Mit der Genossenschaft „Unser Kaufhaus“ könnte das City-Kaufhaus weiterleben

City-Management
Philipp Springer
Hauptstraße 71
76571 Gaggenau
Telefon: 07225 / 962-663
E-Mail:

Bitte beachten:

Bis zur Genossenschaftsgründung ist das City-Management der Stadt Gaggenau Ansprechpartner.

Gaggenau ist ohne das City-Kaufhaus nicht vorstellbar. Es ist das Herz der Stadtmitte.

Nachdem die beiden derzeitigen Geschäftsführer angekündigt hatten, das Kaufhaus zum Jahresende schließen zu wollen, war die Erschütterung in Gaggenau groß: Bei der Stadt, den Kunden aber auch der Belegschaft des Kaufhauses.

In einem Gespräch mit Mitarbeiterinnen entstand die Idee einer Genossenschaftsgründung. Danach ging alles sehr schnell. Die Stadt nahm Kontakt mit dem Eigentümer, dem Genossenschaftsverband wie auch einer Bank auf und prüfte mit den diesen, ob eine Genossenschaft denkbar wäre. „Wir haben positive Signale erhalten von allen Seiten“, stellte Pfeiffer fest. Die Vermieter gaben zudem etwas Zeit, um zu prüfen, ob die Idee realisierbar ist. Aus diesem Grund war es erklärtes Ziel der Stadt bis Ende Mai herauszufinden, ob es ausreichend Menschen gibt, die bereit wären, Anteile zu erwerben. Bis Mittwoch, 22. Mai, gab es bereits Zusagen über 2400 Anteile in Höhe von jeweils 250 Euro. 3000 Anteile waren das gesteckte Ziel.  Diesem kommt man nun, nach einer Info-Veranstaltung in der Jahnhalle immer näher. „Wir sind mittlerweile sehr optimistisch, dass wir es schaffen, ausreichend Personen zu finden, die der Genossenschaft dann beitreten werden“, freut sich Pfeiffer.

Bei der gut zweistündigen Veranstaltung wurden zahlreiche Fragen formuliert, die von dem Handelsexperten Martin Berghofer und dem ehemaligen Präidenten des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes Dr. Roman Glaser beantwortet wurden.

Ihr Anteil zählt!

Hier Online-Unterstützungserklärung ausfüllen und Mitglied der Kaufhaus-Genossenschaft werden.

Fragen & Antworten zur Genossenschaft

Die Genossenschaft ist noch nicht gegründet. Aktuell können Interessierte aber eine Unterstützungserklärung abgeben. Auf dieser sollte schon angegeben werden, mit wie vielen Anteilen man sich beteiligen möchte.

Um Planungssicherheit zu erhalten, sollten sich die Initiatoren der Genossenschaft auf die Unterstützungserklärungen verlassen können. Deshalb gilt, wer eine Unterstützungserklärung ausfüllt, sollte später auch Anteile erwerben.

Es beschränkt sich nur auf den Wert der erworbenen Anteile an der Genossenschaft. Ob und in welcher Höhe sie Rendite abwerfen wird, kann heute noch nicht gesagt werden. Fest steht aber, dass die Anteile für den Wareneinkauf genutzt werden sollen und damit immer der Warenwert vorhanden ist. Das Kaufhaus steht aktuell auf gesunden Füßen.

Die Zeit drängt. Je mehr Erklärungen bis zum 31. Mai eingehen, umso sicherer kann das Kaufhaus weiterleben. Ist die Resonanz zu gering, kann die Genossenschaft nicht gegründet werden und es ist unsicher, wie das Gebäude künftig genutzt wird.

Die Genossenschaft soll den Warenbestand im Kaufhaus übernehmen. Dafür wird mindestens diese Summe benötigt. Ein weiterer Warenanteil soll über Kredit finanziert werden.

Am Anfang sicherlich nicht. Die Dividende ist zunächst, dass das Kaufhaus am Leben gehalten werden kann. Wenn Überschüsse erwirtschaftet werden, was das grundsätzliche Ziel des Geschäftsbetriebes ist, werden diese zunächst als Rücklagen benötigt. Es wird aber exklusive Aktionen für die Mitglieder geben.

Die Stadt Gaggenau wird in den nächsten ein bis zwei Monaten alle, die Unterstützungserklärungen unterschrieben haben, bitten, die Beträge auch zu überweisen. Bis zur Gründung der Genossenschaft wird das Geld treuhänderisch von der Stadt verwaltet. Sollte es nicht zu einer Genossenschaftsgründung kommen, weil der Genossenschaftsverband dieser nicht zustimmt, erhalten alle ihr Geld wieder vollständig zurück. Dafür bürgt die Stadt mit der Verwaltung des Treuhandkontos.

