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Das Foto zeigt Stadtarchivarin Karin Hegen-Wagle (Mitte) mit BM Andreas Paul (l.), OB Michael Pfeiffer (r.) und Personalleiter Mathias Schmellick (rechts außen).
Karin Hegen-Wagle gibt nach 44 Jahren das Stadtarchiv aus der Hand und verabschiedet sich in den Ruhestand.
© Stadt Gaggenau

7.7.26

Nach 44 Jahren bei der Stadt Gaggenau verabschiedete sich Karin Hegen-Wagle, Leiterin des Stadtarchivs, in den Ruhestand.

Als die Stadtarchivamtsrätin im Jahr 1982 ihre Arbeit bei der Stadt Gaggenau aufnahm, stand gerade das Jubiläum „60 Jahre Stadt Gaggenau“ bevor. Damals hatte sie die Archivschule Marburg erfolgreich als Diplom-Archivarin (FH) abgeschlossen und war gerade im Generallandesarchiv in Karlsruhe beschäftigt. Ihr Schwerpunkt lag auf dem Mittelalter. „Der damalige Oberbürgermeister von Gaggenau, Dr. Helmut Dahringer, hat für die Ausstellung eine Abordnung für mich beantragt. So kam ich nach Gaggenau“, blickt Karin Hegen-Wagle zurück. Gaggenau hatte zu der Zeit die Gemeindereform der 70er Jahre hinter sich; die Stadtteile waren frisch eingemeindet, und viele Schriftstücke lagerten noch in den einzelnen Stadtteilen. „Etwas chaotisch“, erinnert sich Hegen-Wagle, seien die Anfänge ihrer Arbeit gewesen. Lange Zeit Einzelkämpferin, brachte sie System in die Dokumente, Fotos und andere Zeitzeugnisse und baute das Stadtarchiv auf. Inzwischen besteht diese städtische Abteilung aus fünf Teilzeit- und zwei Vollzeitkräften. Das Archiv dient nicht nur der Aufbewahrung und Verwaltung erhaltenswerter Stücke, sondern stellt sie auch zur Einsicht für Mitarbeitende der Verwaltung und interessierte Bürger zur Verfügung. Zudem bereitet es die Gaggenauer Stadtgeschichte für die Öffentlichkeit auf.   

Karin Hegen-Wagle drückte mit ihrem Fachwissen zahlreichen Ausstellungen und Veröffentlichungen ihren Stempel auf: „125 Jahre Automobil“ (2019) und „Wir sind 100 Jahre Stadt Gaggenau – 100 Jahre Stadtrechte“ (2022) sind nur zwei Beispiele dafür. Eine Herzensangelegenheit war der scheidenden Archivarin die Aufarbeitung der Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg in Gaggenau: Unter ihrer Federführung entstanden Gedenktafeln, etwa im Erlichwald und am Standort des Sicherungslagers in Bad Rotenfels, sowie der historische Rundgang durch die Stadt. Dieser ruft unter anderem ins Gedächtnis, dass Gaggenau zu großen Teilen durch Bombardierungen zerstört worden war.

„Wir danken Ihnen für die 44 Jahre, in denen Sie viel Wertvolles für die Stadt Gaggenau getan haben“, wandte sich Oberbürgermeister Michael Pfeiffer an Karin Hegen-Wagle, als er sie offiziell in den Ruhestand versetzte. „Sie haben gezeigt, dass die Arbeit im Archiv nicht langweilig sein muss. Sie haben die Menschen berührt.“ Als „wandelndes Lexikon der Stadtgeschichte“ bezeichnete Hauptamtsleiter Georg Feuerer die scheidende Mitarbeiterin