12.02.2021
Kooperation der Gemeinden des Landkreises Rastatt sowie der Stadt Baden-Baden beim kommunalen Starkregenrisikomanagement
Immer häufiger kommt es zu heftigen Starkregenereignissen mit zum Teil beträchtlichen Folgeschäden. So verursachten beispielsweise im Jahr 2016 mehrere Starkregen bundesweit einen Schaden von mindestens 715 Millionen Euro. Aus diesem Grund haben sich 23 Städte und Gemeinden des Landkreises Rastatt sowie die Stadt Baden-Baden zu einer Kooperation zusammengeschlossen. Am Montagabend stellte Dr. Dominic Demand von der Geschäftsstelle Starkregenrisikomanagement des Landratsamtes den Zusammenschluss und dessen Ziel vor. Der Hydrologe ist einer der beiden Projektleiter, neben dem Bauingenieur Kilian Hoffmann.
Im ersten Schritt geht es nun um Untersuchungen und Konzepte zum Management von Starkregenereignissen. Der Projektleiter wies zudem nochmals auf den Unterschied zwischen Starkregen und einem Flusshochwasser hin. Bei einem Starkregenereignis liegen die Gefahren im oberflächlich abfließenden Wasser.
Der Untersuchungsumfang umfasst die Ermittlung von Starkregengefahrenkarten, die Durchführung von Risikoanalysen und die Erstellung von Handlungskonzepten. Dabei haben sich die Beteiligten darauf geeinigt, dass das Landratsamt Rastatt die Koordination und das Projektmanagement des Vorhabens als geschäftsführende Stelle übernimmt. Die Stadt Gaggenau stellt stellvertretend für die beteiligten Kommunen den Förderantrag und vergibt den Auftrag. Die Abrechnung erfolgt über das Landratsamt.
Die Umsetzung der in den kommunalen Handlungskonzepten vorgeschlagenen Maßnahmen erfolgt durch die jeweiligen Kommunen. Am Montagabend vergab der Gaggenauer Gemeinderat den Auftrag für die Untersuchung und Konzeptentwicklung an die Bietergemeinschaft „Wald & Corbe, Hügelsheim, und Geomer, Heidelberg,“ die sowohl das qualitativ beste als auch gleichzeitig das preisgünstigste Angebot abgegeben. Die Summe beläuft sich auf knapp 991.000 Euro. Die Kosten für die Untersuchungen werden mit 70 Prozent durch das Land gefördert. Der Kostenanteil, der von der Stadt Gaggenau zu tragen ist, liegt bei rund 26.000 Euro. Mit dem Projekt soll im März 2021 gestartet werden.
In der ersten Phase soll anhand von Überflutungskarten eine Gefährdungsanalyse durchgeführt werden. Dabei werden drei Szenarien unterschieden: selten, außergewöhnlich und extrem. In der zweiten Phase steht die Risikoanalyse im Vordergrund. Dabei werden mit jeder Kommune ein Risikoworkshop durchgeführt, Risikobetrachtungen vorgenommen und Risikosteckbriefe erstellt. Auch in der dritten Phase ist ein Workshop in jeder einzelnen Kommune vorgesehen, um das Handlungskonzept zu erarbeiten, dazu gehört ein Alarm- und Einsatzplan ebenso wie die Konzeption baulicher Maßnahmen und die Kommunale Flächenvorsorge sowie Informationsvorsorge.
