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Für vier Stunden sind nachts zahlreiche Straßenlaternen ausgeschaltet.
© Stadt Gaggenau

22.06.23

Seit rund sechs Wochen sind in Gaggenau nachts 4.000 von rund 5.000 Straßenlaternen ausgeschaltet. Vor allem in Wohngebieten, abseits von Hauptverkehrsstraßen, ist es zwischen 0.30 Uhr und 4.30 Uhr dunkel.

Im vergangenen Spätjahr beschloss der Gemeinderat angesichts der Energiekrise und den Vorgaben des Bundes ein ganzes Maßnahmenpaket zur Energieeinsparung. Darunter auch die Umsetzung der Empfehlung Straßenlaternen nachts abzuschalten. Über die Wintermonate wurden von den Stadtwerken die entsprechenden Vorbereitungsarbeiten hierzu getroffen, so dass Anfang Mai nach und nach die Abschaltung über vier Stunden erfolgte. Klassifizierte Straßen wie die Land- und Kreisstraßen sowie wichtige Verkehrsknotenpunkte und Fußgängerüberwege sind davon ausgenommen.

Die Resonanz auf die Nachtabschaltung fiel sehr unterschiedlich aus. Während viele Verständnis zeigten und die Maßnahme auch aus Gründen der Lichtverschmutzung begrüßten, gab es auch Bürger, die mit Unverständnis darauf reagierten. Insbesondere in den sozialen Medien machten viele Bürgerinnen und Bürger ihrem Unmut Luft. Diese beinhalteten nicht selten auch verbale beleidigende Attacken auf die Verwaltung. Oft angeführt werden zudem Sicherheitsbedenken. Im Rathaus hat man hierfür Verständnis, dass das subjektive Sicherheitsgefühl beeinträchtigt ist. Allerdings lasse sich schon jetzt feststellen, dass mit der Nachtabschaltung keine Zunahme von Delikten zu verzeichnen ist. „Gemeinderat und Verwaltung haben sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht“, weist Oberbürgermeister Michael Pfeiffer darauf hin, dass die Umsetzung der Maßgaben intensiv diskutiert worden sei. Nach dem Sommer soll die Nachtabschaltung evaluiert und besprochen werden, ob und welche Änderungen erfolgen. Im Folgenden greift die Stadtverwaltung besonders häufig gestellte Fragen auf.

 

Warum werden alle Laternen ausgeschaltet und nicht nur beispielsweise jede Dritte oder Vierte?

Dies ist nicht sinnvoll: Da sich dadurch ein schneller Wechsel von Helligkeit und Dunkelheit ergibt, müssen sich die Augen ständig auf den Lichtwechsel einstellen und können dann trotz Fahrlicht plötzlich auftauchende Hindernisse nicht mehr erkennen. Dies beeinträchtigt die Verkehrssicherheit.

Ebenso entspräche dies keiner DIN-gerechten Straßenbeleuchtung. Die Stadt muss deshalb schon allein aus versicherungsrechtlichen Gründen, entweder DIN-gerechte beleuchten oder gar nicht.

 

Warum war es in manchen Straßen schon nachts dunkel und in anderen erst später?

Die Nachtabschaltung wurde sukzessive durchgeführt. In manchen Bereichen, vor allem in Rotenfels sowie auf der Sommerhalde hat es zunächst nicht geklappt wie geplant. Hier mussten die Fehler erst noch lokalisiert werden.

 

Welche Erfahrungen haben andere Städte mit der Nachtabschaltung gemacht?

Bei Städten, die die Nachabschaltung schon seit mehreren Jahren durchführen, hat es keine Erhöhung von Straftaten oder Verkehrsunfällen gegeben. Auch in Gaggenau hat es keine Zunahme gegeben, wie die Polizei mitteilte.

 

Warum brennen manchmal tagsüber Straßenlaternen?

In den letzten Wochen leuchtete der größte Teil der Laternen tagsüber für die Fehlersuche aufgrund der Nachtabschaltung. Zudem müssen auch zur Fehlersuche bei defekten Straßenlaternen tagsüber die Laternen im betroffenen Straßenzug angeschaltet werden, um den Fehler finden zu können. Auch wenn nur eine Lampe defekt ist, wird jeweils die ganze dazugehörige Reihe angeschaltet. Technisch ist dies nicht anders möglich.

 

Was bedeutet die rot-weiße Markierung an der Laterne?

Bei der Markierung handelt es sich um ein Verkehrszeichen. Das bedeutet, wer in der Dunkelheit darunter parkt, muss das Parklicht am Auto einschalten.

 

Wie stark belastet das Parklicht die Autobatterie?

Kaum. Bei den heutigen Batterien kommt es in der Regel nicht zu Problemen, da der Verbrauch des Parklichts sehr gering ist

 

Sind alle Laternen, die ausgeschaltet werden, auch markiert?S

Nein. Beispielsweise sind Laternen an Fuß- und Radwegen in der Regel nicht markiert, weil hier ohnehin nicht geparkt werden darf und somit kein Verkehrszeichen erforderlich ist, das auf die Parklichtpflicht hinweist.

 

Gibt es abends eine automatischen Steuerung, die sich den Lichtverhältnissen anpasst?

Ja, über das Gesamtnetz verteilt gibt es mehrere Dämmerungsschaltungen. Das heißt, wenn es später dunkel wird, gehen auch die Laternen später an - unter Berücksichtigung der Lichtverhältnisse am Standort des jeweiligen Dämmerungsschalters.

 

Lampen, die markiert sind, brennen trotzdem und umgekehrt sind nicht markierte Lampen aus. Was tun?

Das kann verschiedene Gründe haben – deshalb bitten Stadt und Stadtwerke darum, diese über den Schadensmelder der Bürger-App zu melden oder über www.stadtwerke-gaggenau.de/Laternen