9.9.25
Nicht zu trocken, nicht zu nass: „Dieser Sommer war eigentlich ganz gut für uns“, bilanziert die Stadtgärtnerei. „Der Regen nach zwei trockenen Wochen tut der Natur gut. So können sich die Wasserreserven wieder auffüllen. Und wenn dann noch einmal eine trockene Periode kommt, ist das nicht so schlimm.“ Arbeit haben die Beschäftigten in der Stadtgärtnerei auch in der Urlaubszeit genug.
Stadtteil für Stadtteil arbeiten sich die Gärtner mit dem Rasenmäher vor, um die Wiesenflächen zu mähen – und fangen nach fünf bis sechs Wochen wieder von vorn an. Die Hecken werden zurückgeschnitten, damit die Zweige nicht in den Straßenraum ragen und die Sicht von Fußgängern, Radfahrern oder Autofahrern behindern.
„Dann sind wir natürlich dabei, die Beete auszugrasen, also Unkraut zu jäten“, erklärt Staudengärtnermeister Michael Knöbl. Das Konzept, die Beete vermehrt mit Stauden und Gräsern zu bepflanzen, hat sich inzwischen bewährt. Diese brauchen spürbar weniger Wasser als der übliche Sommerflor. „Während wir den Sommerflor mit einjährigen Pflanzen dreimal pro Woche gießen, reicht es, wenn die Staudenbeete ein- bis zweimal im Sommer mit Wasser versorgt werden.“ Beete mit jungen Pflanzen brauchen zunächst etwas häufiger eine Wassergabe (etwa einmal in der Woche).
Wie alle städtischen Einrichtungen ist die Stadtgärtnerei angehalten, möglichst sparsam zu arbeiten. Das Gärtnerteam setzt deshalb auf Verjüngung der bestehenden Pflanzen, damit weniger Pflanzen hinzugekauft werden müssen: So werden die städtischen Mitarbeiter zum Beispiel die Gräser aus einem Beet in Ottenau ausbuddeln, in der Gärtnerei teilen und anschließend die kleineren Pflanzen wieder ins Beet setzen. „Dann haben wir nicht mehr nur fünf, sondern 30 Pflanzen“, so die Stadtverwaltung.
Dass immer nur die Hälfte der unbebauten Grundstücke und Wiesen gemulcht werden, die andere Hälfte hingegen stehen bleibt, ist allerdings nicht dem Sparwillen der Stadt geschuldet. Hier steht der Naturschutz im Vordergrund: „Damit sorgen wir dafür, dass die Insekten weiterhin einen Rückzugsort haben“, erläutert Knöbl. „Nach einer Weile wird dann die andere Hälfte behandelt. Warum verzichtet die Stadt dann nicht ganz aufs Mulchen? „Dann würden die Flächen mit Brombeeren zuwachsen und verwildern. Das wollen wir vermeiden.“ Nach einer gewissen Zeit wird dann das wilde Wachstum in der anderen Hälfte der Fläche gemulcht.
Zu den Sommeraufgaben der Stadtgärtnerei gehört auch die Pflege der Bankette. Weniger aus optischen, sondern aus Sicherheitsgründen mähen die Gärtner die bewachsenen Straßenränder. Damit sorgen sie dafür, dass das Regenwasser gut ablaufen kann und die Sicht der Autofahrer nicht behindert wird.
Die Planungen für den Herbst haben bereits begonnen: In Abstimmung mit anderen städtischen Abteilungen wird zum Beispiel geklärt, wo aus Sicherheitsgründen Rodungen vorgenommen werden müssen.
