Aktuelles
Das Foto zeigt die Einfahrt einer Stadtbahn aus dem Jahr 2002. Im Vordergrund ist ein Schaffner zu sehen.
Einfahrt der Stadtbahn im Jahr 2002.
© Stadt Gaggenau

24.11.2025

Die erfolgreiche Ära der „Gesellschaft für kommunale Zusammenarbeit Murgtal“ (GKM) neigt sich dem Ende zu. Die Städte und Gemeinden – Gaggenau, Gernsbach, Kuppenheim, Forbach, Weisenbach, Loffenau und Bischweier – werden in den nächsten Wochen in ihren Gemeinderats-Gremien den Beschluss fassen, die Gesellschaft zum Jahresende aufzulösen.

Austauschen und Zusammenarbeiten möchten die sieben Kommunen sich auch weiterhin. Was wegfällt ist im Wesentlichen der bürokratische und rechtliche Aufwand. Es braucht dann keine Geschäftsführung, keine Buchführung und keine Jahresabschlüsse mehr.  „Wir entlasten damit die Kommunen von rechtlichen Pflichten und wirtschaftlichen Lasten, ohne unsere wertvolle Zusammenarbeit aufzugeben“, fasst Oberbürgermeister Michael Pfeiffer das Ziel zusammen. Auch in anderen Regionen arbeiten Kommunen ohne „rechtliches Gerüst“ gut miteinander zusammen.

Vor 38 Jahren wurde die GKM – damals als „Wirtschaftsförderungsgesellschaft Murgtal“ - gegründet und kann damit auf eine beeindruckende Geschichte zurückblicken. Über Jahrzehnte war sie der zentrale Motor für wegweisende regionale Projekte. Zu den größten Erfolgen der Gesellschaft zählt die Initiierung und Begleitung der Stadtbahnanbindung an das Murgtal, ein Projekt, das die Mobilität in der Region nachhaltig verändert hat. Doch auch zahlreiche weitere interkommunale Vorhaben wurden unter dem Dach der GKM angestoßen und umgesetzt. Die heutige Geschäftsführerin Kerstin Wiedemann-Ganter erinnert an die Gründung des Tourismuszweckverbands „Im Tal der Murg“, der bis heute sehr erfolgreich das Murgtal für Touristen vermarktet. Auch die Forstneuorganisation oder der gemeinsame Gutachterausschuss, die Zusammenarbeit im Bereich Ordnungs- und Standesamtswesen sind Beispiele für die interkommunale Zusammenarbeit.

Der ursprüngliche Zweck der GKM war die Bündelung von Kapital, Arbeit und Engagement zur Förderung der Zusammenarbeit in Bereichen wie Verkehrsinfrastruktur, Umweltschutz, Kultur, Bildung, Sport und Wirtschaftsansiedlung. Finanziert wurde dies durch Umlagen der Gesellschafter auf Basis der Einwohnerzahlen.

In den letzten Jahren habe sich jedoch gezeigt, dass die Anzahl der spezifischen, großen interkommunalen Projekte, die das Format einer eigenen Gesellschaft erfordern, kontinuierlich abgenommen hat, so Pfeiffer. Die GKM habe zuletzt überwiegend als Plattform für den informellen Austausch gedient, den er auch nicht missen wolle. Der interkommunale Austausch der Murgtalkommunen soll auch in regelmäßigen, rollierenden Terminen fortgeführt werden.

Ein besonderes Anliegen bleibt die Unterstützung des Präventionsvereins „Lebenswertes Murgtal“. Die Kommunen sind sich einig, dass dieser wichtige Verein auch nach der GKM-Auflösung weiterhin finanziell gefördert wird, um seine wertvolle Arbeit fortzusetzen. Stimmen in allen Orten die Gemeinderäte zu, dann wird die GKM zum Jahresende 2025 aufgelöst.