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Das Foto zeigt ein Wehr mit Betonwänden im Selbach. Das Wasser ist relativ niedrig.
Dieses Wehr im Selbach wird naturnah umgebaut.
© Stadt Gaggenau

5.9.26

Die Wehranlage am unteren Selbach zwischen dem Kuppelsteinbad und Selbach wird zurückgebaut und in eine raue Rampe umgebaut. Die Baumaßnahme – eine Teil-Ausgleichsmaßnahme für das Wohngebiet Brunnenrain – soll nächste Woche beginnen und bis Mitte Oktober abgeschlossen sein.  

Die Stadt Gaggenau verfolgt mit dieser Gewässerentwicklungsmaßnahme das Ziel, den Selbach deutlich aufzuwerten: Die ökologische Durchgängigkeit wird verbessert und eine gewässertypische Eigendynamik wiederhergestellt. Davon profitieren neben Fischen auch die unter Naturschutz stehenden Steinkrebse, die im Selbach gesichtet wurden: Sie bekommen mit der rauen Rampe die Möglichkeit, sich innerhalb des Selbachs zu bewegen. Invasive Krebsarten hingegen können sich nicht von der Murg stromaufwärts in den Selbach bewegen. Dies wird durch eine Krebssperre verhindert, die bereits oberhalb der Selbachmündung eingebaut ist.

Dazu werden die bestehenden Böschungsbefestigungen abgebrochen und die künstlichen Abstürze in naturnahe Sohlgleiten mit rauer Struktur umgebaut. Eine Sohlgleite ist eine Art sanfte Rampe im Flussbett. Sie sorgt dafür, dass ein Höhenunterschied im Bach oder Fluss nicht durch eine steile Stufe, sondern über eine flach abfallende Strecke überwunden wird. Dafür lässt die Stadt grobe Steine aus ortstypischem Granit einbauen. So kann das Wasser natürlich fließen. Die Steine bremsen die Strömung und schützen das Flussbett vor Ausspülungen. Zudem dienen die Steine als Versteck für Lebewesen und auch die Steinkrebse.

Die Rampe ist für einen 100-jährlichen Hochwasserabfluss (HQ 100) ausgelegt. Der Selbach wird im Rahmen der baulichen Maßnahme an seinen ehemaligen, gewundenen Verlauf angepasst und schließt dann wieder an das alte Bachbett an.

Die Kosten für die Maßnahme trägt der Erschließungsträger des Wohngebiets Brunnenrain. Die städtische Tiefbauabteilung begleitet das Projekt fachlich. 

Während der Arbeiten kann der Radweg zeitweise etwas eingeengt sein.