27.3.26
Wohl jeder freut sich, wenn er einen Igel in seinem Garten entdeckt. Doch die stacheligen Lieblinge sind vom Aussterben bedroht und stehen unter Artenschutz. Nicht nur auf der Straße droht ihnen der Tod, sondern auch im Garten: Mähroboter sind die neueste Gefahr für Igel. Insbesondere, wenn sie nachts fahren.
Die Stadtverwaltung appelliert deshalb an alle Gartenbesitzer: „Bitte lassen Sie nachts Ihre Mäh-Roboter ruhen.“ Igel laufen nicht weg, wenn sich die Gefahr nähert. Sie stellen ihre Stacheln auf. Doch die bieten bei Mährobotern keinen Schutz. Denn diese erkennen Igel oder andere kleine Tiere nicht.
„Niemand will, dass die Tiere unter die scharfen Klingen geraten und qualvoll verenden“, so die städtische Umweltabteilung. Sie sensibilisiert deshalb für die Gefahr und weist auf die Gewohnheiten der nachtaktiven Säugetiere hin.
Echte Nützlinge im Garten
Als natürliche Schädlingsbekämpfer sorgen sie mit für das ökologische Gleichgewicht: Insekten, Schnecken, Würmer und Raupen sind ihre Nahrung und lockern dabei noch ganz nebenbei den Boden auf. Sie sind kleine Gartenhelfer – also echte Nützlinge.
Ein gesunder Igel macht sich ab einsetzender Dunkelheit bis zur Morgendämmerung auf Futtersuche. Gerade dann werden Mähroboter gern eingesetzt – weil der Garten von den Menschen dann nicht mehr genutzt wird. „Wir können unsere Gewohnheiten umstellen, die Tiere aber nicht“, wirbt die Umweltabteilung für Verständnis. Mähroboter sollten deshalb nur tagsüber eingesetzt werden. Dennoch sollten Hobbygärtner auch tagsüber vorsichtig sein beim Einsatz von Mährobotern: Kranke oder noch ganz kleine Igel ohne Eltern machen sich auch bei Helligkeit auf den Weg.
„Das Bundesnaturschutzgesetz regelt, dass wild lebende Tiere nicht getötet oder verletzt werden dürfen. Damit ist jeder verpflichtet, dafür zu sorgen, dass Tiere nicht gefährdet werden“, sagt die Stadtverwaltung.
Vorsicht bei Gartenarbeiten
Die Igel wachen bald aus dem Winterschlaf auf: normalerweise zwischen März und April, die Männchen etwas früher als die Weibchen. Derzeit schlafen aber die meisten Igel noch. Darauf weist der Naturschutzwart des Landkreises Rastatt, Manfred Herzog, hin. Er bittet um besondere Vorsicht, wenn die Gartenarbeiten jetzt wieder beginnen: Für ihren Winterschlaf ziehen sich die Tiere gern unter Gebüsch oder schwer erkennbar in einem Laubnest zurück. „Wenn man einen Igel findet, der sich nicht bewegt, kann er noch im Winterschlaf sein. Er ist nicht tot“, erklärt er. Laubhaufen sollten deshalb am besten noch ein paar Wochen liegen bleiben und auf keinen Fall mit Laubbläsern entfernt werden.
Das Beste: ein giftfreier Garten
Am wohlsten fühlen sich Igel in naturnah gestalteten Gärten mit Hecken, Obstbäumen, Steinmauern, Wiesen und Laubhaufen. Sterile Gärten bieten für Igel keinen Lebensraum. Auch sollte auf Gift jeglicher Art verzichtet werden. Frisst zum Beispiel eine Nacktschnecke Schneckenkorn und wird anschließend vom Igel verspeist, kann dieser qualvoll verenden
