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Das Foto zeigt Annika Nitschke vor einem Banner des Projekts hilver.
Annika Nitschke ist Ansprechpartnerin beim hilver-Team.
© Stadt Gaggenau

1.12.2025

Seit genau einem Jahr gibt es die digitale Hilfevermittlung hilver in Gaggenau. Am 1. Dezember 2024 wurden die ersten ehrenamtlichen Helfenden an Hilfesuchende vermittelt – inzwischen hat sich das Angebot fest etabliert und wird in der Bevölkerung gern angenommen.

Die Zahl der Helfenden ist inzwischen auf 114 Personen angestiegen. Im ersten Jahr kamen 330 Hilfeleistungen zustande. Besonders gefragt sind Fahrdienste (139), aber auch Unterstützung im Haus und Garten (59) oder Wünsche nach mehr Geselligkeit (53). „Da sind schon sehr schöne Kontakte entstanden“, berichtet Annika Nitschke vom hilver-Team der Stadt Gaggenau, das in der städtischen Abteilung Gesellschaft und Familie angesiedelt ist.

Die Gruppe der Helfenden ist bunt gemischt: Berufstätige und Ruheständler, Menschen mit engem Familienalltag oder Alleinstehende. Unter ihnen sind auch Gemeinderäte und ehemalige Geflüchtete. „Sie erzählen uns, dass Nachbarschaftshilfe in ihrer Heimat selbstverständlich ist. Dieses Verständnis bringen sie nun hier ein.“

Alle Ehrenamtlichen verbindet derselbe Wunsch: etwas Gutes zu tun. „Mir geht es gut, da möchte ich etwas zurückgeben“ oder „Vielleicht brauche ich selbst einmal Hilfe – noch kann ich aber unterstützen“, sind Sätze, die das hilver-Team häufig hört. Dabei bleibt jeder flexibel: „Ich kann selbst bestimmen, wann ich helfe.“ Ein schlechtes Gewissen müsse niemand haben, wenn ein Hilfegesuch zeitlich gerade nicht passe – dann finde sich oft jemand anderes. Und wenn alle gleichzeitig im Garten viel zu tun haben, brauche es manchmal Geduld und Verständnis auf beiden Seiten.

Auch ohne Smartphone funktioniert hilver: Viele Menschen greifen lieber zum Telefon. „Wir erleben im Gespräch unglaublich viel Dankbarkeit“, so das hilver-Team. Während der Öffnungszeiten des Rathauses kann dort angerufen werden; die Anfragen werden anschließend ins System übertragen. „Wenn jemand sehr kurzfristig anruft, etwa für eine Mitfahrgelegenheit, bereiten wir die Anfragenden am Telefon darauf vor, dass es knapp werden könnte und sie eine Alternativlösung organisieren müssen.“

Immer wieder zeigt sich: Dankbarkeit und gegenseitiges Verständnis prägen die Atmosphäre im gesamten Hilfenetzwerk. Nach öffentlichen Veranstaltungen oder Vorträgen steigt das Interesse spürbar an. Am 11. Dezember stellt beispielsweise Annika Nitschke, gemeinsam mit dem Seniorenrat hilver im Internetcafé in der alten Schule Ottenau vor.

Im Austausch mit neuen Ehrenamtlichen ist zudem aufgefallen, dass besonders die Rubrik „Geselligkeit“ großes Potenzial hat. Viele möchten hier aktiv werden – doch bisher wird das Angebot weniger nachgefragt. Dabei umfasst es eine Vielzahl niedrigschwelliger Möglichkeiten: von Besuchen zu Hause über gemeinsame Gespräche, Vorlesen, Spielen oder Basteln bis hin zum Einsortieren von Fotos oder dem Backen von Plätzchen. „Gerade solche Begegnungen schaffen Nähe und unterstützen Menschen, die sich einsam fühlen“, betont das hilver-Team.