8.5.26
Große Freude herrschte dieser Tage im Gaggenauer Thermalbad Rotherma: Die Einrichtung erhält für die Sanierung des Außenbeckens 1,1 Millionen Euro aus dem Tourismusinfrastrukturprogramm des Landes Baden-Württemberg. „Ich bin wirklich total happy“, sagt Geschäftsführer Jörg Zimmer, während sein Blick über das Außenbecken wandert. Jetzt, wo gerade kein Wasser in dem Becken ist, weil die jährlichen Wartungsarbeiten anstehen, sind die Schäden und Altersspuren deutlicher sichtbar.
Vor rund 45 Jahren wurde das Rotherma gebaut. Das Außenbecken hat damit 45 Jahre auf dem Buckel und ist gezeichnet von 45 Jahren Heilwasser. „Das ist doch recht aggressiv“, deutet er auf Risse in der Außenmauer, wo das Schwallwasser abläuft. Gleichzeitig sammelt sich durch das Gefälle rund um das Becken aber auch immer noch Regenwasser an der Außenmauer. Das Becken ist längst nicht mehr dicht. Die Schäden sorgen auch für durchtropfendes Wasser in der darunterliegenden Tiefgarage und im Technikbereich.
Die Undichtigkeit des Beckens mit all ihren Folgen ist das eine. Für die Gäste noch wichtiger ist, dass sie sich wohlfühlen. Doch viele Massagedüsen funktionieren nicht mehr richtig, die Massageliege ist ebenfalls instabil. „Hier werden wir jetzt für ein völlig neues Massageerlebnis sorgen“, verspricht Zimmer. Neben neuen und variationsreichen Massagedüsen sind nun zudem noch Lichteffekte geplant. Ähnlich wie im 2019/2020 sanierten Thermal- und Bewegunsgbecken soll nun auch das Außenbecken ein völlig neues Ambiente erhalten.
Auf insgesamt 1,9 Millionen Euro schätzt Zimmer die Kosten für die Arbeiten, die voraussichtlich im Herbst beginnen werden. Über die Hälfte der Kosten sind durch den Zuschuss nun gedeckt. Bevor die Arbeiten beginnen, rechnet Zimmer mit einer kurzzeitigen Schließung des großen Innenbeckens, da die beiden Becken miteinander verbunden sind. Dabei soll die Zwischenwand komplett verschlossen werden, sodass die Badegäste während der Bauarbeiten nicht auf das Innenbecken verzichten müssen.
Anschließend wird das komplette Außenbecken bis auf den Grundbeton zurückgebaut. Der Beckenrand wird ebenfalls komplett abgebrochen. „Wir werden dann ein neues Stahlgerüst einbauen mit einem Edelstahlbecken“, erklärt Zimmer. Dieses wird auch einen anderen Überlauf erhalten, um sicherzustellen, dass künftig kein Wasser mehr aus dem Becken tritt.
Auch die Wasseraufbereitung soll geändert werden. Künftig soll die Aufbereitung des Wassers im Innenbecken getrennt vom Außenbecken erfolgen, da die Verhältnisse zu unterschiedlich sind. „Die Sonne im Freien lässt das Chlor viel schneller ausgasen. Wir brauchen außen also mehr Chlor als im Innenbereich“, resümiert Zimmer den chemischen Prozess.
Ein umfangreiches Projekt steht dem Rotherma damit bevor. Herausfordernd ist zudem, dass der Baukran nicht auf der Liegewiese aufgestellt werden kann, da sich darunter die Tiefgarage befindet. Das bedeutet: Der Kran steht hinter dem Gebäude. Und: „Wir bauen im laufenden Betrieb um – und das so schnell wie möglich“, freut sich Zimmer schon auf das neue Außenbecken. „Das wird für die Besucher ein tolles Erlebnis, vor allem am Abend mit den Lichtern“, kommt er ins Schwärmen.
Dass das Rotherma ein Leuchtturm für den Tourismus im Murgtal ist, unterstreicht der nun erfolgte Zuschuss, der durch den Ausschuss für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus des Landtages bewilligt wurde.
