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Das Foto zeigt den Annemassegarten bei der Jahnhalle.
Im Annemassegarten wird die neue Eventscheune stehen.
© Stadt Gaggenau

1.4.26

 

Gaggenau wird ein neues klag erhalten: Die Baden-Badener Scherer-Stiftung schenkt der Stadt Gaggenau eine neue „Eventscheune“. Diese freudige Überraschung verkündeten am 31. März Oberbürgermeister Michael Pfeiffer, Bürgermeister Andreas Paul und Peter Fetscher in Vertretung des Stifters der Scherer Stiftung, Adolf Scherer, im Rahmen eines Pressegesprächs: „Wir sind dankbar und glücklich, dass wir damit die erfolgreiche klag-Ära fortsetzen und für die nächsten Generationen erhalten können“, sagte Bürgermeister Paul. Und Oberbürgermeister Michael Pfeiffer ergänzt: „Es ist ein Glücksfall für Gaggenau, denn wir hätten es uns als Stadt nicht leisten können.“ Für den gebürtigen Gaggenauer Adolf Scherer ist es „eine Ehre, das klag zu unterstützen“.

Seit dem Sommer letzten Jahres sind Stadtverwaltung, die Scherer-Stiftung und Jens Dietrich (Rantastic) im engen Austausch, um gemeinsam das neue klag zu entwickeln. Eine der Hauptfragen war zunächst der Standort. Er sollte zentral liegen, gut erreichbar sein, Parkmöglichkeiten in der Umgebung bieten und möglichst ohne großen Aufwand nutzbar sein. Dort, wo Adolf Scherer als kleiner Junge dem Ball nachjagte, auf dem Jahnplatz, wird nun das neue Gebäude errichtet. Genauer gesagt gegenüber der Jahnhalle im heutigen Annemassegarten. „Das ist eine wunderbare Lage – nicht nur, weil ich eine besondere Beziehung zu diesem Ort habe, sondern auch wegen seiner guten Lage an der B462“, erklärt Scherer. Das sei ideal – schließlich wird das neue klag größer und soll auch eine noch größere Ausstrahlung über Gaggenau hinaus erhalten als jetzt schon.

Etwa 600 Quadratmeter umfasst das Gebäude. Bis zu 300 Besucher könnnen dort Platz finden. Ganz wichtig ist Scherer, dass es gelingt, „den Geist des alten klag in den neuen Bau zu übertragen“. Denn wie faszinierend und besonders die Atmosphäre im klag ist, wurde dem Stifter bei einem Konzert seines Freundes King Henry bewusst. „Seitdem hat es mich gepackt. Die Symbiose von Publikum, Akteuren und Stimmung ist etwas Seltenes, das ich woanders bisher nicht erlebt habe“, sagt Scherer, der in seinem Leben schon viele kulturelle Einrichtungen weltweit gesehen hat.

Die Familie Scherer ist seit Generationen in Gaggenau verwurzelt. Scherers Großvater errichtete in der Leopoldstraße einst eine Schreinerei, die sein Vater nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wieder aufbaute. Im ehemaligen Maschinensaal fand schließlich das heutige klag 1989 eine neue Heimat. Mit dem Neubau bleiben das Klag und die Familie Scherer weiterhin verbunden – und das lückenlos. Denn Adolf Scherer verlängert den Mietvertrag in der Luisenstraße. „Das ist eine unheimliche Erleichterung für uns“, stellt Bürgermeister Paul fest. So spart sich die Stadt hoffentlich nicht nur weitere Kosten, die in Selbach hätten investiert werden müssen, sondern muss auch die Selbacher Vereine nicht einschränken. „Wir waren dankbar, dass Ortschaftsrat, Anwohner und Vereine hier so toll mitgezogen haben und uns unterstützt hätten – das zeugt vom Zusammenhalt in der Stadt“, zollte Pfeiffer den Selbachern seinen Respekt.

 

Wie sieht das weitere Vorgehen aus?

„Wir sind noch nicht am Ziel, aber wir sind auf der Zielgeraden“, erklärte Pfeiffer beim Pressegespräch. Endgültige Gemeinderatsbeschlüsse stehen noch aus, ebenso gilt es noch Verträge zu schließen und verschiedene rechtliche Voraussetzungen zu schaffen. Geregelt wird beispielsweise, dass die Stadt das Grundstück der Scherer-Stiftung zur Verfügung stellt und umgekehrt die Stiftung der Stadt die Eventscheune auf 30 Jahre mietkostenfrei mit Verlängerungsoptionen überlässt. Betreiber wird auch künftig das Rantastic sein. Jens Dietrich freut sich darauf: „Mit der neuen Größe können wir auch wieder leichter Künstler gewinnen, die lieber vor größerem Publikum auftreten.“ Öffnen könnte sich der Vorhang erstmals 2028. Baubeginn soll im Frühjahr 2027 sein.