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Theresa Wunsch nahm stellvertretend für den Musikverein Selbach den Preis entgegen.
© Stvw.

08.12.2020

Riesig war am vergangenen Wochenende die Freude in Selbach. Der Musikverein gewann den Wettbewerb der Technologie-Region Karlsruhe, die Kulturvereine dazu aufgefordert hatte, Ideen für „Zukunftsrezepte“ zu entwickeln. Spannend bis zur letzten Minute gestaltete sich die Preisverleihung, die zwar in der Jahnhalle ausgerichtet wurde, aber für Zuschauer in einem Live-Stream übertragen wurde und weiterhin hier angesehen werden kann. Oberbürgermeister Christof Florus durfte schließlich das Geheimnis lüften und die Laudatio auf den Verein halten. Dass der Verein für einen der ersten drei Plätze nominiert worden war, hatte bei den Selbachern schon für große Freude gesorgt. Als sich am Freitagmittag aber zeigte, dass man mit dem Video gar den ersten Platz ergattert hatte, war Theresa Wunsch vom Musikverein Selbach regelrecht überwältigt. Eigentlich sei die Teilnahme aus einer Laune heraus entstanden, erzählt sie wie der Verein nach Lösungen gesucht habe, um Corona zu trotzen. „Wir wollten zeigten wie lebendig Selbach ist und vor allem, dass es so bleibt“, erklärte sie den Hintergrund des Videos „Ein Dorf lebt Musik“. Dieses dokumentiert sehr anschaulich wie Musik die Generationen in Selbach zusammenschweißt, resümierte Oberbürgermeister Christof Florus. Die Musikantenscheune und das Video zeigen wie es gelingen kann, auch für die Zukunft junge Menschen für die Blasmusik und den Musikverein zu gewinnen. „Vereine sind der Motor des Dorfes“, verwies Florus auf die Bedeutung des Musikvereins in Selbach. Dass der Verein sich gegen viele tolle Wettbewerbsbeiträge durchgesetzt habe, zeige „wie besonders Selbachs Beitrag war“.

„Unser Dorf lebt vom Zusammenhalt und vom Ehrenamt“, erklärte Theresa Wunsch. Dabei gehe es dem Verein um mehr als „Musik zu machen“. In dem außergewöhnlichen Video erzählen junge und ältere Musiker welche Bedeutung der Musikverein für sie persönlich hat. Von Lebenselixier, von Freundschaft aber auch von kultureller Verantwortung ist die Rede. Und immer wieder lachen Jung und Alt gemeinsam in die Kamera, bis sich schließlich alle in ihren Fahrzeugen auf dem Sportplatz wiederfinden und zünftige Blasmusik zum Mitschunkeln erklingen lassen.

Die Jury war begeistert und honorierte den Videobeitrag, bei dem die Musiker vor und hinter der Kamera gemeinsam mitgewirkt hatten, mit dem ersten Platz. Den zweiten Platz erhielt die Karlsruher Ortsgruppe der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland und den dritten Platz der Verein „Art Ettlingen“. Einen Sonderpreis gab es für die elsässische Initiative „Le sentier du Théatre“. „Es waren viele interessante Beiträge eingesendet worden“, resümiert Heidrun Haendle. Die Gaggenauer Leiterin des Kulturbüros ist Mitglied der Jury, die alle zwei Jahre den Kultpreis ausschreibt. Ein Lob gab es abschließend von Jochen Ehlgötz, dem Geschäftsführer der TRK, der dem städtischen Kulturbüro für die Ausrichtung der Preisverleihung in dem etwas anderen Rahmen dankte.