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Der Pavillon 2 des Goethe wird umfassend saniert.
© Stvw.

28.08.2021

Eigentlich vergeht kaum eine Ferienzeit, in der nicht Handwerker in den Schulen aktiv sind. Die schulfreie Zeit bietet sich gerade auch für größere oder auch den Unterricht störende Maßnahmen an. Schon allein optisch dürften die Arbeiten im und am Goethe-Gymnasium am meisten ins Auge stechen. "Mit der Sanierung des Pavillons II erhält das Gymnasium ein völlig neues Entree", freut sich der Leiter des städtischen Hochbauamtes, Jürgen Lauten, über die Generalsanierung des deutlich in die Jahre gekommenen Pavillons. Im Jahr 1973 wurde das quadratisch, praktische Gebäude errichtet. Gut 50 Jahre später wird es das erste Schulgebäude sein, das über eine feste Lüftungsanlage verfügt. Eine ähnliche Anlage hat die Stadt zuvor bereits beim Umbau des ehemaligen Hebelschule-Traktes zu einer neuen Kita eingebaut. Damit wird der Pavillon in jeder Hinsicht auch zu einem neuen Aushängeschild. Für 850.000 Euro wird das Dach wie auch die Fassade energetisch saniert. Die Dachabdichtung wird dabei komplett erneuert und erhält schließlich ein Gründach. In diesem Zuge gibt es neue Fenster samt Sonnenschutz und für jedes der acht Klassenzimmer dezentrale Fassadenlüftungsgeräte.

Weitere 450.000 Euro fließen in die Sanierung der Fachräume Physik. Mit den Arbeiten wurde bereits begonnen. So sind die Räume schon entkernt. Aktuell werden die Elektroinstallationen vorgenommen. Jürgen Lauten hofft, dass bis Anfang Oktober der bauliche Part abgeschlossen ist und dann der Fachraum entsprechend ausgestattet werden kann. Parallel dazu werden im ersten Obergeschoss sämtliche Flurdecken erneuert und eine Brandmeldeanlage eingebaut. Auch die Werkräume erhalten in diesem Zuge neue schallakustische Decken und LED-Beleuchtung. Auf über 320.000 Euro werden sich die Brandschutzmaßnahmen summieren, mit denen bereits in den Pfingstferien begonnen wurde und die nun bis Ende September abgeschlossen werden sollen.

Gute Nachrichten hat der Hochbauamtsleiter zudem für die Schüler- und Lehrerschaft des Gymnasiums mit Blick auf die Beschallungsanlage, die jüngst bei einer Warnung vor Gasaustritt nur mäßig funktioniert hatte. "Die Anlage ist voll funktionsfähig und hat keine Mängel. Sie war lediglich falsch eingestellt, sodass sie nicht gut zu hören war". Die Anlage wurde nun wieder korrekt eingestellt und getestet. Ein weiterer Test ist geplant. In den nächsten Wochen soll zudem die digitale Basisinfrastruktur im Gymnasium ergänzt werden.
 

Realschule

In der Realschule werden die Fachräume Biologie derzeit komplett saniert und neu strukturiert. So wird im Flurbereich ein neuer Vorbereitungsraum entstehen. Die Räume erhalten eine komplette neue Fachraumausstattung samt Deckensystem. Wenn alles nach Plan verläuft, könnten die neuen Bioräume im November genutzt werden. Am Beispiel der Realschule zeigt sich derzeit ein Problem, mit dem alle kämpfen, die bauen oder sanieren möchten: Es gibt Lieferprobleme mit Materialien und infolge Handwerker, die mangels Material nicht ihre Aufträge ausführen können. Oder wie jetzt auch gerade an der Realschule passiert, dass für manche ausgeschriebenen Arbeiten keine Angebote eingehen.

Für die handwerklichen Arbeiten zur Ergänzung und teilweisen Erneuerung der digitalen Basisinfrastruktur ging kein einziges Angebot bei der Stadt ein, so, dass die im Sommer geplanten Arbeiten nicht stattfinden können. Jetzt hofft Lauten auf bessere Ergebnisse nach einer erneuten Ausschreibung. "Dann können die Arbeiten im Oktober/November durchgeführt werden". Genauso passiert es derzeit häufiger, dass Firmen innerhalb kürzester Zeit ihre Preise erhöhen. So hat er erst dieser Tage wiederholt einen Brief von einem Betrieb erhalten, der Preiserhöhungen ankündigte. "Insgesamt 24 Prozent mehr innerhalb von zwei Monaten", erklärt Lauten, dass die Betriebe teurer einkaufen müssten und dann entsprechend die Preise weiterberechnen wollen, sei verständlich. Die Situation sei derzeit extrem angespannt. Jürgen Lauten hofft, dass es bald wieder zu einer Trendwende kommt. Schließlich steht die Generalsanierung der Schule an, die derzeit mit 7,1 Millionen Euro veranschlagt ist. Hierfür wird ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben. Bis zum Frühjahr 2022 soll ein Preisgericht über die Entwürfe entscheiden.
 

Merkurschule

Nach der Inbetriebnahme des Neubaus erfolgte sukzessive die Sanierung der Klassenzimmer. 17 wurden in den letzten Monaten bereits erneuert, weitere sechs Zimmer stehen auf der Agenda in den Sommerferien. Dabei bekommen die Zimmer nicht nur einen neuen Anstrich und eine neue Akustikdecke samt LED-Beleuchtung, sondern auch einen neuen Bodenbelag. Im Herbst werden die restlichen Räume in Angriff genommen. Für die 23 Klassenzimmer und weitere Lernräume nahm die Stadt Gaggenau gut 445.000 Euro in die Hand.

Fertig ist auch der Gymastikraum, der nach einem Wasserschaden komplett erneuert werden musste. Im Frühjahr wurden die Prallwände montiert sowie der Sportboden wieder eingebaut. Das städtische Hochbauamt wartet aktuell auf die Lieferung der bestellten Sportgeräte, sodass – wenn alles wie geplant läuft – im neuen Schuljahr auch der Gymnastikraum wieder voll genutzt werden kann. Insgesamt belaufen sich die Kosten auf 120.000 Euro. Deutlich teurer fallen mit 700.000 Euro die gesamten brandschutzrechtlichen Maßnahmen aus. Der Startschuss für die Arbeiten fiel nun in den Sommerferien und wird voraussichtlich ein gutes Jahr dauern. In den Fluren und Treppenhäusern werden Brandschutzelementen eingebaut. Im Gebäudeteil 2 werden auch die Decken erneuert und neue Fluchttreppen als zweiter Rettungsweg errichtet. "Wir beseitigen sämtliche brandschutztechnische Mängel, vor allem auch im alten Untergeschoss", betont Lauten.