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Stadt will Probealarm wiederholen

Am Freitag, 19.9.25 wird ein weiterer Probealarm stattfinden
© OtoZapletal/pixabay

12.09.2025

Als „aufschlussreich und wertvoll“ resümiert die Stadtverwaltung den Warntag am Donnerstag. So war die Stadt selbst überrascht, dass die noch funktionstüchtigen Sirenen nicht ausgelöst haben. Im vergangenen Jahr hatten diese noch funktioniert.

18 Sirenen gibt es in Gaggenau samt den Stadtteilen noch. Von acht Anlagen war bekannt, dass sie seit Jahren nicht mehr funktionieren. Die übrigen zehn, darunter beispielsweise die Sirenen in Sulzbach, Freiolsheim, Michelbach oder auch in der Konrad-Adenauer-Straße und auf dem Gaggenauer Rathaus hätten auslösen sollen. „Leider hat es nicht so funktioniert wie wir es erwartet haben“, sagt Feuerwehrkommandant Nicolas Faber. Zusammen mit einem Kollegen der Hochbauabteilung hat er sich sofort auf die Fehlersuche begeben. Mittlerweile geht er deshalb davon aus, dass die Auslöseeinheit (Funktisch) nicht richtig funktioniert hat und so die Sirenen kein Signal erhalten haben. In der Folge war fast überall weder um 11 Uhr noch um 11.45 Uhr ein Sirenensignal zu hören. Wahrgenommen wurden dagegen Sirenen aus Nachbarorten.

Bei der Stadt gingen daraufhin am Donnerstag zahlreiche Meldungen ein, dass die Sirenen größtenteils nicht zu hören waren. „Wir waren fest davon ausgegangen, dass der Alarm wie letztes Jahr wieder klappt“, erklärt Faber. Der Warntag, der dazu dient, vorhandene Warnsysteme zu überprüfen, hat damit in Gaggenau seinen Zweck erfüllt. „Wir hätten sonst den Fehler nicht bemerkt und im Ernstfall hätten die Sirenen nicht funktioniert“.

Der technische Defekt soll jetzt behoben werden und dann durch einen Probealarm am kommenden Freitag, 19. September um 11 Uhr überprüft werden.

Die Stadt weist weiter daraufhin, dass in einem Ernstfall eine Information durch die Rettungsorganisationen erfolgen würde, die mit Lautsprechern durch die Straße fahren würden. 

Die Stadtverwaltung hatte in den 90-iger Jahren die Sirenen vom Bund übernommen und nicht abbauen lassen, obwohl vielfach davon ausgegangen wurde, dass neue Techniken (Warnungen über Radio, Fernsehen und Mobilfunktelefone) die Sirenen ablösen könnten. Die Entwicklung hat gezeigt, dass die Warn-Sirenen ein wichtiger Bestandteil in der Alarmierungs- und Warnkette sind, die auch in Zukunft erhalten bleiben sollten.

Aus diesem Grund ist die Stadt derzeit dabei eine Ausschreibung vorzubereiten, um künftig flächendeckend über Sirenen alarmieren zu können.  Eine Schallanalyse hat ergeben, dass für eine flächendeckende Alarmierung insgesamt 25 Sirenenanlagen stadtweit installiert sein müssen. Dafür sollen die 16 bestehenden Standorte mit neuen Sirenen ausgestattet und neun zusätzliche Standorte neu eingerichtet werden.

Insgesamt waren die Rückmeldungen aus der Bevölkerung jedoch positiv: die übrigen Warnsysteme, die der Bund zentral über das Modulare Warnsystem (MoWaS) auslöste, haben funktioniert: Ab 11 Uhr wurden Probe-Warnungen über Rundfunk, Fernsehen und Warn-Apps wie NINA verbreitet. Hinweis: Die Benachrichtigungsmöglichkeit Cell Broadcast sorgte auch dafür, dass viele Endgeräte um 11 Uhr Alarm auslösten. Viele Bürgerinnen und Bürger warteten bei diesem System auf eine Entwarnung. Diese war jedoch nicht vorgesehen.