16.5.26
Wie vielerorts in Deutschland verlor auch das Sirenennetz in Gaggenau nach dem Ende des Kalten Krieges zunehmend an Bedeutung. In vielen Kommunen wurden die Sirenen vor Jahrzehnten abgebaut. In Gaggenau wurden sie zwar erhalten, zuletzt waren von 18 Sirenen jedoch nur noch etwa die Hälfte funktionsfähig.
Nachdem das Thema Bevölkerungsschutz wieder an Bedeutung gewonnen hat, entschied sich die Stadt dazu, die Sirenen zu erneuern und die Warninfrastruktur zu verbessern. Viele der Anlagen stammten noch aus früheren Jahrzehnten und entsprechen weder technisch noch hinsichtlich der Abdeckung den heutigen Anforderungen. Deshalb wurde eine umfassende Schallanalyse durchgeführt. Diese kam zu dem Ergebnis, dass für eine flächendeckende Warnung der Bevölkerung künftig insgesamt 25 Sirenenanlagen erforderlich sind. Deshalb sollen nun bestehende Anlagen modernisiert und zusätzliche Standorte geschaffen werden.
Die neuen Sirenen werden künftig digital angesteuert und ausgelöst. Dadurch wird eine deutlich schnellere und zuverlässigere Warnung der Bevölkerung möglich. Gleichzeitig können die Anlagen besser mit modernen Warnsystemen vernetzt werden.
Feuerwehrkommandant Nicolas Faber und Sven Rezler von der städtischen Abteilung Planen und Bauen stellen derzeit den Ortschaftsratsgremien das Sirenenwarnkonzept vor.
Die Umsetzung erfolgt schrittweise in den Jahren 2026 bis 2028. Bereits 2026 sollen elf neue beziehungsweise modernisierte Sirenenanlagen umgesetzt werden. Vorgesehen sind Standorte am Rathaus und am Rettungszentrum in Gaggenau, in Freiolsheim, Hörden, Michelbach, Oberweier, Selbach, Sulzbach sowie Mittelberg. Auch an der Realschule Rotenfels sowie an weiteren Standorten sollen neue Anlagen installiert werden.
Im Jahr 2027 folgen weitere neun Anlagen. Geplant sind zusätzliche Standorte unter anderem in Ottenau, Niederweier, Winkel, Moosbronn, Hörden sowie im Bereich Hugo-Junkers-Straße/Selbacher Weg und Am Neufeld in Gaggenau.
2028 sollen schließlich nochmals fünf weitere Sirenenstandorte umgesetzt werden, unter anderem in Rotenfels, Michelbach, Sulzbach und im Bereich Brunnengaßweg in Gaggenau. In den Ortschaftsratssitzungen wurde und wird außerdem erläutert, welche Standorte konkret vorgesehen sind und wie die Warnung der Bevölkerung in den einzelnen Ortsteilen künftig verbessert werden soll.
So lange die Orte noch keine funktionsfähigen Sirenen besitzen, würde im Ernstfall eine Information über Durchsagen erfolgen. Dabei werden die betroffenen Orte von der Feuerwehr angefahren.
Wichtig ist der Stadt und der Feuerwehr dabei auch der Hinweis, dass Sirenen nur ein Baustein des Bevölkerungsschutzes sind. Im Ernstfall werden zusätzlich die Feuerwehrhäuser in den Stadtteilen besetzt und dienen als Anlaufstellen für die Bevölkerung. Dort können Bürgerinnen und Bürger Informationen erhalten oder Hilfe anfordern.
