenauBiotopverbundplan - Kartierung im Höllbachtal