02.03.2021
Aufgrund der Corona Pandemie konnte im vergangenen Jahr die Jugendbeteiligung der Stadt nicht wie üblich durchgeführt werden. Dabei soll der Nachwuchs zum Mitreden, Mitdenken, Mitmachen und Mitverantworten in der Stadt angeregt werden. Zudem können die Jugendlichen ihre Wünsche und Themen äußern. Alternativ wurden neben den Workshops in den achten Klassen Umfragen durchgeführt. Dieser Tage präsentierte die Stadtverwaltung nun die Ergebnisse.
Geschätzt werden vor allem die Einkaufs- sowie Essensmöglichkeiten, das Freizeit- und Sportangebot, die Murguferanlage und die Schulen. Verbesserungsbedarf sehen die Schüler vor allem bei den Aufenthaltsorten und Angeboten für Jugendliche sowie bei den frei zugänglichen Sportangeboten – darunter auch der Wunsch nach der Eröffnung des Waldseebads.
„Gaggenau soll sich so entwickeln, dass Jugendliche hier gerne leben und die Interessen und Ideen der Jugend in die künftigen kommunalen Entscheidungsprozesse einfließen“, so Oberbürgermeister Florus. Daher besuchte er Ende des vergangenen Jahres die Gaggenauer Schulen und suchte das direkte Gespräch. Dort thematisierte er ebenfalls die Wiedereröffnung des Waldseebads. Florus informierte über den aktuellen Stand der Arbeiten und welche Ideen der Jugendlichen in die Planung eingeflossen sind.
Mehr Angebote für Jugendliche
Die Schüler wünschen sich (mehr) frei zugängliche Sportangebote vorrangig in den Bereichen Fußball, Volleyball, Tischtennis, Handball, Klettern, Basketball und Mountainbike. Als mögliche Standorte wurden vorrangig die Kernstadt, aber auch Bad Rotenfels und Ottenau genannt. Zudem wurde in der Umfrage danach gefragt, wie mögliche Aufenthaltsorte und Treffpunkte für Jugendliche aussehen sollten. Ideal wären viele Sitzmöglichkeiten, die Möglichkeit mal lauter sein zu können und sie sollen verschiedene Angebote für Jugendliche bieten. Vor allem sollen sie jedoch sauber und gepflegt sein. Als Standort wurde nahezu ausschließlich die Kernstadt angegeben, nur wenige wünschten sich ebenfalls Aufenthaltsorte in Oberweier. Das bereits bestehende Angebot des Jugend- und Familienzentrums Gaggenau (JuFaZ) wurde von der Mehrzahl der Schüler als sehr gut bewertet. Allerdings gaben einige an, dass sie dieses aufgrund ihres entfernten Wohnorts oder fehlenden Interesses nicht nutzen. Verbesserungsmöglichkeiten sehen die Jugendlichen in einer Unterteilung der Angebote nach Altersgruppen, darüber hinaus werden mehr Angebote speziell für Jugendliche sowie zusätzliche Öffnungszeiten gewünscht.
Klima- und Umweltschutz bei den Schülern ein wichtiges Thema
Bei seinem Besuch an den Gaggenauer Schulen hatte Oberbürgermeister Florus auch das Thema Klima- und Umweltschutz in den Mittelpunkt gerückt. Denn durch Bewegungen wie „Fridays for Future“ sind Klima- und Umweltthemen schon längst in das Bewusstsein der Schüler gerückt. Aufgrund der vom Gemeinderat im Januar 2020 mehrheitlich beschlossenen Klimaresolution, gibt es die Projektgruppe „ZG2030“, die sich intensiv mit den Auswirkungen und Maßnahmen für Gaggenau beschäftigt. Florus wünscht sich, dass auch Schüler an der Projektgruppe mitwirken.
Im Gespräch wurde deutlich sichtbar, dass sich einige Schüler bereits engagieren und sich nicht nur Gedanken zum Thema Nachhaltigkeit machen, sondern diese auch umsetzen. Viele der Schüler möchten künftig noch öfters das Rad nehmen sowie auf Müllproduktion und korrekte Entsorgung und Mülltrennung achten. Auf die Frage was die Stadt fürs Klima tun könnte, wurde vor allem der Ausbau von Fahrradwegen und des Nahverkehrsnetzes genannt. Ebenfalls werden mehr Müllbehältnisse in der Stadt gewünscht und dass Müll in den Stadtgebieten häufiger aufgesammelt wird.
Wie geht es weiter?
Die Politikworkshops, die Gespräche und Umfragen helfen der Stadtverwaltung dabei zu erfahren, welche Themen für junge Menschen in Gaggenau wichtig sind und welche ihre Lebensbereiche betreffen. Die Wünsche und Ideen der Jugendlichen werden zunächst rathausintern besprochen. „Wir wollen möglichst viele davon, soweit sie sich an die Stadt richten, bei den künftigen Planungen und Entscheidungen berücksichtigen“, betonte der Oberbürgermeister und dankt den Schülern für ihr Interesse und die engagierte Teilnahme. Die Stadtverwaltung hofft natürlich, dass das Jugendforum bald wieder in seiner bisherigen Form stattfinden kann.
