05.03.2021
Immer wieder ist zu beobachten wie schnell das Flussbett der Murg bei langanhaltenden Regenfällen anschwillt. Die für die Stadt Gaggenau vorliegende Hochwassergefahrenkarte bestätigt, dass entlang der Murg für die Stadt eine erhebliche Hochwassergefährdung vorliegt. In der letzten Gemeinderatssitzung wurde dem Gemeinderat dazu eine Machbarkeitsstudie vorgestellt. Zuständig für die Planung und Umsetzung von erforderlichen Hochwasserschutzmaßnahmen an der Murg ist eigentlich das Regierungspräsidium. An der Umsetzung von Hochwasserschutzmaßnahmen und den erforderlichen Planungsleistungen des Landes werden die Städte allerdings grundsätzlich mit 30 Prozent an den Kosten beteiligt.
Seit Veröffentlichung der Hochwassergefahrenkarten ist die Stadt Gaggenau in engem Kontakt mit dem Regierungspräsidium, um die Hochwassergefährdung durch die Murg zu reduzieren. Dazu wurden entsprechende Verträge und Vereinbarungen zwischen Stadt und Regierungspräsidium geschlossen.
Seit dem Jahr 2017 sind Überschwemmungsbereiche in der Innenstadt und Bad Rotenfels vom Firmengelände Daimler bis nach Bad Rotenfels auf der rechten Murgseite (in Fließrichtung betrachtet) erheblich reduziert.
Um den Hochwasserschutz weiter zu verbessern, wurde im Dezember 2018 ein weiterer Vertrag mit dem Regierungspräsidium abgeschlossen. Ziel ist es, die Hochwassergefährdung an der Murg von der Schillerbrücke bis zum Pegel Bad Rotenfels weiter zu reduzieren.
Das Ingenieurbüro Wald und Corbe, Hügelsheim, hat hierfür eine Machbarkeitsstudie erarbeitet, die die Schwachstellen und den Handlungsbedarf aufzeigt. Das untersuchte Gebiet reicht von der Berliner Brücke bis zum Pegel Bad Rotenfels. Der Bereich wurde in drei Abschnitte gegliedert. Die Gesamtkosten liegen bei voraussichtlich 6,32 Millionen Euro. 30 Prozent der Kosten und damit etwa 1,9 Millionen Euro müsste die Stadt Gaggenau übernehmen.
Abschnitt 1
Zwischen Schillerbrücke und Flürscheimsteg
Ausbau auf HQ 100: Dazu soll der Damm erhöht werden. Bereichsweise ist ein Abfangen der landseitigen Böschung mit einer Winkelstützmauer geplant.
Zwischen Flürscheimsteg und Konrad-Adenauer-Brücke
Hier soll zum Schutz eines HQ 100 (Lastfall Kima) eine 140 Meter lange Spundwand mit aufgesetztem Gehweg eingebracht werden.
Abschnitt 2
Zwischen Konrad-Adenauer-Brücke und Glasersteg
Entlang der Rindeschwenderstraße sind keine Maßnahmen, außer Sanierung und Neuverfugung der Mauer geplant. Vor den Privathäusern oberhalb des Glaserstegs soll eine Spundwand mit aufgesetztem Betonholm errichtet und die Ufermauer erhöht werden.
Abschnitt 3
Entlang Murgtalstraße
Südlich des Badstegs sollen eine Hochwasserschutzmauer und eine Verwallung entstehen. Nördlich des Badstegs ist eine Spundwand/Bohrpfahlwand angedacht.
