22.11.2025
Die Stadt Gaggenau plant eine Erhöhung der Hundesteuer zum 1. Januar 2026. Diese betrifft die meisten Hundehalter. Der Kreis der steuerbegünstigten Hunde, von denen die Allgemeinheit profitiert, wurde zudem erweitert. Der Gemeinderat beschloss die Neufassung der Satzung mehrheitlich.
Im Vergleich mit den umliegenden Städten Baden-Baden, Bühl, Ettlingen, Gernsbach und Rastatt liegt Gaggenau aktuell unter den dort erhobenen Steuersätzen. Auch nach der Steueranpassung rückt Gaggenau nicht an die Spitze regionaler Vergleichswerte. Vorgesehen ist folgende Erhöhung: für den Ersthund zahlen Hundehalter 108 statt bisher 90 Euro im Jahr, für den zweiten Hund 216 Euro, derzeit sind es 180 Euro. Für Kampfhunde steigt die Steuer von 600 auf 690 Euro.
1.600 Hunde in Gaggenau
Kämmerer Sascha Maier erläuterte: „Die Hundesteuer ist eine kommunale Aufwandsteuer, zu deren Erhebung wir verpflichtet sind. Neben der Einnahmenfunktion hat sie auch eine Lenkungswirkung, insbesondere bei sogenannten Listenhunden.“ Bis Ende 2024 waren in Gaggenau rund 1.600 Hunde gemeldet, davon sind 16 als Kampfhunde gelistet. Die Einnahmen aus der Hundesteuer stagnieren; die Zahl der Hundehalter ist leicht rückläufig.
Kreis der begünstigten Hunde erweitert
Die Befreiungen für Rettungshunde, Blindenführhunde oder Epilepsiewarnhunde bleiben bestehen. Neu in die Satzung aufgenommen werden Vergünstigungen für Hunde, die besondere Aufgaben für das Gemeinwohl erfüllen: Für brauchbare Jagdhunde gibt es ab 2026 eine Steuerermäßigung von 50 Prozent. Vollständig von der Steuer befreit werden sie nicht, da die Jagd auch privaten Interessen dient. Keine Steuer muss mehr für Rettungshunde in Ausbildung gezahlt werden. Ebenfalls steuerbefreit sein werden Nachsuchhunde, die einen Beitrag zu Tierschutz und Verkehrssicherheit leisten, sowie Kadaverspürhunde. Derzeit sind in Gaggenau drei Nachsuchhunde und ein Kadaverspürhund registriert. Anträge auf diese Vergünstigungen können ab sofort formlos unter Vorlage der entsprechenden Nachweise gestellt werden. Erwartet werden durch diese Neuregelung der Hundesteuer Mehreinnahmen in Höhe von rund 30.000 Euro.
Keine Hundemarken ab 2027
2027 werden in Gaggenau die Hundemarken abgeschafft. Damit reduzieren sich die Kosten und der Verwaltungsaufwand für die Stadt. Als Nachweis dient dann der Steuerbescheid.
Dog-Stations bleiben
Oberbürgermeister Michael Pfeiffer betonte – nach einer Anfrage aus der Bürgerschaft – dass die Dog-Stations, also die Tütenspender für Hundekot, weiterhin bestehen bleiben. „Wir halten diese Tütenspender für sinnvoll.“
