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Das Foto zeigt vier Personen in der Gaggenauer Fußgängerzone, Rolf Wieland (Polizei), BM Andreas Paul, Samira Oser und Steffen Krach.
Rolf Wieland und Bürgermeister Paul im Gespräch mit Steffen Krach und Samira Oser vom Ordnungsamt.
© Stadt Gaggenau

29.4.26

„Fußgängerzone ist Fußgängerzone – und das bedeutet, dass man hier nicht einfach mit dem Rad oder E-Scooter durchrauschen kann“, erklärte Bürgermeister Andreas Paul gestern (Dienstag, 28. April) am bundesweiten Aktionstag „sicher.mobil.leben“. Diesen hatte das Gaggenauer Polizeirevier zusammen mit der städtischen Abteilung Sicherheit und Ordnung genutzt, um mit Radfahrern und Scooternutzern ins Gespräch zur Verkehrssicherheit in der Fußgängerzone zu kommen.

Jahrelang wurde in der Fußgängerzone in Gaggenau ein Auge zugedrückt, wenn Radfahrer den Bereich durchfuhren. Damit soll nun Schluss sein. Angesichts des deutlich zugenommenen Verkehrs in der Fußgängerzone haben sich nicht nur die Beschwerden gehäuft, sondern es gab auch schon Beinahe-Unfälle. Gerade die Zunahme von E-Bikes und E-Scootern habe die Problematik verschärft, erklärt Samira Oser von der Stadt Gaggenau. Dies sieht auch der stellvertretende Gaggenauer Revierleiter Rolf Wieland so: „Die Gefahren haben durch den erhöhten Verkehr zugenommen.“

Mit Bürgermeister Paul ist er sich deshalb einig, dass die Fußgängerzone wieder ein Ort werden soll, an dem sich alle wohl und sicher fühlen. Und dazu zählt eben, dass nicht mit dem Rad durchgefahren wird oder mit Tempo mit dem E-Scooter Passanten rasant umfahren werden. Am gestrigen Dienstag beließen es die Einsatzkräfte der Schutzpolizei und des städtischen Gemeindevollzugsdienstes bei Gesprächen und mündlichen Verwarnungen. „Wir sind heute rein präventiv unterwegs, weil wir für das Thema sensibilisieren möchten“, erklärte Wieland.

Mit dem Ansatz stießen Polizei und Stadt auf offene Ohren bei den Zweiradfahrern. Die meisten ahnten bereits beim Anblick der uniformierten Kräfte, dass sie absteigen müssen. „Eigentlich weiß jeder, dass man in der Fußgängerzone nicht fahren sollte“, stellt auch Margit Karcher, Leiterin des Amtes für Ordnung und Soziales, fest. Jahrelang sei es aber geduldet worden. Aus diesem Grund werden vorläufig auch noch keine Bußgelder verhängt, sondern es bleibt beim „Erwischen“ bei Verwarnungen. In Zukunft müssen E-Scooter-Fahrer und Radfahrer jedoch mit einer Strafe von 25 Euro rechnen. Dies gilt auch für die Murguferanlage oder den Bereich des Gänsebrunnenplatzes. Dazu werden in den nächsten Wochen auch noch eigens Schilder aufgestellt.

Mit dem gestrigen Aktionstag waren die Beteiligten sehr zufrieden. Die kontrollierten Personen waren bis auf wenige Ausnahmen sehr verständnisvoll. Die nächste Kontrollaktion soll folgen.

 

Hinweis:

Im Jahr 2025 ereigneten sich in Baden-Württemberg insgesamt 314.129 Verkehrsunfälle, darunter 34.231 mit Personenschaden. An insgesamt 16.806 Verkehrsunfällen mit Personenschaden waren Zweiräder beteiligt. Mit einem Anteil von 49 Prozent waren Zweiräder damit an jedem zweiten Personenschadensunfall beteiligt.

Eine besondere Zunahme von Unfällen, teilweise mit schweren Folgen, verzeichnet die Polizei dabei vor allem im Bereich von E-Scootern. Die Anzahl der Verletzten stieg um über 35 Prozent von 1.325 (2024) auf 1.792 (2025), und die Zahl der Getöteten um 57 Prozent von sieben auf elf (zehn E-Scooter-Nutzerinnen und -Nutzer sowie ein Fußgänger). Ebenso sind die tödlich verunglückten Pedelec-, Fahrrad- und Motorradfahrerinnen und -fahrer im Jahr 2025 angestiegen: bei den Pedelecs und Fahrrädern um fünf Prozent von 57 auf 60 und bei den Motorrädern um knapp elf Prozent von 64 auf 71 (von 2024 zu 2025).