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30 Jahre Schulleiterin: Sigrid Rahner geht in den Ruhestand.
30 Jahre Schulleiterin: Sigrid Rahner geht in den Ruhestand.
© Stvw.

29.07.2020

In kleinem Rahmen verabschiedete Oberbürgermeister Christof Florus kurz vor den Sommerferien die Leiterin der Grundschule Hörden, Sigrid Rahner, in den Ruhestand. Neben ihm blickte auch Schulamtsdirektor Franz Veith auf die letzten Jahrzehnte zurück, um festzustellen, dass im Leben und Wirken von Sigrid Rahner so manches besonders und außergewöhnlich ist. Das beginnt schon damit, dass es selten ist, dass eine Exschülerin einmal selbst Schulleiterin wird und gar noch Chefin ihrer ehemaligen Lehrer. „Das war anfangs schon sehr schwer“, erinnert sich Sigrid Rahner an ihren Start im Jahr 1990 als junge Rektorin zurück. „Auf einmal waren die Klasselehrer meine Kollegen“. Zudem sei die Stadt „arm wie eine Kirchenmaus gewesen“, was für sie bedeutet, dass immer wieder für die Ausstattung der Schule gekämpft werden musste. Das erste was sie damals anschaffte, waren ein Diaprojektor und ein Overheadprojektor. Zudem initiierte sie eine Französisch-AG und konnte den damaligen Oberbürgermeister Thomas Schäuble von der Notwendigkeit eines Klaviers überzeugen. Da die Stadtkasse klamm war, hat sie mit ihrer Familie oftmals selbst Hand angelegt, um das Schulhaus zu verschönern oder mit Möbeln zu ergänzen. „Am wichtigsten waren mir immer die Kinder, dass sie gut ausgestattet waren und wir die nötigen Materialien hatten“. Als Hausherrin habe sie sich für die Schule wie für ihr eigenes Haus verantwortlich gefühlt und hartnäckig für sie gekämpft, fasst sie die Zeit als Rektorin zusammen. Insbesondere in den letzten Jahren seien auch die kleinen Schulen in den Blickpunkt gerückt. „Wir wurden gut von der Stadt unterstützt“, dankte sie stellvertretend der Abteilungsleiterin Liliana Erbesdobler und Monika Braun von der Hochbauabteilung. „Sie haben viel bewegt und ihren Willen durchgesetzt“, konstatierte ihr OB Florus, dass sie sich sehr für Hörden eingesetzt habe und entsprechend viel erreicht hat. An der Grundschule sei die Gemeinschaft immer spürbar gewesen, erinnerte er sich an Schulfeste und wies auf die Verbundenheit Rahners mit den Kindern und Hörden hin. „Es war ihr immer ein Anliegen die Umgebung der Schule zu optimieren“, verwies er unter anderem an den Bolzplatz und den Schulhof.

Geprägt war die Schulzeit in Hörden aber auch von schwankenden Schülerzahlen. Noch vor knapp zehn Jahren lag der Schüleranteil bei über 80 Kindern. Aktuell sind es über 30 Kinder, die in zwei Doppelklassen unterrichtet werden. In den nächsten Jahren wird wieder mit einem deutlichen Zuwachs gerechnet. Bis zum Schuljahr 2022/23 werden es wieder rund 60 Kinder sein. Die Einrichtung hat eine Gruppe für Verlässliche Grundschule, bietet Hausaufgabenbetreuung und kooperiert mit mehreren Vereinen. Besonders stolz ist die Schule auf ihre Schach-AG, der es bereits viermal gelang an der den deutschen Meisterschaften teilzunehmen. „Was man bewirkt hat, das bleibt“, fasste Schulrat Veith das Engagement von Sigrid Rahner in Hörden zusammen. Er ist sich sicher, dass die Hördener Kinder viele Erinnerungen an ihre Schulzeit bei ihr haben und sich bis ins Erwachsenenalter an schöne Momente erinnern werden. Immerhin habe Rahner zwei Generationen in Hörden geprägt. Ihr eigener Weg begann ebenfalls an der Grundschule in Hörden, es folgte der Besuch der Hauptschule Gernsbach und schließlich der Abschluss am Wirtschaftsgymnasium in Rastatt. Das PH-Studium absolvierte sie in Karlsruhe, die Referendarszeit verbrachte sie in Gernsbach. „Sie war Mentorin, Fachberaterin und hat vor allem viele Fortbildungen gemacht“, berichtete Veith. Mit derlei Erfahrung wurde ihr 1990 die Schulleitung in Hörden übertragen. Ab da war sie der pädagogische Motor der Einrichtung.

Im neuen Lebensabschnitt wird sie weiterhin ab und an hinter einer Schulbank Platz nehmen. Schließlich sammelt sie alte schulische Exponate in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv. Zudem freut sie sich auf mehr Zeit fürs Gärtnern.