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Auch in Gaggenau herrscht große Anteilnahme für die betroffene Zivilbevölkerung in der Ukraine.
© Gerd Altmann/Pixabay

03.03.2022

Der Kriegszustand in der Ukraine löst auch hier in der Region große Anteilnahme für die betroffene Zivilbevölkerung aus. In den nächsten Tagen und Wochen ist damit zu rechnen, dass mehrere Millionen Flüchtende aus der Ukraine die EU-Länder erreichen werden. Derzeit werden bundesweit in vielen Gemeinden Strukturen aufgebaut, um Anfragen und Spenden zu bündeln und dann entsprechend zu organisieren. Viele Menschen wollen zudem den ankommenden und schutzsuchenden Menschen aus der Ukraine helfen, indem sie beispielsweise Wohnungen zur Verfügung stellen. Auch der Landkreis Rastatt organisiert derzeit Unterbringungen. Ergänzend dazu gibt es in Gaggenau ab sofort eine zentrale städtische Anlaufstelle zur Koordinierung von Hilfsangeboten.

Unter der Leitung von Baden-Württembergs Ministerin der Justiz und für Migration, Marion Gentges, haben sich das Ministerium der Justiz und für Migration, der Landkreistag, der Städtetag und der Gemeindetag Baden-Württemberg sowie alle vier Regierungspräsidien auf ein gemeinsames und planvolles Vorgehen sowie schnelle und unbürokratische Maßnahmen zur Vorbereitung der Aufnahme von Flüchtenden aus der Ukraine verständigt.

Die Anlaufstelle soll für eine koordinierte Aufnahme der Flüchtenden sorgen – auch für Flüchtende, die bei Verwandten oder Freunden unterkommen. Die Landeserstaufnahmeeinrichtungen werden die Funktion einer Erstanlaufstelle für alle Ankommenden, die nicht bei Verwandten oder Freunden unterkommen, übernehmen. Allen Ankommenden soll ebenfalls rasch ein Angebot für eine Covid-19-Schutzimpfung unterbreitet werden. Ukrainische Staatsangehörige, die sich derzeit ohne Visum für einen Kurzaufenthalt im Landkreis Rastatt befinden, können bei den Ausländerbehörden eine Aufenthaltserlaubnis für einen weiteren Aufenthalt einholen. Auf der Website des Ministeriums der Justiz und für Migration wird zeitnah ein Informationsangebot zu Fragen der Aufnahme von Flüchtenden aus der Ukraine eingerichtet.
 

Anlaufstelle Ukraine“

Um die verschiedenen Anfragen zu bündeln und die vielen Unterstützungsangebote zu sammeln oder an die richtige Stelle zu vermitteln, hat die Stadt Gaggenau nun die „Anlaufstelle Ukraine“ geschaffen. Die zuständige Abteilung Gesellschaft und Familie ist bereits für die bisherigen Flüchtlingsthemen zuständig gewesen.

Unter der Telefonnummer 07225/962-800 oder der Mailadresse ukraine@gaggenau.de können beispielsweise private Wohnungsangebote oder ehrenamtliche Hilfsdienste gemeldet werden.

Bei Spenden wird gebeten, sich an die üblichen Spendenorganisationen zu wenden wie z.B. Aktion Deutschland hilft (www.spendenkonto-nothilfe.de) oder Aktionsbündnis Katastrophenhilfe (https://www.zdf.de/service-und-hilfe/spendenaufruf-fuer-ukraine-100.html). Von Sachspenden bitten wir derzeit abzusehen.
 

Geflüchtete aus der Ukraine können kostenlos Busse und Bahnen im KVV nutzen

Um den notleidenden Menschen eine sichere Weiterfahrt zu Freunden, Verwandten oder Ankunftszentren zu erleichtern, können Geflüchtete aus der Ukraine ab sofort auch im Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) bis auf Weiteres kostenlos Busse und Bahnen des öffentlichen Nahverkehrs nutzen. Als Fahrausweis dienen entweder sogenannte „0-Euro-Tickets“, wie sie beispielsweise bereits von der Deutschen Bahn im Fernverkehr ausgestellt werden, oder ein gültiges ukrainisches Ausweisdokument.

Der KVV setzt so ─ in enger Abstimmung mit den Städten und Landkreisen im Verkehrsverbund ─ eine unbürokratische und schnelle Lösung zur humanitären Unterstützung der Geflüchteten um. Auch der ÖPNV-Branchenverband VDV (Verband Deutscher Verkehrsunternehmen) hatte sich am 1. März auf solch eine bundesweite Regelung verständigt.