Nein. Über die Besetzung entscheidet der Aufsichtsrat. Die Stadt hält es aktuell für sinnvoll, mit zwei Personen zu starten. Denkbar wäre, dass Michael Meurers als erfahrener Geschäftsführer, der das Haus kennt, in der ersten Zeit mit dabei ist und gleichzeitig eine jüngere Person mit eingebunden wird, die dann übernehmen kann.

Die Insolvenzquote bei Genossenschaften liegt nahezu bei null. Es gibt keine absolute Sicherheit, aber eine relative Sicherheit dadurch, dass es einen Aufsichtsrat, eine jährliche Prüfung und die Begleitung durch eine Bank gibt.

Nein. Die Anzahl der Anteile spielt keine Rolle. Egal ob jemand 30 Anteile oder nur einen Anteil erwirbt – jeder hat nur eine Stimme.

Ja. Wäre die Geschäftsbilanz nicht ausreichend, hätte sie der Plausibilitätsprüfung durch den Genossenschaftsverband nicht standgehalten und die Stadt würde nicht versuchen, eine Genossenschaftsgründung anzustoßen.

Das ist zweigeteilt. Einmal gibt es die Investitionen ins Gebäude, die der Vermieter übernehmen muss. Dazu zählt beispielsweise die notwendige Dachsanierung. Dann gibt es noch Investitionen in die Innenräume z.B. zur Präsentation der Ware. Diese müssen von der künftigen Genossenschaft übernommen werden.

Es gibt hier immer wieder zu erledigende Aufgaben. Aber diese sind überschaubar und ohne großen finanziellen Aufwand machbar.

Ein Anteil liegt bei 250 Euro. Es können beliebig viele Anteile erworben werden. Mit dem einmaligen Erwerb von mindestens einem Anteil wird man automatisch Mitglied der Genossenschaft „Unser Kaufhaus lebt“.

Die Mitglieder werden von exklusiven Aktionen profitieren. Zudem tragen sie dazu bei, dass die Einkaufsvielfalt in Gaggenau erhalten bleibt und damit auch die Innenstadt weiterhin ein attraktiver Einkaufsort ist.

Sie liegt im City-Kaufhaus sowie im Rathaus im Bürgerbüro und an der Pforte aus. Weiter kann sie hier heruntergeladen werden.

Einfach im Rathaus in den Briefkasten einwerfen oder an der Rathaus-Pforte abgeben.

Der Betrag von 750 000 Euro wird das Eigenkapital bilden. Der Betrag kann auch höher sein, wenn mehr Mitglieder mehr Anteile zeichnen. Die Höhe des Eigenkapitals liegt in der Hand der Genossenschaftsmitglieder. Dazu kommt noch ein Kredit einer Bank, der geringer ausfallen wird, je höher der Eigenanteil ist.

Wenn ausreichend Unterstützungserklärungen abgegeben werden, wird ein Geschäftsplan erstellt. Nur wenn dieser tragfähig ist, wird der Baden-Württembergische Genossenschaftsverband einer Gründung zustimmen. Dabei wird auf der Basis des Geschäftsplanes vom Verband nach erfolgter Prüfung ein Gründungsgutachten erstellt.

Geplant ist ein nahtloser Übergang von den jetzigen Geschäftsführern an die Genossenschaft. Sollte dies aus zeitlichen Gründen nicht machbar sein, haben sich die derzeitigen Geschäftsführer bereit erklärt, den Betrieb für die nötige Übergangszeit weiterzuführen.

Die Mitglieder sind gemeinsam das höchste Organ und haben ein Recht auf einen jährlichen Rechenschaftsbericht sowie ein Auskunftsrecht. Vom Genossenschaftsverband gibt es zudem eine jährliche Prüfung. Alle drei Jahre wird ein neuer Aufsichtsrat gewählt.

Jedes Mitglied haftet nur in der Höhe seiner erworbenen Anteile. Eine so genannte Nachschusspflicht wird es nicht geben.

Es gibt auch Vertraulichkeitsrechte der jetzigen Geschäftsführer, die zu achten und zu wahren sind. Das Kaufhaus macht jährlich etwa einen Umsatz von sechs Millionen Euro und einen Gewinn im sechsstelligen Bereich. Genauere Zahlen können dann vorgelegt werden, wenn die Genossenschaftsgründung im Werden ist und der Geschäftsplan erarbeitet wird.

Ja, der Geschäftsplan wird sicherlich auch konzeptionelle Ideen beinhalten. Ein Kaufhaus lebt vom Wandel und muss sich immer wieder anpassen. Vor der Gründung der Genossenschaft wird das Geschäftskonzept allen Mitgliedern vorgestellt.

Nein. Das Haus muss nicht für Sanierungsarbeiten geschlossen werden. Das kann im laufenden Betrieb geschehen. Es muss dann unter Umständen mit Einschränkungen gerechnet werden.