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Das Foto zeigt die Mitgliederversammlung der Genossenschaft City Kaufhaus am 24. SEptember 2025
Das Interesse bei der Mitgliederversammlung war sehr groß.
© Stadt Gaggenau

30.9.25

Auf äußerst großes Interesse stieß die Mitgliederversammlung der Genossenschaft City Kaufhaus. Etwa 500 Mitglieder der insgesamt rund 1 800 Mitglieder waren zu der Veranstaltung am Mittwochabend in der Jahnhalle gekommen. Im Mittelpunkt stand die Präsentation der Pläne für das zentrale Gebäude sowie die Frage wie es mit der Genossenschaft weitergehen könnte.

Zunächst resümierten Aufsichtsratsvorsitzender Andreas Paul und Vorstand Ralf Jungfermann die Entwicklung der vergangenen Monate. Nachdem im Frühjahr 2024 innerhalb weniger Wochen zahlreiche Menschen Interesse für die Genossenschaft bekundeten, wurde diese am 30. Juli 2024 gegründet und ist seit März auch im Genossenschaftsregister eingetragen. Ziel der Genossenschaft war die Übernahme des Betriebes „City Kaufhaus“. Anschaulich und nachvollziehbar stellten Paul und Jungfermann dar, warum der Erwerb des Kaufhausbetriebes entgegen der ursprünglichen Planungen nicht mehr zustande kam. Sie verwiesen auf den hohen Investitionsstau des Gebäudes. Höherer Sanierungsbedarf hätte auch zu höheren Mieten geführt, die sich die Genossenschaft nicht hätte leisten können. Zudem zeigte sich nach Wirtschaftsprüfung, dass es nicht verantwortbar gewesen wäre, den Betrieb von den jetzigen Betreibern zu übernehmen. „Das Fazit war leider, dass das Kaufhaus nicht zukunftsfähig gewesen wäre“, so Jungfermann. Wie Bürgermeister Paul verwies er auf die Verantwortung gegenüber den Mitgliedern und deren Anteilen. „Wir haben im Sinne Ihrer Gelder entschieden, den Stecker zu ziehen“. Umso erfreulicher sei es, dass sich ein Investor gemeldet habe, der die Immobilie kaufen und modernisieren wolle. Wie, das zeigte Oberbürgermeister Michael Pfeiffer anhand von mehreren Planentwürfen. Schon optisch von außen wird sich das Gebäude verändern. So ist auf der linken Seite ein „Türmchen“ mit Außenaufzug geplant, über den man beispielswiese die neue Terrasse erreichen kann, auf der ein gastronomisches Angebot geplant ist. Eigene Zugänge haben künftig auch der Drogeriemarkt dm und die Bäckerei Armbruster sowie die eigentliche Ladenfläche. In der Fassadenmitte ist eine große Videoleinwand geplant. Im Erdgeschoss wird weiterhin der Drogeriemarkt dm sein, der sich zudem noch etwas vergrößern wird, von 600 auf 800 Quadratmeter. Die Bäckerei Armbruster soll nach den derzeitigen Entwürfen künftig im Erdgeschoss vertreten sein und zusätzlich im ersten Obergeschoss mit einem Bewirtungsbereich. Ob auf zwei oder drei Etagen Handel sein wird, hängt von den künftigen Betreibern ab. „Wir wissen noch nicht welcher Händler mit welchem Angebot einziehen wird“, berichtete Pfeiffer, dass es derzeit mehrere Interessenten für die Fläche gebe, die auch bereits mit dem Investor in Kontakt sind. Sollte es im zweiten Obergeschoss keinen Handel mehr geben, sei dort die Unterbringung von Dienstleistungen denkbar. Ein Wunsch der Stadt und Genossenschaft ist es zudem, dass die Post wieder in dem Gebäude ist, möglicherweise kombiniert mit einem geplanten Kiosk. Ein Imbiss sowie Gastronomie runden das Gesamtkonzept ab.

 

Investor reichte schon Bauantrag ein

Am Tag der Mitgliederversammlung hatte der Investor auch den Bauantrag eingereicht. „Damit ist schon sehr sicher, dass der Investor die Immobilie kauft und umfassend sanieren wird“. Pfeiffer rechnet damit, dass es aufgrund der Sanierungsarbeiten gut ein halbes Jahr dauern wird, bis neu eröffnet werden kann. Das derzeitige City Kaufhaus wird Mitte Dezember schließen. Die Bäckerei Armbruster und dm haben weiterhin geöffnet. Die Sanierung wird schrittweise erfolgen.  Deutlich wurde am Mittwochabend wie bedeutend die Genossenschaft ist. Der starke gesellschaftliche Zusammenhalt beeindrucke Investor und Betreiber, betonte Pfeiffer. Er würde sich deshalb wünschen, dass die Genossenschaft weiter unterstützt. „Wir brauchen diese starke Genossenschaft, um die Stadt weiter attraktiv zu machen und den Mitarbeitern eine Perspektive zu geben“. So könne er sich vorstellen, dass mit Unterstützung der Genossenschaft kleinere Läden entstehen, in denen es künftig die Sortimente gibt, die es im neuen Kaufhaus nicht mehr geben wird. „Noch ist unklar, welche Sortimente wegfallen, aber sicherlich wird es nicht mehr so umfangreich sein“. Deshalb könnten Genossenschaft und jetzige Mitarbeiter in leerstehenden Läden der Stadt Angebotslücken schließen. Weitere Mitarbeiter werden auch beim neuen Betreiber sicherlich einen Arbeitsplatz finden. „Fachkräfte sind gesucht“, wandten sich die Verantwortlichen an die Mitarbeiter. Diese waren in den vergangenen Monaten mehrfach von Aufsichtsrat und Vorstand zum Austausch eingeladen und über die Entwicklungen informiert worden. Bei der abschließenden Fragerunde nutzten viele Besucher die Gelegenheit noch Fragen zu stellen, zu loben oder auch Kritik zu äußern. „Es ist ein Traum, was der Investor vorgelegt hat. Das erfüllt und motiviert mich“, resümierte Vorstandsmitglied Jürgen Mäder in einem Video die Entwicklungen der letzten Monate. Das Konzept des Investors bürge viele Chancen für ein neues attraktives Haus.

Hinweis: Mitglieder, die Interesse haben an der neuen Ausrichtung der Genossenschaft mitzuwirken oder Ideen haben, können sich beim City Management melden. Mail: lebendiges-kaufhaus@gaggenau.de