12.3.26
Die Decke ist schon auf dem Rasen ausgebreitet, und aus einem Korb kommen zum Vorschein: Trauben, Apfelstücke und Kekse. Dann ein Uno-Spiel mit selbstgemachten Kartenhaltern, ein Federballspiel, eine Frisbeescheibe. Der siebenjährige Luis kniet sich auf die Decke, greift als Erstes ein paar Trauben: Das Treffen mit seinen Leih-Großeltern Claus und Susanne Hansel kann beginnen.
Seit mehr als drei Jahren kennen sich Familie Borzi mit Vater Steffen, Mutter Hajnalka und Luis und das Ehepaar Claus und Susanne Hansel schon. Über das städtische Projekt „Klein trifft Groß“ haben sie zueinander gefunden – und sich gegenseitig ins Herz geschlossen. „Wir feiern Weihnachten und unsere Geburtstage zusammen“, erklärt Steffen Borzi. Und mindestens einmal in zwei Wochen treffen sich Claus und Susanne Hansel mit dem siebenjährigen Luis zum Spielen und zu gemeinsamen Aktionen. „Das sind einfach Erlebnisse fürs ganze Leben“, sagt Hajnalka Borzi. „Luis freut sich immer riesig auf die Treffen mit seinen Wahl-Großeltern. Fast mehr als wir“, so Steffen Borzi. Wobei alle profitieren: Luis fühlt sich bei den Hansels mit ihren vier Katzen wie zu Hause, die Hansels umsorgen ihn wie einen eigenen Enkel – und die Borzis bekommen etwas Zeit für sich geschenkt.
„Es ist schön zu sehen, wie sich zwischen der Familie und den Ehrenamtlichen ein freundschaftliches Verhältnis entwickelt hat“, schwärmt Annika Nitschke. Sie betreut das Projekt „Klein trifft Groß“ in der Abteilung Gesellschaft und Familie und vermittelt Familien und Ehrenamtliche. Derzeit sucht die Stadt Gaggenau wieder Menschen, die gerne einen Kontakt zu jüngeren Familien aufbauen möchten
Generation kommen zusammen
„Es geht darum, Zeit miteinander zu verbringen und die Generationen zusammenzubringen“, sagt Annika Nitschke von der Abteilung Gesellschaft und Familie. Egal, ob sie mit den Kindern backen, spazieren gehen, Gesellschaftsspiele ausprobieren oder lesen: „Großeltern können für Familien eine wertvolle Stütze und als Wegbegleiter für Kinder von unschätzbarem Wert sein.“ Umgekehrt besteht die Möglichkeit, dass die sogenannten Leih-Omas oder Leih-Opas im Laufe der Zeit in einer jungen Familie einen festen Platz einnehmen. „Das kann ein großer Mehrwert für alle sein“, führt Nitschke aus. Derzeit gibt es sieben Konstellationen, in denen Ehrenamtliche regelmäßig Kontakt zu jungen Familien haben. Die Altersspanne der Kinder reicht vom Kindergarten- bis Grundschulalter
Oma oder Opa für Familie gesucht
Ob Familien oder Ehrenamtliche: Wer bei dem Projekt dabei sein will, füllt einen Fragebogen aus und hat ein Kennenlerngespräch bei der Abteilung Gesellschaft und Familie. Anhand der Fragebögen und geäußerten Vorstellungen wird versucht, die passenden Personen zusammenzubringen. Dann werden unverbindliche Kennenlern-Treffen anberaumt, nach denen beide Seiten feststellen können, ob es für sie passt.
Die Stadt Gaggenau sucht derzeit speziell für eine Mutter mit zwei Kindern (sieben und acht Jahre alt) einen Leih-Opa oder eine Leih-Oma, die aus Gaggenau oder der näheren Umgebung kommen.
Wer Interesse hat, kann sich auf der Homepage der Stadt informieren oder direkt bei der Abteilung Gesellschaft und Familie, Telefon 07225 962 509 sowie per E-Mail an gesellschaft-familie@gaggenau.de
