21.11.2024
Im kommenden Jahr wird die neue Genossenschaft das City-Kaufhaus übernehmen. Damit wird Gaggenau vermutlich bundesweit das einzige Kaufhaus haben, das von mehreren hundert Bürgern getragen wird. „Ich bin auch jetzt noch begeistert, dass die Idee einer Genossenschaft so gut von den Kunden und Bürgern aufgenommen wurde“, freut sich Oberbürgermeister Michael Pfeiffer.
Im April war die Idee geboren worden, nachdem die beiden bisherigen Betreiber ihren Rückzug angekündigt hatten und die Zukunft des beliebten Kaufhauses in Frage stand. Innerhalb weniger Wochen waren dann über 1.600 Interessensbekundungen eingegangen. Bis heute wurden von 1.700 Personen über 950.000 Euro überwiesen. Auch wer bislang noch keine Interessensbekundung abgegeben hat, kann sich noch beteiligen und dann Genossenschaftsmitglied werden. Das Geld wird aktuell treuhänderisch von der Stadt verwaltet. Sobald die Genossenschaft im Genossenschaftsregister eingetragen ist, überträgt die Stadt das Geld an die neue Genossenschaft. „Wir hoffen, dass dies im Januar sein wird“, erklärt Aufsichtsratsvorsitzender und Bürgermeister Andreas Paul. Damit liege man zwar nicht mehr ganz im Zeitplan, „aber Sorgfalt geht vor Schnelligkeit“.
Ursprünglich war geplant gewesen, dass die Genossenschaft zum Jahreswechsel das Kaufhaus übernimmt. „Das Ziel innerhalb von fünf Monaten eine Genossenschaft auf den Weg zu bringen, war wohl doch etwas zu ehrgeizig“, sagt Paul und verweist auf die umfangreichen Vorarbeiten, die in den letzten Monaten geleistet werden mussten. Allein der Aufsichtsrat hat sich zu vier Sitzungen getroffen, der gesamte Vorstand hat ebenfalls bereits viermal getagt. Zusätzlich gab es zahlreiche Gespräche und Termine mit Gutachtern und Fachleuten, um alle Daten zu erheben und auch eine Bestandsaufnahme durchzuführen. Unter anderem fanden intensive Gespräche mit dem Immobilieneigentümer sowie den jetzigen Betreibern statt. Hier gehe es vor allem um Detailfragen. „Die grundsätzlichen Fragestellungen sind geklärt“. Auch mit den anderen Mietern fanden Gespräche statt. Beschäftigt hat sich der Vorstand zudem mit zahlreichen Fragen zu nötigen Umbau- und Sanierungsmaßnahmen sowie Plänen für die Zukunft, erklärt Vorsitzender Ralf Jungfermann. „Bis die in Auftrag gegebenen Gutachten dann erstellt sind, das braucht einfach auch Zeit“, bittet er um Verständnis. Schon länger abgeschlossen ist der Geschäftsplan, der dem Genossenschaftsverband schon seit geraumer Zeit zur Prüfung vorliegt. „Da sind wir sehr zuversichtlich, dass wir noch im Dezember grünes Licht erhalten. Nach den uns genannten Fristen gehen wir davon aus, dass der Eintrag unserer Genossenschaft noch in diesem Jahr erfolgen wird“, so Jungfermann.
In den ersten Wochen des neuen Jahres soll dann die Informationsveranstaltung für alle Genossen und weitere Interessierte stattfinden. Die Versammlung war ursprünglich noch in diesem Jahr geplant gewesen. „Aktuell sind viele Fragen aber noch in der Klärung, so dass wir noch keine abschließenden Informationen geben können“, erklärt Andreas Paul. Für alle Verantwortlichem im Vorstand und Aufsichtsrat habe Sorgfalt höchste Priorität. Schließlich stehe man in der Pflicht der Genossenschaftsmitglieder, die darauf vertrauen, „dass alles gut durchdacht ist und später das Kaufhaus auch funktioniert“. Da sich die Übernahme durch die Genossenschaft nun um einige Wochen verzögert, wurde schon vor einigen Wochen vorsorglich Vorsorge getroffen, dass der Betrieb bis zum 30. Juni mit den jetzigen Betreibern läuft. „Unser Ziel ist es aber, früher zu übernehmen“, so Jungfermann. Daran arbeiten sowohl der Vorstand wie auch der Aufsichtsrat seit Monaten sehr intensiv, betonte Oberbürgermeister Michael Pfeiffer. „Es war schon beeindruckend, dass so viele Menschen Anteile unterzeichnet haben, „dass es aber auch noch so viele Fachleute gibt, die sich hier ehrenamtlich und mit hohem Aufwand einbringen, ist faszinierend. Ich bin stolz und dankbar für dieses Engagement“. Sein Dank gilt neben den Aufsichtsrats- und Vorstandsmitgliedern, auch weiteren Fachleuten, die mit Gutachten und Beratung in Detailfragen unterstützen. Im Hintergrund sei in den letzten Monaten viel gelaufen. Alle Beteiligten würden sehr optimistisch in die Zukunft schauen, dass dank dieser umfangreichen Vorarbeiten das neue genossenschaftlich organisierte City-Kaufhaus auf einem sehr guten Weg ist.
