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Das Foto zeigt eine Wiese in Bad Rotenfels, wo ein Wald entstehen soll.
Auf dieser Wiese soll ein Tiny Wald entstehen.
© Stadt Gaggenau

11.8.26

Der Bau- und Umweltausschuss hat dem Konzept zur Umsetzung der im Bebauungsplan festgesetzten Baumpflanzungen in den Gewerbegebieten „Holderwäldele, Wissigfeld, Stampfelwörth, Kleine Feldele“ und „Neuwiesenäcker“ in Bad Rotenfels zugestimmt. Damit schafft die Stadt Gaggenau die Grundlage, um noch ausstehende Pflanzungen in den kommenden Jahren umzusetzen und gleichzeitig neue Wege der ökologischen Aufwertung zu gehen.

Aufgegriffen hat die Stadt nun die Idee, auf einer 250 Quadratmeter großen Fläche auf der Wiese zur Kreisstraße hin (in der Nähe der Firma Pneuhage) einen Tiny Wald anzulegen. „Wir sehen das als Versuchsballon“, erklärt Elke Henschel, Leiterin der städtischen Umweltabteilung. Von Schulen, Vereinen und Unternehmen gibt es immer wieder Anfragen, wo sie sich ökologisch sinnvoll engagieren können. Ein solcher Miniwald wäre eine gute Möglichkeit dafür, auch im Sinne der Umweltbildung und der Sensibilisierung für den Klimaschutz. Der Tiny Wald wird dicht bepflanzt und soll sich dann alleine entwickeln: Auf jeden Quadratmeter kommen vier Setzlinge aus Forstware, die mit den sich verändernden klimatischen Bedingungen gut klarkommt.

Durch die dichte Bepflanzung streben die einzelnen Setzlinge schnell zum Licht. Hier gilt: Der Schnellere gewinnt – und unterdrückt die zurückbebenden Bäumchen. Die Höhe der Bäume entspricht am Ende den normalen Wuchshöhen der jeweiligen Baumarten. Beim Pflanzen verwendet man kleine Setzlinge (60 Zentimeter bis maximal 1,20 Meter) damit sie besser anwachsen können.

Theoretisch soll der Wald ganz ohne Pflege auskommen. „Das bringe ich aber nicht übers Herz“, sagt Elke Henschel. Die Umweltabteilung will dem Artenreichtum mit minimalem Wässern etwas Starthilfe geben, besonders, wenn es wieder so heiß und trocken wird wie in diesem Jahr. Ende 2027/Anfang 2028 soll das Projekt mit 1.000 Setzlingen in Angriff genommen werden. Solche Miniwälder wirken sich positiv aus auf die Artenvielfalt, das Kleinklima und das Regenwassermanagement. Geprüft wird noch, in welchem Umfang die Pflanzungen des Tiny Waldes auf die im Bebauungsplan festgesetzten Bäume angerechnet werden können. Sollte danach noch eine Differenz bestehen, wird die Stadt eine entsprechende Befreiung vom Bebauungsplan beantragen.

Für das Gewerbegebiet „Holderwäldele“ sieht das Konzept noch weitere Maßnahmen vor. 2028 sollen entlang der Straßen zehn weitere Hochstämme gepflanzt werden. Die Bäume erhalten einen hohen Kronenansatz, damit der Lkw-Verkehr nicht beeinträchtigt wird.

Im Gewerbegebiet „Neuwiesenäcker“ sollen zudem in zwei Pflanzabschnitten in den Jahren 2027 und 2028 parallel zur Untergasse insgesamt 21 Obsthochstämme nachgepflanzt werden. Die Bäume werden in vorhandenen Grünflächen gesetzt. Sie grenzen das Gewerbegebiet ab und dienen als optische Leitlinie entlang des Straßenkörpers.