Unterstützung der Industrie, des Handwerks und Einzelhandels sowie der Stadtentwicklung

Wirtschaftsförderin Kerstin Wiedemann-Ganter im Gespräch mit Dominik Strobel von den Hördener Holzwerken.
© Emil Rothweiler

26.03.2021

„Wir wollen die Wirtschaftskraft stärken sowie Arbeitsplätze sichern und schaffen“, erklärte die städtische Wirtschaftsförderin, Kerstin Wiedemann-Ganter die Hauptaufgabe ihrer Stabstelle am vergangenen Montag gegenüber dem Gemeinderat. Zusammen mit Citymanager Philipp Springer und ihrem Team kümmert sie sich um Unternehmen ebenso wie um Händler und die Stadtentwicklung.

Seit wenigen Wochen gehört zudem die Geschäftsstelle der Bonuscard zum Aufgabenfeld. Dabei sei sie mal als Moderatorin, Koordinatorin, als Krisenmanagerin oder insgesamt als Dienstleister tätig. Die städtische Wirtschaftsförderung entwickle zudem neue Projekte und Maßnahmen, um die Wirtschaft zu unterstützen. In vier Schwerpunkte lässt sich die Arbeit gliedern. Neben der Betreuung von Unternehmen, gehe es um die Stadtentwicklung, City-Management und die Bonuscard. Um einen konkreten Einblick in die unterstützende Tätigkeit der Stadt für die Betriebe zu geben, wählte Wiedemann-Ganter einige markante Projekte aus, bei denen die Wirtschaftsförderung von den Planungen bis zur baurechtlichen Abstimmung in den Prozess eingebunden war. Insbesondere wenn Firmen erweitern möchten, ist die Wirtschaftsförderung Anlaufstelle, um Fragen zum Baurecht, zu Bebauungsplänen, Stellplätzen oder Neubauten zu klären.

Oftmals sei es ein mehrjähriger Prozess, der auch Bebauungsplanverfahren oder Änderungen beinhaltet. Gesprächsinhalte sind häufig auch Auswirkungen oder Beeinträchtigungen auf Nachbarn. Zudem ist die Wirtschaftsförderung immer wieder auch „Lösungsfinder“, wenn sich Betriebe neu ansiedeln oder umsiedeln möchten. Dabei gilt es oftmals auch Flächen zu vermitteln. Gleiches gilt für Betriebe in der Innenstadt. Es gelte Leerstände zu vermeiden und zwischen Pächtern und Verpächtern zu vermitteln oder Kontakte herzustellen.

Ein weites Feld stellt die Stadtentwicklung dar. Schwerpunkt ist hier derzeit der städtebauliche Wettbewerb für die Innenstadtbereiche Carré, Zeile und Höfe. Hierbei hat die Wirtschaftsförderung zusammen mit der Stadtentwicklung die federführende Betreuung.

Die Stabstelle des Oberbürgermeisters organisiert und moderiert zudem monatlich einen ämterübergreifenden runden Tisch zu potentiellen und strukturpolitisch wichtigen Projekten wie Flächenmanagement, Wohnbebauung und Stadtentwicklung.

Wirtschaftsförderung heiße aber auch darauf zu achten, dass beispielsweise nicht zu viele Baustellen in den Straßen gleichzeitig stattfinden, sondern abgestimmt werden. Gerade bei sensiblen Baustellen gelte es die betroffenen Gewerbebetriebe oder den Handel einzubinden. Den Blick über den Tellerrand gibt es mit der Zusammenarbeit verschiedener Verbände wie Wirtschaftsregion Mittelbaden, Technologieregion oder auch die Gesellschaft für kommunale Zusammenarbeit im Murgtal, die von Wiedemann-Ganter als Geschäftsführerin gleitet wird.

Speziell für die Gaggenauer Unternehmer wurde der so genannte Unternehmerkreis eingerichtet, der sich zwei- bis dreimal jährlich zu spezifischen Themen trifft. Themen bislang waren unter anderem Energieeffizienz in Unternehmen oder Auswirkungen der Pandemie auf die Wirtschaft.

Citymanager Philipp Springer ist vor allem für die Innenstadt zuständig. Mit verschiedenen Veranstaltungen wie Gaggenau tanzt, Ostermarkt oder auch „Sport ohne Grenzen“ soll die Innenstadt belebt werden und so zum attraktiven Magneten werden. Auch mit thematischen Maßnahmen wie aktuell dem Blumenbeet vor dem Rathaus, weihnachtlicher Dekoration und anderen Aktivitäten soll Atmosphäre in der Stadt geschaffen werden. Ganz wichtig ist das Leerstandsmanagement in der Innenstadt sowie die Vernetzung der Innenstadt-Akteure. So konnten schon einige Geschäfte bei Eröffnungen und Umzügen unterstützt werden. Werbemaßnahmen für Handel und Gastronomie zählen ebenfalls zum Citymarketing. Vor wenigen Monaten hat die Wirtschaftsförderung zudem die Geschäftsbesorgung für die Bonuscard übernommen. Das Bürgerbüro verkauft die beliebten Murgtal GUTscheine. Das Servicebüro der Bonuscard befindet sich nun bei der Wirtschaftsförderung im Haus am Markt.