04.11.24
In Bad Rotenfels gibt es einen Defibrillator mehr. Er hängt auf dem Außengelände der Firma Avient in der Ringstraße, nahezu gegenüber der alten Turnhalle. Finanziert und gewartet wird er von der Firma Avient.
Für den Leiter des Avient-Standortes, Christian Busch, ist das Gerät ein Herzensanliegen.Schließlich weiß er als Ersthelfer und Mitglied der Rettungshundestaffel welch bedeutende Rolle Zeit bei einem Herzstillstand hat. „Da zählt wirklich jede Sekunde". Je kürzer es der Ersthelfer zum Defibrillator hat, umso besser. Ersthelfer können mit Hilfe der Defibrillatoren wertvolle und vor allem lebensrettende Unterstützung leisten bis der Rettungswagen und Notarzt eintreffen.
Bei der offiziellen Inbetriebnahme des Defibrillators stellte Christian Busch das App-basierte System des Vereins „Region der Lebensretter" vor, bei dem auch der neue Defibrillator registriert ist.
Wird bei der Integrierten Leitstelle Mittelbaden ein Herz-Kreislaufstillstand gemeldet, kann die App die nächsten Ersthelfenden in der Region orten und alarmieren. Dem professionellen Retter wird gleichzeitig angezeigt, wo er den nächsten Defibrillator vorfindet, so dass er in kürzester Zeit mit diesem beim Patienten sein kann. „Der schnelle Einsatz kann die Überlebenschance der Patienten verdoppeln bis vervierfachen", heißt es auf der Internetseite des Vereins. Und weiter wird erläutert: „Durch das intelligente Zusammenspiel aller Komponenten des Systems "Region der Lebensretter" könnten jedes Jahr in Deutschland zusätzlich 10.000 Leben gerettet werden - viele davon ohne jede Beeinträchtigung."
Für Christian Busch war es deshalb keine Frage, die Überlegung des Turnerbundes Bad Rotenfels aufzugreifen und auf seinem Gelände einen Defibrillator zu installieren. Über 3000 Euro investierte das Unternehmen. Der Defibrillator befindet sich rechts neben dem Werkseingang von Avient in der Ringstraße und damit in Nachbarschaft zur Turnhalle.
Der Betrieb hat auch im Werk einen Defibrillator. „Aber dieser ist natürlich nicht rund um die Uhr zugänglich", erklärt Stephanie Weiß im Betrieb für die Arbeitssicherheit zuständig. Sie freut sich als Ersthelferin ebenfalls, dass damit eine Lücke in diesem Wohngebiet zwischen Festhalle und Industriegebiet geschlossen werden konnte. Busch hofft, dass viele weitere Betriebe seinem Vorbild folgen und so das Netz an Defibrillatoren noch enger in Gaggenau wird. 30 Defibrillatoren sind in Gaggenau in der App bereits registriert. Auf Nachahmer setzt auch Bürgermeister Andreas Paul, der das Engagement der Firma Avient lobte und gleichzeitig hoffte, dass „der Defibrillator nicht sehr oft gebraucht wird". Dankbar zeigte sich auch der Turnerbund Bad Rotenfels, dass die bei einem Fest geäußerte Idee nun so umgesetzt wurde. „Wir sind dafür sehr dankbar", erklärte der zweite Vorsitzende, Wolfgang Aedtner bei der Inbetriebnahme. Bei dem Defibrillator handelt es sich um ein Laiengerät, das heißt, jeder kann damit Leben retten. Bei Benutzung erfolgt eine automatisierte sprachliche Unterstützung.
