26.9.26
Rasenschnitt, Äste und Heckenschnitt können Gaggenauer auf den städtischen Gartenbfallplätzen entsorgen. Damit diese Möglichkeit auch unter neuen gesetzlichen und technischen Anforderungen erhalten werden kann, hat der Gemeinderat am Montagabend die Weichen für die Zukunft gestellt. Die Stadt wird mit dem Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Rastatt eine neue Vereinbarung über den Betrieb der Grüngutannahme abschließen.
Derzeit gibt es in Gaggenau vier städtische Annahmestellen: in Bad Rotenfels, Ottenau und Michelbach mit Personal sowie in Freiolsheim ohne Personal. Hinzu kommt die landkreiseigene Entsorgungsanlage „Hintere Dollert“ in Oberweier. Für die vier städtischen Plätze stehen allerdings Veränderungen an. Sie verfügen bislang nicht über die inzwischen erforderlichen immissionsschutzrechtlichen Genehmigungen. Der Landkreis hat deshalb eine neue Konzeption entwickelt, die künftig einheitliche Mindeststandards und einen rechtssicheren Betrieb gewährleisten soll.
Was ändert sich für Gartenbesitzer?
Grundsätzlich soll es auch künftig kommunale Möglichkeiten geben, Grüngut abzugeben. Angenommen werden sollen weiterhin Gras- und Heckenschnitt sowie anderes krautiges und holziges Grüngut. Wurzelstöcke sind ausgenommen. Genutzt werden können die Plätze nur von in Gaggenau wohnenden Personen; Gewerbebetriebe sind sie nicht vorgesehen. Neu geregelt werden auch die Gebühren: Nach der Konzeption des Landkreises sollen private Anlieferungen bis zu einer Menge von zwei Kubikmetern gebührenfrei sein. Wie hoch die Gebühren für größere Mengen künftig ausfallen, steht derzeit noch nicht fest.
Hinter den Kulissen ändert sich dagegen einiges. Der Landkreis gibt künftig Mindeststandards unter anderem für Öffnungszeiten, Annahme und Gestaltung der Plätze vor. Die Stadt bleibt Betreiberin und stellt das Personal. Der Landkreis übernimmt unter anderem die Container, deren Leerung sowie Transport und Verwertung des Grünguts.
Bestehende Plätze müssten nachgerüstet werden
Für Gaggenau stellt sich deshalb auch die Frage, wie die Grüngutannahme langfristig organisiert werden soll. Denn die bestehenden Plätze müssten innerhalb der kommenden fünf Jahre technisch nachgerüstet werden. Vorgesehen sind unter anderem befestigte Flächen, Einzäunungen und eine geregelte Entwässerung. Bereits im März hatte sich der Gemeinderat deshalb dafür ausgesprochen, eine Bündelung der Grüngutannahme an einem Standort für das gesamte Stadtgebiet zu prüfen. Die planerischen Vorbereitungen dazu laufen. Sobald die Überlegungen weiter fortgeschritten sind, sollen Gemeinderat und Öffentlichkeit einbezogen werden.
Die vier städtischen Grünabfallplätze kosten die Stadt derzeit rund 130.000 Euro jährlich. Künftig erhält Gaggenau vom Landkreis eine Aufwandsentschädigung von 74.139 Euro pro Jahr. Im Gegenzug gehen die derzeit von der Stadt eingenommenen Benutzungsgebühren von rund 5.500 Euro jährlich an den Landkreis. Rechnerisch sinkt der städtische Aufwand damit zunächst auf rund 61.000 Euro im Jahr. Kosten für notwendige Nachrüstungen oder einen möglichen Neubau sind darin allerdings noch nicht berücksichtigt.
