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Das Foto zeigt die Gaggenauer Fußgängerzone in Richtung des Kaufhauses und der Stadtbibliothek.
Die Fußgängerzone soll ebenfalls aufgewertet werden.
© Stadt Gaggenau

25.9.26

Die Fußgängerzone der Stadt Gaggenau ist in die Jahre gekommen: Über 50 Jahre alt ist die zentrale Flaniermeile mittlerweile. Dass eine grundlegende Erneuerung unumgänglich ist, um die Innenstadt langfristig aufzuwerten, stand bei der Sitzung des Gemeinderats am Montag außer Frage. Projektleiterin Judith Feuerer und der Leiter des Amtes, Städtebau und Umwelt, Maximilian Krebs zeigten die komplexen Anforderungen des Mammutprojektes in Zeiten knapper Kassen auf.

Im Fokus der Beratung stand ursprünglich die Frage, wie der Planungsprozess aufgesetzt werden soll. Die Verwaltung hatte hierfür zunächst die Durchführung eines klassischen, geordneten Architekten- und Vergabeverfahrens (VgV) favorisiert. Aus fachlicher Sicht bietet ein solcher Wettbewerb erhebliche Vorteile: Ein externer Wettbewerbsbetreuer hätte das komplette Verfahren rechtssicher und regelkonform organisiert, die Auslobung inhaltlich koordiniert und die eingereichten Entwürfe neutral vorgeprüft. So hätte die Stadt eine Vielzahl kreativer Entwürfe verschiedener Architekturbüros erhalten, um die beste Lösung für Gaggenau auszuwählen.

Da sich bereits in den vorangegangenen nicht-öffentlichen Sitzungen abzeichnete, dass der Gemeinderat diesen Weg nicht mehrheitlich mittragen würde, schlug die Verwaltung eine weitere Alternative vor. Stattdessen soll eine Person befristet eingestellt werden, die die gesamte Koordination übernimmt. Ganz ohne externe Expertise geht es allerdings nicht: Für spezifische Aufgaben wird die Stadt gezielt Fachplaner einbinden müssen, betonte auch Oberbürgermeister Michael Pfeiffer

 

Prioritätenliste: Was muss, was sollte, was kann getan werden?

Projektleiterin Judith Feuerer wies daraufhin, dass unterschieden werden müsse zwischen Maßnahmen, die gemacht werden müssen, solchen, die in diesem Zuge mitgemacht werden sollten und schließlich Maßnahmen, die gemacht werden könnten:

Was gemacht werden muss: Hierzu zählen zwingend notwendige Infrastrukturmaßnahmen wie Kanalsanierung (Hauptleitung und Hausanschlüsse), die Fernwärmeversorgung, die Erneuerung des Oberflächenbelags und der Straßenbeleuchtung aber auch Strom und Wasser inklusive erster Vorkehrungen zum Klimaschutz.

Was gemacht werden sollte: In diese Kategorie fallen Maßnahmen, die die Aufenthaltsqualität als Begegnungsort spürbar steigern. Dazu gehören die Schaffung von Barrierefreiheit, gezielte Beschattungen, Festverteiler für Märkte und Veranstaltungen, Parkplätze für Roller/Motorräder.

Was gemacht werden kann: Eine Vielzahl optionaler Ideen könnte die Zone weiter aufwerten, wie etwa der Einbau von Spielgeräten, neuen Fahrradständern, modernem Stadtmobiliar, Bäume und Pflanzen oder die Umsetzung eines zukunftsweisenden „Schwammstadt“-Konzepts.

 

Viele Ziele unter einem Hut

Die größte Herausforderung des Projekts liegt in den gegenseitigen Abhängigkeiten der Maßnahmen sowie den stark begrenzten finanziellen Möglichkeiten der Stadt. Ein Beispiel: Mehr Grün und Beschattung sind wichtig für das Mikroklima – sie müssen jedoch weiterhin Lieferverkehr oder das Durchfahren von Rettungsfahrzeugen zulassen.

Wichtig ist der Verwaltung deshalb alle betroffenen Akteure in die Planungen einzubeziehen.