16.10.2026
„Der Sommer 2026 hatte es in sich. Für das Ökosystem Wald war der Hitzesommer Stress pur.“ Dieses Resümee zog am Montagabend der Leiter des Forstbezirks Gaggenau, Markus Krebs, gegenüber dem Gemeinderat.
Ab Juni habe es 40 Hitzetage mit Temperaturen über 30 Grad gegeben. Die wochenlangen Dürreperioden hätten ihre Spuren im Wald hinterlassen: sichtbar an Rissen in den Böden, versiegten Quellen und einem frühen Verfärben des Laubes beziehungsweise dem Abfallen von teilweise sogar grünem Laub. Teilweise seien die Bäume bereits Ende Juli in eine Art Herbstmodus übergegangen. Betroffen seien laut Krebs alle Baumarten gewesen. Die einzige stabile Baumart sei die Eiche. Bei vielen Bäumen werde sich erst im nächsten Jahr zeigen, wie folgenreich der trockene Sommer gewesen sei. Gerade bei der Buche habe es in den Kronen auch viel Totholz gegeben, um das sich nun vorrangig gekümmert werde.
Der Borkenkäferbefall sei 2026 vergleichsweise moderat geblieben. Wie sich der Anteil an Schadholz im kommenden Jahr entwickle, hänge allerdings wesentlich von der Witterung ab. Eine erneute ausgeprägte Hitze- und Dürrephase könnte den Wald zusätzlich belasten.
Krebs wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass auch Maßnahmen ergriffen würden, um das Wasser im Wald zu halten. „Wir möchten möglichst viel Wasser im Wald halten. Das tut dem Wald gut und den darunterliegenden Gebieten.“
Klimaschutz und Artenvielfalt im Blick
Auch das klimaangepasste Waldmanagement bleibe ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt. Im Stadtwald seien die zwölf vorgegebenen Kriterien eingehalten worden. Insgesamt seien 76 Hektar, das entspreche fünf Prozent der Waldfläche, als Stilllegungsflächen ausgewiesen. Zudem seien rund 7.600 Habitatbäume gesucht, markiert und erfasst worden. Für das klimaangepasste Waldmanagement erhalte die Stadt jährlich 118.000 Euro an Fördermitteln.
Eine weitere Herausforderung sei die zunehmende Ausbreitung des Kirschlorbeers aus angrenzenden Wohngebieten in den Stadtwald. Die invasive Gartenpflanze verdränge heimische Sträucher und Bäume und erschwere durch ihr dichtes Blätterdach die natürliche Verjüngung des Waldes. Um die Ausbreitung einzudämmen, würden die Pflanzen unter anderem von Hand sowie mit Bagger oder Seilwinde samt Wurzeln entfernt. Die betroffenen Flächen sollten auch in den kommenden Jahren beobachtet werden.
Waldpädagogik und Brennholz weiterhin gefragt
Die Waldpädagogik bringe Menschen den Wald näher: In den Jahren 2025 und 2026 hätten insgesamt 817 Kinder und junge Erwachsene an 43 Veranstaltungen teilgenommen. Zudem sei der Forst am städtischen Hitzeaktionstag beteiligt gewesen. Auch Energieholz bleibe gefragt. In der Wintersaison 2025/2026 seien 2.148 Festmeter Energieholz bereitgestellt worden. Davon entfielen 2.060 Festmeter auf Brennholz für 241 Kunden und 88 Festmeter auf Hackerholz. Der Preis für Hartlaubholz-Polterholz sei bei 85 Euro je Festmeter geblieben. Neu sei die Möglichkeit, Brennholz online zu bestellen.
Forstbezirksleiter Krebs stellte zudem die Bewirtschaftungs- und Nutzungspläne für 2027 und 2028 vor. Für 2027 werde im Ergebnishaushalt vor Berücksichtigung der Gemeinkosten ein Überschuss von voraussichtlich 230.000 Euro erwartet, für 2028 seien es 160.000 Euro. Erfreut nahm das Gremium die gute Nachricht zur Kenntnis, dass im laufenden Jahr voraussichtlich mit einem Überschuss von einer halben Million Euro gerechnet werden könne. Oberbürgermeister Michael Pfeiffer dankte den Forstvertretern für ihren Einsatz. „Der Wald ist bei Ihnen in guten Händen. Wir haben hier ein tolles und engagiertes Team.“ Dem Lob und Dank schlossen sich auch die Gemeinderäte an.
