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© Larob Studio für Architektur / Laux Architekten Stadtplaner

23.04.2020

Wohnen in der Innenstadt ist angesichts kurzer Wege für immer mehr Menschen interessant. Am Abend des 20. Aprils legte der Gemeinderat einen Grundstein für mehr Wohnungen, in dem er dem Aufstellungsbeschluss für den 1. Teilbebauungsplan „Carré zwischen Hildastraße und Luisenstraße“ und dem Entwurf zustimmte. Nun Im nächsten Schritt erfolgt die Offenlage.

Das Quartier zwischen Hildastraße, Luisenstraße, Leopoldstraße und Friedrich-Ebert-Straße liegt in zentraler Innenstadtlage. Doch trotz der guten Lage, sei das Quartier durch diverse städtebauliche Missstände gekennzeichnet, urteilte Stadtplaner Maximilian Krebs am Montagabend im Gemeinderat und verwies auf ältere Gewerbehallen, auf Grundstücke, auf denen sich Altlasten befinden und auf mehrere Grundstücke, die baulich untergenutzt sind.

  

Aktuell ist für mehrere Grundstücke in dem Quartier ein starker Entwicklungswille festzustellen, der sich schwerpunktmäßig auf die Umsetzung von Vorhaben für die Wohnnutzung konzentriert. „Dies ist aus städtebaulicher Sicht zu befürworten, da damit eine Aufwertung des Gebiets, eine bessere Einbindung in das städtebauliche Gefüge und eine qualitätsvolle Fortsetzung des auf der Fläche des ehemaligen Güterbahnhofs angestoßenen Stadtumbaus erfolgen kann“, erklärte Krebs. Man setze auf Innenverdichtung, allerdings in einem angemessenen Maß und im städtebaulichen Kontext der Umgebung.

  

So wurde 2019 von der Stadt Gaggenau eine Mehrfachbeauftragung für mehrere Teilflächen in der Gaggenauer Innenstadt ausgelobt. Hierbei wurden mehrere qualifizierte Büros mit der Ausarbeitung von städtebaulichen Konzepten für die Ansiedlung von Wohnnutzung sowie für einen unterzubringenden Lebensmittelmarkt zur Verbesserung der Nahversorgung beauftragt.

Für den Bereich des „Carrés“ zwischen Hildastraße, Luisenstraße, Leopoldstraße und Friedrich-Ebert-Straße konnte das von den Büros „Larob Studio für Architektur“ und „Laux Architekten Stadtplaner“ gemeinsam erarbeitete Konzept am meisten überzeugen. Dieses weist folgende zentrale Elemente auf:  

  • Realisierung eines urban durchmischten Quartiers mit Wohnnutzung, Lebensmittelmarkt sowie weiterem, im Bestand vorhandenen, nicht wesentlich störendem Gewerbe;
  • Errichtung von mehreren Neubauten mit vier Vollgeschossen und teilweise zurückgesetztem Staffelgeschoss mit Flachdach entlang der Hildastraße;
  • Errichtung eines Neubaus mit drei Geschossen und teilweise zurückversetztem Staffelgeschoss mit Flachdach an der Luisenstraße;
  • Errichtung eines eingeschossigen Zwischenbaus im Kontext des Lebensmittelmarkts im nördlichen Bereich des Quartiers;
  • Optional und abhängig von den jeweiligen Eigentümern Entwicklung weiterer Neubauten im Bereich vorhandener Bestandsgebäude;
  • Herstellung einer durchgehenden, d. h. grundstücksübergreifenden privaten Grünfläche im inneren Bereich des Baublocks;
  • Weitestgehender Verzicht auf oberirdische Stellplätze – stattdessen Unterbringung der Stellplätze in Tiefgaragen.

  

Dem Bebauungsplan liegen die Ergebnisse der Mehrfachbeauftragung zugrunde. Mit dem 1. Teilbebauungsplan (der nur einen Teil des Carrés umfasst - nur Flst. 2575) wird die Umsetzung der aus der Mehrfachbeauftragung hervorgehende städtebaulichen Ziele angestoßen.

Zur Gewährleistung einer hohen städtebaulichen und baugestalterischen Qualität der geplanten Neubebauung beschloss der Gemeinderat zudem den Abschluss eines städtebaulichen Vertrages mit dem Grundstückseigentümer, in dem weitere Einzelheiten zur Berücksichtigung gestalterischer Belange geregelt werden können. Auch Regelungen zur Bauverpflichtung und zur Kostentragung sollen darin aufgenommen werden. Ziel ist es, dass Teile der Kosten für die Ausarbeitung der städtebaulichen Planung durch den Grundstückseigentümer übernommen werden.