18.3.25
Was macht eigentlich die Feuerwehr, wenn es nicht brennt? „Haben Sie viel Zeit? Dann erzählen wir es“, sagen die beiden Feuerwehrtechnischen Angestellten der Freiwilligen Feuerwehr Gaggenau, Florian Groß und Christopher Striebel, zwischen riesigen Regalen mit Atemluftflaschen, Wasserschläuchen und Atemschutzgeräten stehend. Dass die beiden alle Hände voll zu tun haben, daran besteht schon nach der ersten Minute kein Zweifel.
„Das hier ist die Ausbeute von einer Woche Übungsmaterial“, erklärt Florian Groß, auf Kisten deutend, in der sich Atemluftflaschen aneinanderreihen. Diese müssen geprüft und aufgefüllt werden. „Wir betreuen hier das Material aller neun Abteilungen“, erklären die beiden hauptamtlichen Mitarbeiter. Diese Arbeiten fallen laufend an, denn die ehrenamtlichen Kameradinnen und Kameraden bereiten sich regelmäßig in ihren Abteilungen auf den Ernstfall vor. Hinzu kommt das Material, das bei einem Einsatz gebraucht und wiederhergerichtet werden muss – damit es startklar ist, wenn die Feuerwehr zu einem Brand, Unfall oder einem anderen Notfall gerufen wird. Egal ob Flammschutzhaube, Atemschutzgerät oder Schlauch: Alles wird nach dem Gebrauch gereinigt und geprüft, gegebenenfalls repariert oder ausgetauscht.
Die Schläuche zum Beispiel legt Florian Groß in eine lange Wanne aus Edelstahl. „Gereinigt werden sie nur mit Wasser“, erklärt er. „Hier findet auch die Druckprüfung statt.“ Ist der Schlauch noch dicht, hält er der Prüfung stand. Ähnlich wie ein Autoreifen bestehen die Schläuche, die es in vier verschiedenen Stärken gibt, im Inneren aus galvanisiertem Gummi, außen umgeben von einer Textilschicht. Je nach Untergrund scheuert eine Stelle schon einmal auf. Besonders dort, wo es Knicke gibt, zum Beispiel in dem Bereich, in dem der Schlauch mithilfe einer Kupplung an den Wasserverteiler gesteckt wird, sind sie empfindlich. Geflickt wird nicht, ein Stück abgeschnitten hingegen schon. „Allerdings muss die Länge eine bestimmte Norm erfüllen“, erläutert Groß. „Der Schlauch darf also nicht zu kurz werden.“ Wie lange hält ein Schlauch? „Das ist sehr unterschiedlich. In der Regel mehrere Jahre.“ Zum Trocknen werden die Schläuche im Turm des Feuerwehrgerätehauses Gaggenau aufgehängt, bevor sie wieder fachmännisch zusammengerollt auf ihren nächsten Einsatz warten. Das Reinigen ohne Reiniger und das Lufttrocknen im Turm ist umweltschonend und energiesparend.
Für die Atemschutzgeräte gibt es spezielle Waschvorrichtungen, wie Christopher Striebel erläutert. Bevor sie gereinigt und desinfiziert werden, baut er aus den Atemschutzmasken die Ausatem-Ventile heraus. Diese werden separat gereinigt. Nach der Reinigung baut er die Masken wieder zusammen und prüft, ob sie noch funktionstüchtig sind. „Dafür haben wir eine spezielle Software.“ Die 6,8 Liter fassenden Atemluftflaschen werden neu befüllt. Die Atemluft reicht übrigens für eine halbe Stunde.
Für die Prüfung und Reinigung der Einsatzkleidung und Ersatzwäsche ist das Kleiderkammer Team ehrenamtlich im Einsatz. Das gesamte Material wird von den einzelnen Abteilungen zum Feuerwehrgerätehaus nach Gaggenau gebracht.
Doch auch die Ehrenamtlichen in den Abteilungen bereiten die Übungen und Einsätzen nach. Sie nehmen beispielsweise an den Fahrzeuge Wartungsarbeiten vor, bestücken sie regelmäßig mit frisch gereinigtem, geprüftem und hygienisch verpackten Material und sorgen dafür, dass diese jederzeit ausrücken können.
