17.1.26
Anstoßen auf das neue Jahr und hören, was es mit sich bringt – umrahmt von freundlichen Klängen der Musikschule: Viele Bürgerinnen und Bürger waren wieder der Einladung zum Neujahrsempfang gefolgt, darunter Vertreter der Vereine, Kirchen und Politik. „Möge es ein Jahr des Miteinanders, der Zuversicht und vieler schöner Begegnungen werden“, wünschte Oberbürgermeister Michael Pfeiffer.
Dass nach einem „anstrengenden Jahr 2025“ in diesem Jahr noch größere Herausforderungen zu erwarten sind, ging aus der Neujahrsansprache des Oberbürgermeisters hervor. Verunsicherung, geprägt vom russischen Angriffskrieg in der Ukraine sowie dem unberechenbaren und teils völkerwidrigen Verhalten des US-Präsidenten Donald Trump, strahle auch auf die Region aus. Auf Bundesebene habe es „nach einer Zeit des politischen Stillstands und der Wahl des Bundestags schnell Mut machende Signale“ gegeben. Nun sei auf den vielbeschworenen Ruck durch die Gesellschaft zu hoffen, von dem er sich Arbeitsplatzsicherheit, Verbesserung des Konsumklimas, politische Stabilisierung und damit eine „gewisse Stabilisierung der kommunalen Finanzen“ wünscht. Ohne grundlegende Änderungen seien die Grundpfeiler des Zusammenlebens in Gefahr.
„Die Finanzlage ist wie ein Horrorfilm: Man weiß, was kommt, aber man hofft trotzdem auf ein Happy End“, zog Pfeiffer einen bildhaften Vergleich. Als zentrale Elemente, die finanziell und ideell zu unterstützen seien, nannte er „unser Vereinsleben und unser kulturelles Leben“.
Ausblick auf Projekte
„Ich möchte hier und heute den Menschen in unserer Stadt Danke sagen, die in den Vereinen Verantwortung übernehmen und andere Menschen anleiten.“ Pfeiffer kündigte an, dass mit der Planung für die Zukunft der Traischbachhalle in diesem Jahr gestartet werden müsse. Der Umbau und die Erweiterung der Realschule beginne demnächst und solle bis 2029 abgeschlossen sein. „24 Millionen Euro haben wir dann in die Zukunft unserer Kinder an diesem Standort investiert.“ In Sachen Kaufhaus blickte er zurück: „Das bürgerschaftliche Engagement im Rahmen der Genossenschaft war einfach überwältigend.“ Doch der Sanierungsstau sei leider zu groß gewesen. Durch den neuen Investor sei der drohende Leerstand abgewendet, „den mittlerweile auch viele größere Städte kennenlernen mussten“.
2026 sei die Stadt weiter gezwungen, „Einsparmöglichkeiten zu suchen. Die Tatsache, dass Land und Bund für die nächsten Jahre Geld bereitstellen, ermögliche zwar einiges, sei aber nicht der „Gamechanger“. Pfeiffer hob das Miteinander hervor, dass es „leichter mache, die Stadt in eine gute Zukunft zu führen“. Er erinnerte an die Stärken der Stadt als Sitz mehrerer Weltmarktführer in der Industrie, eingebettet in eine „wunderbare Landschaft“ – mit einem starken Vereinsleben.
Das Vereinsleben spielte auch bei der Verleihung des Bürgerpreises eine Rolle. Dieser ging an Sabine und Horst Neuendorf. Gedacht wurde des kürzlich verstorbenen Bürgerpreisträgers Michael Wessel. Er hatte das Stadtleben mit großer Leidenschaft, Ideenreichtum und Engagement geprägt.
Erstmals mit Spendenschwein
Dass gemeinsames Musizieren eine wertvolle Bereicherung für das Stadtleben ist, stellte in diesem Jahr die Musikschule für Musik und darstellende Kunst unter Beweis. Mit zeitgenössischen Kompositionen, Tänzen aus Peter I. Tschaikowskys Nussknacker-Suite und Rock-Darbietungen wurde präsentierten drei Ensembles einen Querschnitt durch die Epochen.
Für den Bewirtungsservice sorgten die GroKaGe Gaggenau und der Schützenverein. Die Gaggenauer Altenhilfe sorgte für einen Imbiss. Das wegen der Finanzkrise zum ersten Mal aufgestellte Spendenschwein wurde gut „gefüttert“.
Bürgermeister Andreas Paul hatte eine lange Liste von Ehrengästen, die er namentlich begrüßte. Darunter waren Vertreter aus der Bundes- und Landespolitik, Bürgermeister aus Nachbarkommunen, Vertreter des Landratsamtes, der Vereine, Kirchen und Glaubens-Gemeinschaften, Gemeinderäte, Ortschaftsräte und Ortsvorsteher, Bürgerpreisträger, ehemalige Oberbürgermeister und Bürgermeister, Ehrenbürger und Träger der Ehrenmedaille der Stadt Gaggenau.
