07.01.2021
Gaggenau hat eine imposante Industriegeschichte aufzuweisen. Neben dem legendären Unimog wurden bereits früher Personenkraftwagen, Nutzfahrzeuge wie Omnibusse und Lastkraftwagen in Gaggenau entwickelt. Automaten, Emaille-Schilder, Herde, Fahrräder, Pistolen und einiges andere wurde bereits in Gaggenau produziert. Im Jahr 2019 feierte die Stadt ihre 125-jährige Automobil-Tradition. Den Erfindungen und Entwicklungen der Gaggenauer Industriepioniere wie Theodor Bergmann soll deshalb im neuen Erweiterungsbau des Unimog-Museums eine Dauerausstellung gewidmet werden.
Noch vor Weihnachten stimmte der Gemeinderat mehrheitlich einer Kooperationsvereinbarung mit dem Museum zu. Im Sommer war bereits diskutiert worden, ob der Erweiterungsbau um eine Empore ergänzt wird, die die Stadt nutzen könnte. Aus finanziellen Gründen hatte sich der Gemeinderat im Juli dagegen entschieden und die Verwaltung beauftragt, andere Möglichkeiten der Kooperation zu erarbeiten. Das Ergebnis ist nun die Nutzung einer Teilfläche von etwa 200 Quadratmeter im Erweiterungsbau. Diese Fläche stellt der Verein der Stadt nunmehr für 15 Jahre zur Verfügung samt der Grundausstattung einer Ausstellungseinrichtung. Hierfür erhält der Unimog-Museum Verein einmalig einen Investitionskostenzuschuss von 220.000 Euro. Die Stadt übernimmt für anteilige Betriebs- und Nebenkosten einen monatlichen Beitrag von 2.200 Euro, der alle fünf Jahre auf Basis des Verbraucherindexes angepasst wird.
Der Vorsitzende des Vereins, Stefan Schwaab zeigte in einer dreidimensionalen Präsentation anschaulich die Planungen für die Erweiterung des Museums auf sowie die Möglichkeiten der Präsentation. Exponate, die die Industriegeschichte der Eisenwerke darstellen, gibt es dank Leihgaben zahlreiche. Noch ist das Konzept nicht fertig ausgearbeitet, doch neben Fahrzeugen werden auch andere Produkte der Bergmann-Produktion wie Emailschilder, Fahrrad, Gaggenau-Herd zu sehen sein. Der Orient-Express, ein Lkw, Werksfeuerwehr oder auch ein Busnachbau, wie er als erster in Baden als Linienbus eingesetzt war, könnten künftig dort bewundert werden. Vom Gemeinderat gewünscht wurde zudem mittelfristig die gesamte Bandbreite der Gaggenauer Industriegeschichte darzustellen, beispielsweise die Glasproduktion und die Entwicklung weiterer bedeutsamer Gaggenauer Betrieben. Wichtig ist der planenden Arbeitsgruppe, dass die neue Ausstellung interaktiv erlebbar ist und nicht nur aus reinen Ausstellungsobjekten mit Erläuterungen besteht.
