24.01.25
Groß war im November die Freude im Gaggenauer Rathaus darüber, dass die Stadt in das Förderprogramm „Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“ aufgenommen wurde. Mit dem Zuschuss des Landes von rund 47 000 Euro kann die Stadt nun ein Stadtentwicklungskonzept 2040 angehen. Dies wiederum ist Voraussetzung dafür, dass die Stadt auch in Zukunft an weitere Fördertöpfe kommt.
Denn in diesem Rahmen werden nun vorbereitende Untersuchungen für das mögliche Sanierungsgebiet „Südliche Innenstadt“ vorgenommen. Den Auftrag (Gesamtkosten: 94 000 Euro) für die Erstellung des Stadtentwicklungskonzeptes (SEK) und des so genannten „Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes“ - (ISEK) wie es im korrekten Fachjargon heißt - erhält nach Beschluss des Gemeinderates die Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH. Mit deren Unterstützung hat sich die Stadt auch bereits erfolgreich für die Fördermittel beworben.
Aufgaben gibt es in der südlichen Innenstadt genug, wiesen Wirtschaftsförderin Kerstin Wiedemann-Ganter (Stabsstelle Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung) und Ulrike Kiewitt (Amt für Städtebau und Umwelt) beispielhaft auf den Handlungsbedarf in der Fußgängerzone, die Musikschule, das Murgana aber auch das Haus der Inklusion hin. Das Sanierungsgebiet erstreckt sich von der Konrad-Adenauer-Straße über die Fußgängerzone und den Murgpark bis hin zu dem Bereich rund um das Rathaus und in die Hauptstraße hinein. Neben Maßnahmen an sanierungsbedürftigen kommunalen Gebäuden geht es auch um Maßnahmen zur Anpassung an die Klimaveränderung, die Nutzung des Hauses der Inklusion (ehemals Parkhotel). Damit sind die Voraussetzungen gegeben, um einen Antrag auf Aufnahme in die Städtebauförderung zu stellen.
Voraussetzung dafür sind die beiden besagten Konzepte SEK und ISEK. Im Wesentlichen geht es dabei darum den Stadtentwicklungsplan von 2015 zu aktualisieren und neu aufzustellen mit Blick auf das Zieljahr 2040. Integriert werden in das SEK auch bereits vorhandene andere Konzepte wie der Kommunale Wärmeplan, der Hitzeaktionsplan oder auch das Mobilitätskonzept.
Zentrales Anliegen ist es bei der Entwicklung der Planungen, die betroffenen Eigentümer, Mieter und Pächter sowie die Bevölkerung einzubinden. Die Betroffenen des Sanierungsgebietes erhalten bereits kommende Woche von der beauftragten Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH einen Fragebogen. Mit der Befragung sollen Informationen zum Beispiel zur Einschätzung zum Wohnumfeld oder zum Zustand der Gebäude gewonnen werden, die in die weitere Planung einfließen werden.
Die Bürgerinnen und Bürger können sich bei zwei Terminen mit ihren Anregungen einbringen. Auftakt ist am 19. März im Bürgersaal um 18.30 Uhr für die Kernstadt. Eine weitere Veranstaltung, bei der die Bürgerinnen und Bürger aus den Stadtteilen eingeladen sind, ihre Gedanken zum Stadtentwicklungskonzept 2040 in Workshops zu erarbeiten, ist für Mai geplant. Bis zum Herbst soll das Konzept stehen und im Gemeinderat präsentiert werden. „Dann heißt es darauf hoffen, dass unser Antrag auf Städtebauförderung erfolgreich ist“. Über die Programmaufnahme wird im Frühjahr 2026 entschieden. Bei der Stadt ist man zuversichtlich, dass Gaggenau berücksichtigt wird und so weitere Fördermittel nach Gaggenau fließen.
