22.5.26
Der Gemeinderat hat den Startschuss für die Erstellung eines integrierten Klimaanpassungskonzepts gegeben. Hintergrund ist eine neue gesetzliche Verpflichtung des Landes Baden-Württemberg: Große Kreisstädte wie Gaggenau müssen bis spätestens 30. Juni 2031 ein kommunales Klimaanpassungskonzept erarbeiten und beschließen.
Mit dem sogenannten Aufstellungsbeschluss erhält die Stadt zugleich eine einmalige Ausgleichszahlung des Landes in Höhe von rund 116.000 Euro. Die Kosten für die Konzepterstellung und Prozessbegleitung belaufen sich auf rund 47.600 Euro, sodass weitere Mittel für spätere Maßnahmen zur Verfügung stehen.
„Die Folgen des Klimawandels sind längst auch vor Ort spürbar“, erläuterte Klimaanpassungsmanagerin Leonie Schuchardt in der Gemeinderatssitzung. Dazu zählen unter anderem zunehmende Hitzeperioden, Trockenheit, Starkregenereignisse oder Belastungen für Mensch, Natur und Infrastruktur.
Das Klimaanpassungskonzept soll deshalb untersuchen, wie stark Gaggenau künftig von den Folgen des Klimawandels betroffen sein wird und welche Maßnahmen notwendig sind, um die Stadt widerstandsfähiger zu machen. Vorgesehen sind unter anderem Analysen zu Hitzebelastungen, Starkregenrisiken oder Trockenperioden sowie ein konkreter Maßnahmenkatalog. Betrachtet werden dabei zahlreiche Bereiche wie Gesundheit, Bevölkerungsschutz, Wasserwirtschaft, Stadtplanung, Verkehr, Wald, Landwirtschaft oder Grünflächen. Bereits bestehende Konzepte – etwa zum Starkregenmanagement – sollen dabei integriert werden. Zusätzlich könnten künftig weitere Datengrundlagen geschaffen werden, beispielsweise durch eine Stadtklimaanalyse zur kleinräumigen Hitzebelastung und Belüftungssituation. Langfristig ist außerdem eine Informationsplattform für Bürgerinnen und Bürger geplant.
Die Konzepterstellung erfolgt gemeinsam mit dem Landkreis Rastatt. Die Prozessorganisation übernimmt die Energieagentur Mittelbaden. Ziel ist es, die Arbeiten bis Ende 2027 abzuschließen. Dabei sollen auch Workshops, Umfragen und Beteiligungsformate genutzt werden, um lokales Wissen und Erfahrungen einzubeziehen. Das Klimaanpassungskonzept soll künftig als Grundlage dienen, um Maßnahmen gezielt zu priorisieren und Fördermöglichkeiten besser nutzen zu können.
